Home
ITE Aufbau
ITE Ziele
Mitglieder
ITE Aktivitäten
Newsletter/Fax
Hintergrundinfos
Kontakt
Diskussionen
Suche
Links
English
Français
Italiano

ITEnews April 2007

Agenda

02. Juni 2007:

Traditionelle Radtour, die Zufahrtsstrasse zum Mont-Blanc-Tunnel/F hinauf. http://www.arsmb.com/

19. April 2007, Marseille:

Öffentliche Versammlung und Diskussionsabend zum Projekt der FNE zur Schwerverkehrsabgabe für den Güterverkehr auf Strassen. 18.30 Uhr, Cité des Associations. Infos: 04 91 31 54 93

Weitere Veranstaltungshinweise

Liebe LeserInnen von ITENews, wenn Sie die anderen Leser auf wichtige Veranstaltungen aufmerksam machen wollen, schicken Sie uns bitte ein Mail damit wir die Infos in die ITENews integrieren können.

Internes

14. ITE-Tagung in Montgenèvre/F vom 22. bis 24. März 2007:

Eine Zusammenfassung der Tagung finden Sie am Ende des Info-Blattes. Wir bedanken uns herzlich beim Verein Aboutir für die Organisation und die sehr gute Abwicklung der drei Tage (und Abende). Ein riesiges Dankeschön auch an Renate Zauner die sich nach 9 Jahren Engagement bei ITE dazu entschlossen hat, in anderen Umweltschutzfragen tätig zu werden.

Nachrichten

International

  • Alpengletscher schmelzen immer schneller: ForscherInnen schätzen mittlerweile, dass 2037 bereits die meisten Alpengletscher verschwunden sein werden, wenn die Eisschmelze im gleichen Tempo weitergeht wie in den vergangenen Jahren. Diese Tendenz ist sehr beunruhigend, denn die Gesamtheit der Gletscher der Erde umfassen 70 % des Süsswasserspeichers unseres Planeten.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur (de)

Österreich/Italien

  • Handbuch zur Alpenkonvention: Seit kurzem gibt es ein deutschsprachiges Handbuch zur Alpenkonvention, das die allgemeinen Bedingungen, die Leitsätze der Konvention sowie Vorschläge zur praktischen und juristischen Umsetzung der Konvention und seiner Anwendungsprotokolle detailliert beschreibt.
    Kontakt :
    office@lebensministerium.at

  • Das Lobau Camp war erfolgreich: Vom 1. November bis Weihnachten hat die Bevölkerung mit Hilfe der Besetzer-Aktion « Lobau Camp » gegen die Umfahrung von Wien und den geplanten Lobau-Tunnel demonstriert. Durch gezielte Aktionen und Sensibilisierungskampagnen zur Verkehrsproblematik haben die Volksvertreter nunmehr der Schaffung eines runden Tisches zugestimmt. Quelle: www.greenpeace.at

  • Volksmarsch No TAV, No TIR: Am 31. März sind 30.000 Menschen von Trana (Val Sangone) nach Avigliana (Valsusa) marschiert, um gegen die geplante Eisenbahnverbindung Lyon-Turin und gegen die Verdoppelung des Frejus Autobahn-Tunnels zu demonstrieren. Sie forderten weiterhin eine Verbesserung des vorhandenen Schienennetzes und eine Einschränkung des LKW-Transitverkehrs durch die Alpen. Die von lokalen Politikern und Vereinen organisierte Veranstaltung wurde zu einem regelrechten Volksfest. Den Film zum Volksmarsch gibt es unter: http://www.legambientevalsusa.it/

Frankreich

  • Präsidentschaftswahlkampf und Umwelt: Die französischen Umweltschützer sind entschlossen im Präsidentschaftswahlkampf mehr Gewicht zu erhalten. Bestätigt durch den aktuellen Klimaschutzbericht, der die menschliche Tätigkeit eindeutig als Hauptursache des Klimawandels bezeichnet, hat das Netzwerk «Climat-France» sich über die Widersprüche in der französischen Politik insbesondere im Hinblick auf den Verkehr, der für 26 % der Emission von Treibhausgasen verantwortlich ist, geäussert. Die «alliance pour la planète», ein Zusammenschluss von 71 Vereinen, hat recherchiert, inwieweit die Präsidentschaftskandidaten sich mit Umweltfragen beschäftigen und hat ihnen hierzu Noten verteilt. Am 24. März haben in mehreren französischen Regionen Demonstrationen gegen die Pro-Strassen- und Pro-Asphalt-Politik stattgefunden. Am 1. April hat der Fernsehmoderator Nicolas HULOT 10.000 Personen in Paris versammelt. Die meisten der Kandidaten haben seinen «ökologischen Pakt» unterzeichnet, um mit Nachdruck auf die Dringlichkeit der Klima-Problematik hinzuweisen.

http://www.lalliance-2007.org und http://www.pacte-ecologique-2007.org/nicolas-hulot/index.php

  • Aufhebung der Autobahn-Umfahrung von Bordeaux: Das Verwaltungsgericht von Bordeaux hat die Entscheidung des Verkehrsministers zu einer Autobahn-Umfahrung von Bordeaux annulliert. Das ist ein Sieg für die Vereine, die vor jeglicher Entscheidung eine öffentliche Debatte gefordert hatten. Allerdings ist das Projekt selbst damit noch nicht vom Tisch. http://bordeaux-incontournable.blogspot.com

  • Der Mont Blanc endlich als UNESCO-Kulturerbe? Im Gegensatz zu anderen Gebirgszügen hat der Mont Blanc noch immer keinen international anerkannten Schutzstatus. Auch in Zusammenarbeit mit internationalen Experten, der UNESCO und der IUCN wurde bereits verhandelt, bislang allerdings erfolglos. Deshalb startete "Pro Mont Blanc" jetzt eine Informationskampagne. Der italienische Umweltminister hat sich bereit erklärt, diese Initiative zu unterstützen.

