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Schwerverkehr auf der Strasse:
Wer zahlt die Rechnung? Teil 1
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Von
Heike Aghte, Co-Präsidentin der Europäischen Verkehrs-Initiative (ITE),
September
2004
Inhalt:
Worum es geht: Höchste Zeit für die Kostenwahrheit! (Teil 1)
Wie LKW immer billiger werden – Ein paar „Spartricks“ (Teil 2)
Spartrick 1) Wenn
Infrastrukturkosten teilweise vergessen werden
Spartrick 2) Wettbewerbsvorteile
durch schlechte Sozialstandards
So
funktioniert Lohn- und Sozialdumping
Spartrick 3) Der
Allgemeinheit zugeschoben: Umwelt- Gesundheits- und Sozialkosten
Vergleich
der externen Kosten zwischen den Verkehrsträgern
Kompliziert aber wichtig – externe Kosten spezial (Teil 3)
Beispiel:
Kosten durch Feinstaubbelastung
Umwelt-
durch LKW
Spezialfall
Berggebiete
Mit einer Schwerverkehrsabgabe zur Kostenwahrheit
Was ist zu tun?
Eine wichtige Frage zum Schluss: Zahlen die
VerbraucherInnen wieder drauf?
Wichtige EU-Dokumente zur Kostenwahrheit im Verkehr
Quellennachweis
Worum es geht: Höchste Zeit für die Kostenwahrheit!
Seit den 70er Jahren haben sich die Gütertransporte durch
Europa verdoppelt, meist auf der Straße, wie die endlosen LKW-Karawanen auf den
Autobahnen zeigen. Hier nahmen sie von 400 Milliarden Tonnenkilometer auf
jährlich über 1 200 Milliarden Tonnenkilometer zu. Die weiteren Prognosen sind
atemberaubend...
Vor allem weil die LKW-Branche nicht vollständig für ihre
Kosten aufkommt, ufert der
Straßenverkehr aus: Direkte und indirekte Subventionen verbilligen die
Straße gegenüber Bahn und Schifffahrt und heizen die Nachfrage künstlich an.
Der freie Wettbewerb, eigentlich ein Grundprinzip der EU, scheint für den
Transportmarkt nicht wirklich zu gelten.
Die Folgen: Ursprünglich einmal positive Wirkungen der
„Brummis“ für die Volkswirtschaft werden von negativen Folgen längst überholt,
mit Lärm und Abgasen, einen Schub für die Klimaveränderung, zerstörten
Fahrbahnen durch Schwertransporte, Unfällen und Krankheiten, Staus für alle und
vieles mehr gehen auf ihr Konto. Für die Allgemeinheit sind die Verluste an
Lebensqualität und die Gesundheitsrisiken gravierend. Hinzu kommt die Belastung
der Staatskassen, denn diese macht empfindliche Einsparungen an anderer Stelle
notwendig.
Höchste Zeit für
Korrekturen!
Der
immense Straßengüterverkehr ist nicht naturgegeben, er kann reduziert und teilweise
auf die Bahn oder Schiffe verlagert werden. Für dieses Ziel müssten aber die
Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden, und an seine Stelle müssten das
Verursacherprinzip und das Prinzip der Kostenwahrheit treten. Das bedeutet:
ALLE KOSTEN KOMMEN AUF DEN TISCH. UND BEZAHLEN MÜSSEN DIEJENIGEN; DIE SIE AUCH
VERURSACHEN.
Was passiert, wenn die
Kostenwahrheit kommt?
Würden alle Kosten, die durch den Güterverkehr entstehen,
tatsächlich komplett den Verursachern angelastet, gäbe es viele unnötigen Fahrten
nicht mehr: Leerfahrten, Umwegtransporte, „Karrusselfahrten“, Lagerhaltung auf
der Straße....
Stattdessen würden die Transporte effizient organisiert.
Eine bessere Auslastung der Straßenfahrzeuge, die Reduktion von Leerfahrten und
Zusammenschlüsse in Fahrtenbörsen würden sich lohnen. Bahn und Schifffahrt
könnten der Straße leichter Paroli bieten. Höhere Transportpreise würden auch
die regionale Wirtschaft gegenüber Niedriglohnländern stützen, (Bsp.
Lebensmitteltransporte quer durch Europa würden sich nicht mehr lohnen.) Durch
die eingesparten Schadstoffe und Lärmbelästigungen würden viele Krankheitsfälle
und Naturschäden vermieden. Auch die Straßensicherheit würde steigen.
Zu schön um wahr zu sein? Eine Reihe von vertraglichen
Verpflichtungen der EU bestätigen die Prinzipien von Kostenwahrheit und
Verursacherprinzip und kündigen Maßnahmen an, zum Beispiel im
Maastricht-Vertrag. Es fehlt auch nicht an guten Instrumenten. Das beste
Beispiel, die „Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe“ (LSVA) wurde in der
Schweiz schon vor Jahren eingeführt.
Es fehlt aber an konkreten Beschlüssen, und stattdessen
greift man zu dem alten untauglichen Mittel: dem Straßenbau. Der aber
provoziert nur wieder neue Fahrten, und so kann der Straßenverkehr scheinbar
schrankenlos wachsen. Sogar Lagerhallen werden geschlossen, weil eine „Lagerung
auf der Straße“ billiger erscheint als die Miete.
Der Druck muss nun von der die Bevölkerung kommen, zum
Beispiel mit diesem Aktionstag. Also: Lesen Sie unsere
Hintergrundinformationen, sprechen Sie ihre PolitikerInnen darauf an,
unterstützen Sie uns!
Teil 2
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