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Brennpunkt Klima und Verkehr

Klimawandel: Wie viel haben wir noch in der Hand?

Von Anne Lassman

Die globale Klimaerwärmung ist eine unwiderrufliche Realität. Auch die Verantwortung der Menschheit daran wird heute nicht mehr bezweifelt (außer von denjenigen, die ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der fossilen Energie haben.) Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur weltweit um 0,7 o Celsius gestiegen, aber noch besorgniserregender ist, dass die Erwärmung sich seit 1976 beschleunigt.

Und in den Alpen sind die Durchschnittstemperaturen sogar noch dreimal höher gestiegen als im Flachland.

Leider bedeutet der fortgesetzte Klimawandel keine harmonische allgemeine Erwärmung zum sonnigen mediterranen Klima ...

Klimaexperten bestätigen uns, dass die höheren Temperaturen sich im Gegenteil vor allem durch eine dichtere Abfolge von immer extremeren Wetterphänomenen auszeichnen, so wie man sie in den letzten drei Jahren weltweit registriert hat: mit Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutschen, Trockenperioden, Hitzeperioden, Wüstenbildungen, Stürmen, Orkanen und generellen Störungen des Jahreszeitenrhythmus.

Die Wirkungen des Klimawandels werden zunehmend in allen Facetten unseres Lebens zu spüren sein: in der Landwirtschaft, im Tourismus, in der Wirtschaftsentwicklung, in der Sicherheit unserer Siedlungen und Verkehrswege, der Gesundheit, vor allem aber bei den Wasserreserven unseres Planeten.

Bisher hat das Klima wegen seiner Milde das menschliche Leben auf der Erde ermöglicht. Um nun wirklich katastrophale Veränderungen zu vermeiden, müssen wir unsere heutigen Emissionen der Treibhausgase bis 2050 auf ein Viertel reduzieren („Faktor 4“). In der Politik herrscht darüber insgesamt Einigkeit, und auch darüber, dass die Emissionen vor allem durch Einsparungen bei der fossilen Energie reduziert werden müssen.

Der Transport hängt zu 90% von fossilen Energien ab, in einigen Ländern ist der prozentuale Anteile noch höher. Daher hat das Europäische Parlament im Juli 2007 auf die Verantwortung des Transportsektors für den Klimaschutz hingewiesen und gefordert, dass der Transportsektor bis 2020 20% seiner CO2-Emissionen gegenüber 1990 einsparen müsse.1

Die Rolle des Verkehrsbereichs

Die Transporte sind in der Europäischen Union für 25% der CO2-Emissionen verantwortlich. Es ist der Bereich, in dem die Emissionen noch immer und am schnellsten zunehmen. Damit gefährdet der Verkehr sogar die Kyoto-Ziele, auf die die Europäische Union sich verpflichtet hat. Und diese sind noch sehr moderat, von dem Faktor 4 ist dabei noch längst keine Rede.

Die technologischen Fortschritte, die uns zunächst einmal aus dem Dilemma befreien könnten, sind noch nicht auf dem notwendigen Stand. 2006 betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagen noch 160 g/km. Das ist gewaltig und von Grund auf schädlich. Auch die Verwendung von Biotreibstoffen kann die Probleme nicht lösen. Alle Studien ergeben, dass ihre massenhafte Produktion mehr fossilen Brennstoffe verbraucht als sie produziert.

Für die Zukunft ist nur eine beträchtliche Reduzierung des Straßen- und Flugverkehrs sowie die Verlagerung auf die saubersten Verkehrsträger eine adäquate Antwort auf die Herausforderung des Klimawandels.

Güterverkehr

- den Wachstumstrend des Straßenverkehrs muss unverzüglich umgekehrt werden.

- Alle Maßnahmen, die die Verlagerung auf die Schiene begünstigen, müssen

ergriffen werden

- Wir alle müssen die regionale Wirtschaftskreisläufe wieder ankurbeln und kurze Verteilungswege anstelle langer Transporten fördern.

Die Macht der Zivilgesellschaft

Es sind die Bürger, die letztlich über den Kauf eines Angebotes entscheiden. Dies ist eine Macht, die durchaus gezielt benutzt werden kann. Was die Transporte angeht, können wir schon beim Einkauf positive Signale setzen:

- Bevorzugt die saisonalen Produkte aus der Region kaufen, die auf kurzem Weg gekommen sind.

- Wann immer es geht, den Zug, den öffentlichen Nahverkehr benutzen, mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen.

- Sich einer Umweltorganisation anschließen. Starke Umweltorganisationen haben starken Einfluss, und die engagierte Öffentlichkeit kann positiven Druck auf die Entscheider ausüben.

Sie sagen: Ich alleine kann doch nichts erreichen?
Victor Hugo gibt darauf seine eigene Antwort:
Nichts widersteht der Hartnäckigkeit der Ameisen.“

1 Quelle: Europäisches Parlament, Resolution vom 12 Juli 2007 “Keeping Europe moving − Sustainable mobility for our continent (2006/2227(INI))


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea dei trasporti - Europäische Verkehrsinitiative