Für eine umwelt- und sozialverträgliche Verkehrspolitik
Die
unterzeichnenden Organisationen verweisen auf die
dramatischen
Auswirkungen der LKW-Lawine auf den Strassen und in den
Berggebieten
Europas und:
-
Stellen fest,
dass die
Grenzen des Erträglichen heute klar überschritten
sind und zwar sowohl auf grossen Transitstrassen als auch
in
Berggebieten.
-
Stellen fest,
dass die
Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene,
die
nach den Katastrophen am Mont Blanc und Gotthard
angekündigt
wurde, noch nicht umgesetzt wurde;
-
Stellen fest,
dass
mehr Verkehr zu grösseren Risiken sowie mehr und
schwereren
Unfällen
führt und ein weiterer
Strassenausbau daher keine Lösung
darstellen kann;
-
Verurteilen
den
ständigen Anstieg des Güterverkehrs
,
insbesondere dort wo er rein darauf abzielt die Produktionskosten
so
niedrig wie möglich zu halten (Betriebsverlagerungen);
-
Erinnern an
das
von 126 Organisationen unterzeichnete Gebirgsmanifest 2001
,
das nach dem Unfall im Gotthardtunnel lanciert wurde und am
30.
November 2001 den Verkehrsministern der Alpenländer
übergeben
wurde („Gruppe von Zürich“);
-
Erinnern
daran, dass die Europäische Union und alle
Alpenländer
sich durch die Ratifizierung der Alpenkonvention
rechtlich
verpflichtet haben, die Belastungen und Risiken
im Bereich des
inneralpinen und alpenquerenden Verkehrs auf ein
Maß
zu
senken,
das für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren
Lebensräume
erträglich ist.
Aus diesen Gründen
-
Fordern
sie eine tatsächliche Verlagerung des Güterverkehrs
auf
die Schiene und die Wasserwege durch eine verbesserte Nutzung
der
bestehenden Eisenbahnnetze und die Entwicklung der
Seeschifffahrt,
um den LKW-Verkehr zu begrenzen;
-
Fordern
sie die Umsetzung der Kostenwahrheit im Verkehr,
insbesondere
durch die Einführung einer Schwerverkehrsabgabe, die
auch die
externen Kosten umfasst und es ermöglicht
Unsinnstransporte und
Leerfahrten zu verringern;
-
Fordern
sie die strikte Umsetzung der geltenden Vorschriften:
Lenkzeiten,
Ladung, Geschwindigkeit, Luftverschmutzungsgrenzwerte...;
-
Fordern
sie die Einführung eines LKW-Nachtfahrverbots
in allen
Gebirgstälern;
-
Wehren sie
sich gegen jegliche neue Strassentunnel
(Verdoppelung
existierender Tunnel oder neue Tunnel) auf den
internationalen
Transitachsen;
-
Fordern
sie die Einführung einer Alpentransitbörse
für
LKW-Fahrten durch die Berggebiete (siehe
www.alpentransitboerse.ch)
-
Verurteilen
sie die Arbeitsbedingungen und insbesondere die
Arbeitszeiten der
LKW-FahrerInnen
und fordern eine drastische Verbesserung der
entsprechenden
Gesetzgebung und die Ausarbeitung eines Plans zur
Beendung des
Sozialdumpings im Verkehr;
Und
fordern weiters:
-
Eine
internationale Debatte über die Verkehrspolitik unter
Einbezug
der BürgerInnen
sowie die Verabschiedung eine Pakets
strikter und harmonisierter
europäischer Massnahmen,
insbesondere für sensible Regionen;
-
Die
Schaffung einer internationalen Arbeitsgruppe,
die sich nicht
nur aus den VertreterInnen aller VerkehrsministerInnen
zusammensetzt
(„Gruppe von Zürich“), sondern auch
den
Gesundheits- und UmweltministerInnen der betroffenen
Länder
sowie von VertreterInnen der Generaldirektion Verkehr und
Umwelt der
Europäischen Kommission, sowie einem Kollektiv
der
Organisationen, die das Manifest unterzeichnet haben. Sie dient
der
Festlegung von
Massnahmen zur Umsetzung der in diesem Manifest
dargelegten Punkte,
welche anschliessend von den entsprechenden
Gremien in rechtlich
verbindlicher Form zu verabschieden sind.
lanciert
am 28. Juli 2005 in Servoz am Fuss des Mont Blanc durch
CH - Schweiz
Alpeninitiative,
F –
Frankreich
ABS – Association du Bassin de Servoz, ARSMB
- Association pour
la protection du Site du Mont Blanc, Association
citoyenne de Passy,
Mountain Wilderness France, Réagir !
I – Italien
ADMB – Associazione Difesa
Monte Bianco, CIPRA Italia,
Legambiente Italia
Manifest unterzeichnen
|