Home
ITE Aufbau
ITE Ziele
Mitglieder
ITE Aktivitäten
Newsletter/Fax
Hintergrundinfos
Kontakt
Diskussionen
Suche
Links
English
Français
Italiano

Brennpunkt Klima und Verkehr

ITE Pressemitteilung, 6.12.2007

Klimaschutz: Der Güterverkehr muss seinen Beitrag leisten

ITE-Netzwerk fordert von EU-Verkehrskommissar konkrete Taten

Die EU muss auch den Landverkehr in ihre Klimaschutz-Maßnahmen aufnehmen. Das fordert die Europäische Verkehrsinitiative (ITE) in einem offenen Brief an EU-Verkehrskommissar Barrot. Vor allem im Güterverkehr gebe es viele Möglichkeiten, um den CO2-Ausstoß zu vermindern. Bisher sei dieser Bereich in der EU-Politik noch sakrosankt.

Das internationale Netzwerk "Initiative Transport Europe" von 47 Verkehrs- und Umwelt-Organisationen hat einen Großteil seiner Mitglieder in sensiblen europäischen Berggebieten wie den Alpen, den Pyrenäen, den Vogesen oder im Jura. Viele Mitglieder sind vom Klimawandel bereits direkt betroffen, denn in den sensiblen Bergregionen zeigen sich Folgen des Klimawandels früher als anderswo - in den Alpen wurde schon eine Erwärmung registriert, die doppelt so hoch ist wie im Durchschnitt. Gleichzeitig sind sie Anrainer großer Transitstrecken und müssen das anhaltende Wachstum des LKW-Verkehrs und dessen Umweltfolgen aus erster Hand erfahren.

Neben den Alltags-Erfahrungen belegen wissenschaftlichen Studien, so auch der jüngste IPCC-Bericht, dass der Verkehr seine Klimaschutz-Ziele nicht einhält. Anstrengungen in anderen Sektoren werden dadurch sogar zunichte macht. "Wir dürfen demnächst nicht mehr heizen, aber die LKW fahren einfach weiter, als ob nichts wäre" bringt Maria Hilber, österreichisches ITE-Vorstandsmitglied ihren Ärger auf den Punkt.

Das Netzwerk begrüßt zwar die Deklarationen der EU: das Ziel, die CO2-Emissionen um 30% zu reduzieren, und die ambitionierte Empfehlung des Europaparlaments, beim Verkehr den CO2-Ausstoß bis 2020 um 20% gegenüber 1990 zu senken. "Aber ohne dass das gesamte verkehrspolitische Arbeitsprogramm, also auch der Landverkehr, auf den Prüfstand für Klimatauglichkeit kommen, kann es nicht gehen. Ein ‚Weiter-So’ der jetzigen Politik ist nicht haltbar" erklärt die deutsche ITE Co-Präsidentin Heike Aghte.

Die Ernsthaftigkeit der EU-Erklärungen messen die Mitglieder des Netzwerks vor allem an drei Kriterien: der verstärkten Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene (auch der Klimabeirat IPCC hat in seinem jüngsten Bericht wieder dringend dazu geraten) und der Novellierung der EU-Wegekosten-Richtlinie für LKW im Jahr 2008. Dabei müssten die Klimakosten eingerechnet werden.

Ein wichtiger Maßstab sei schließlich die Haltung der EU zu den 60-Tonnen-Lkw, denn diese ziehen noch mehr Verkehr auf die Straße - damit steigt die Produktion von Treibhausgasen. Eine "schwer-verkehrte" Verlagerung, werten die Mitgliedsorganisationen von ITE.

Download des offenen Briefes:

ITE-offener-brief-barrot-dez07_de.pdf

Weitere Informationen / Kontakt:

- Heike Aghte, +49 170 538 99 71

- Toni Aschwanden, +41 78 605 53 93


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea dei trasporti - Europäische Verkehrsinitiative