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ITE Gotthard-Info

Gotthard: ein kleiner Überblick 1980 - 2002

Mai 2002

Abriss Strasse

  • 1979: 80 Lastwagen pro Tag überqueren den Gotthardpass
  • 1980: Feierliche Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels. Der Tunnel ist vorwiegend für den Personenverkehr vorgesehen, Güter sollen weiterhin per Bahn durch die Alpen befördert werden.
  • 1981: Mit der Tunnelöffnung wird der Gotthard wichtigster Schweizer Alpenübergang mit 171'000 Lastwagenfahrten pro Jahr. Der Gotthard ist damit die drittwichtigste alpenquerende Strassenverbindung nach Brenner (794'000 Lkw-Fahrten) und Mont-Blanc (468'000 Lkw-Fahrten).
  • 1990: Mehr als eine halbe Million Lastwagen (548'000 Lkw-Fahrten) queren die Alpen auf der Gotthardroute
  • 2000: Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Verkehr nochmals mehr als verdoppelt, weit mehr als eine Million Lastwagen (1'187'000 Lkw-Fahrten) queren die Alpen auf der Gotthardroute. Der Gotthardtunnel gilt als relativ sicherer Strassentunnel.
  • 2001: Ab dem Frühjahr stauen sich regelmässig Lastwagen vor dem Zoll in Chiasso. Die Kapazitäten sind ausgelastet, der Rückstau reicht regelmässig bis in den Kanton Uri. Am 24. Oktober ereignet sich der tragische Tunnelunfall, zwei entgegenkommende Lastwagen stossen zusammen und fangen Feuer. Die Ladung aus Kunststoffplanen und Reifen entwickelt extrem schnell Hitze und Rauch. 11 Menschen müssen ihr Leben lassen. Der Tunnel wird für unbestimmte Zeit geschlossen. Am 21. Dezember wird der Tunnel für Personenwagen wieder eröffnet, am Tag darauf für Lastwagen. Die Renovierungsarbeiten und die Verbesserung des Belüftungssystems sind noch nicht abgeschlossen. Zur Erhöhung der Sicherheit werden Lastwagen nur noch wechselweise im Zwei- bis Dreistundentakt im Einbahnverkehr durch den Tunnel gelassen. Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand beträgt neu 150 Meter. Am 21. Dezember lanciert das Komitee-Avanti-Nein in Airolo die Alpentunnel-Petition mit der Forderung "Keine schweren Lastwagen mehr in Alpentunels". Im Jahr 2001 ist der Wachstumstrend des Schwerverkehrs mit 3% deutlich geringer als in den Vorjahren (7 – 8%).
  • 2002: Das Dosiersystem ermöglicht die Durchfahrt von maximal 3'000 bis 3'500 Lkw pro Tag (vormals bis zu 5'500 Lkw-Fahrten pro Tag), dadurch wird zusätzlich zur erhöhten Sicherheit ein Beitrag zur Begrenzung des Strassenverkehrswachstums geleistet. An den Dosierstellen auf den Standstreifen der Autobahn A2 in den Kantonen Uri und Tessin stauen sich hunderte von Lastwagen während der Wartezeiten. Die Lastwagenchauffeure reagieren genervt auf die Verzögerungen und die hygienischen Verhältnisse an den Dosierstellen. Die AnwohnerInnen werden durch Hupkonzerte, Müll- und Fäkalberge belästigt. Die Strassenverkehrsverbände verabschieden sich von den Sicherheitsforderungen, die sie nach dem Tunnelunfall gestellt hatten. Freie Fahrt für Lkw scheint ihnen wichtiger zu sein als Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Am Am 17. April reicht das Komitee die Alpentunnel-Petition mit 137'000 Unterschriften ein – ein Riesen-Erfolg! Die Alpen-Initiative stellt am 24. April an einem Runden Tisch mit den Schweizerischen Verkehrspolitikern, Umwelt- und Verkehrsverbänden die Alpentransitbörse als neues, effizientes Dosierungssystem vor. Es wird beschlossen das Dosiersystem weiterzuführen und zu verbessern.
  • 2009: Das schweizerische Verkehrsverlagerungsgesetz schreibt eine maximale Anzahl von 650'000 Lkw-Fahrten über die Schweizer Alpen vor.

Abriss Schiene

  • 1882: Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels.
  • 1981: Die Bahn befördert 11,7 Mio Tonnen Güter pro Jahr durch den Gotthard, das entspricht einem Anteil von 92%
  • 1990: Die absolute Menge an beförderten Gütern auf der Bahn konnte auf 13,6 Mio Tonnen gesteigert werden, der relative Anteil am Gütertransport durch den Gotthard ist trotz allem auf 81% gesunken. Die Strasse hat bedeutend grössere Zuwächse als die Schiene.
  • 2000: Die absolute Menge an transportierten Gütern auf der Bahn steigt innerhalb von zehn Jahren auf 16,8 Mio Tonnen. Das Hauptwachstum des Gütertransports liegt aber eindeutig auf der Strasse, der Anteil des Bahntransports ist auf 69% zusammen geschrumpft. Trotz dieser traurigen Entwicklung hat die Schweiz immer noch bei weitem das beste Verhältnis Schiene – Strasse im Vergleich mit den anderen Alpenländern.
  • 2007: Geplanter Eröffnungstermin für den Lötschberg-Basistunnel für die Bahn.
  • 2012: Geplanter Eröffnungstermin für den Gotthard-Basistunnel für die Bahn.

Abriss Verkehrspolitik und Widerstand

  • 1990: Die Alpen-Initiative wird als Volksinitiative mit 107'570 Unterschriften eingereicht. Der Widerstand wird "offiziell"...
  • 1992: Das Schweizer Volk stimmt für die Neue Eisenbahn Alpentransversale NEAT mit dem Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel für die Bahn
  • 1994: Die Alpen-Initiative und die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA werden im Referendum angenommen
  • 1996: Das Komitee "Transfer Now – Verlagerung jetzt" blockiert in Wassen die Gotthard-Autobahn
  • 1998: Die Gesetze zur FinöV (Finanzierung der Bahnmodernisierung) und LSVA werden von Schweizer Stimmvolk angenommen und treten in Kraft
  • 1999: Das Komitee "Transfer Now – Verlagerung jetzt" blockiert zum zweiten Mal die Autobahn, diesmal mit einem Rockkonzert
  • 2000: Die Bilateralen Verträge Schweiz – EU treten in Kraft. Als Zeichen des Widerstands gegen den stetig wachsenden Schwerverkehr verpackt die Alpen-Initiative den Teufelstein bei Göschenen in rote Tücher: "Der Teufelstein rot vor Wut".
  • 2001: Die LSVA tritt in Kraft. Die Schweiz wird damit zum ersten Land Europas, in dem Lastwagen für jeden gefahrenen Strassenkilometer zahlen müssen.

Infos: Alpen-Initiative Kapuzinerweg 6, Postfach 28, CH-6460 Altdorf


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea delle Trasport - Europäische Verkehrsinitiative

Bei Fragen oder Unklarheiten im Zusammenhang mit dieser Website wenden Sie sich bitte an support@ite-euro.com

15.5.2003