Infos: http://www.pro-mont-blanc.org (de/fr/it/en). Quelle: alpMedia.net

  • Der Mont Blanc-Tunnel eine Woche lang gesperrt: Nach der eine Woche dauernden Sperrung wegen Felsstürzen wurde der Tunnel am 10. März wieder geöffnet. Der Verkehr wird dabei zweispurig abgewickelt, ausser auf einer Strecke von ca. 150 Metern Länge. Dort verläuft der Verkehr zur Strassensicherung lediglich auf einer Spur. Quelle: http://www.levif.be/belga/BelgaNieuws.asp?ArticleID=82699&SectionID=10

Europa

  • Die Europäische Kommission setzt sich gegen den Bau einer Autobahn in Polen ein: Die Bauarbeiten zu einem Teilstück der Autobahn «Via Baltica», das eine geschützte Region im Nordosten von Polen durchquert, haben Ende Februar trotz der abwehrenden Haltung der EU begonnen. Deshalb wurde der Europäische Gerichtshof angerufen, da die europäische Gesetzgebung nicht eingehalten wird. Das ist das erste Mal, dass sich die EU so energisch für die Einhaltung der europäischen Direktiven einsetzt. Quelle: T&E

  • Engpass-Analysen im Güterverkehr: Die europäische Kommission hat die "Bottleneck-Kampagne" lanciert, die Hindernisse beschreiben und abbauen soll, welche einem reibungslosen Ablauf der Güterverkehrskette in Europa im Weg stehen. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA hat die Möglichkeit, sich zu beteiligen, genutzt und 15 Engpassanalysen mit Vorschlägen für Gegenmassnahmen eingegeben.

Quelle: http://europa.eu / Position der CIPRA: http://cipra.4teamwork.ch/fr/alpmedia/positions/86 (de/fr/it/sl)

  • Europäische Umweltagentur AEE äussert Kritik an der Verkehrsentwicklung: Die aktuelle Entwicklung der europäischen Verkehrspolitik, die nicht mehr versucht, die Nachfrage zu kontrollieren, sondern nur noch auf die Auswirkungen des Verkehrs zu reagieren, wurde von der AEE heftig kritisiert. In ihrem Jahresbericht, bestätigt die Agentur, dass die Steigerung der Transport-Nachfrage die Erfolge der EU im Hinblick auf das Kyoto-Protokoll wieder zu Nichte zu machen drohe. Der europäische Güterverkehr wächst wesentlich schneller als die Wirtschaft. Der am meisten zur Verschmutzung beitragende Verkehrsträger, das Flugzeug, weist dabei die höchsten Wachstumsraten auf (+96% zwischen 1990 und 2003).

protocole-de-kyoto-le-secteur-des-transports-a-la-traine

  • Rollende Landstrasse Perpignan-Luxembourg: Die Rollende Landstrasse Perpignan-Luxembourg wurde am 29. März eingeweiht. Es ist damit die siebte und längste (1000 km) Rollende Landstrasse in Europa. Mit einem Zug pro Tag und Richtung kann sie zwar nur 30.000 LKWs pro Jahr transportieren, aber wenn die Erfahrungen erfolgreich sind, wird eine Erweiterung auf bis zu 15 Züge vorgeschlagen. Ausserdem könnten zusätzliche Verbindungen vorgesehen werden. http://lorry-rail.com/home/

Deutschland

  • Immer mehr 10-12Tonnen-LKWs: Die offiziellen deutschen Zahlen bestätigen, dass seit der Einführung der LKW-Maut die Zahl der 10-12 Tonnen-LKWs, die aus dem LKW-Maut-System ausgenommen sind, um 86 % angestiegen ist, während die Anzahl der 12-14 Tonnen-LKWs um 61 % gesunken ist. Der Verein Allianz pro Schiene fordert, dass die LKW-Maut-Gebühren für alle LKWs über 7,5 Tonnen gelten sollen.

Quelle: PM_Drastischer-Anstieg-bei-Zulassung-von-mautfreien-Lastkraftwagen

  • Brandenburg setzt das Projekt Gigaliner (60t) aus: Nach den verheerenden Untersuchungsergebnissen zu den Gigalinern, hat das Land Brandenburg das Projekt Gigaliner (schwerer, überdimensionierter LKW mit 25 Metern Länge und 60 Tonnen Gesamtgewicht) aufgegeben. Aber es gibt noch einige Länder, die das Projekt weiterverfolgen (insbesondere solche, die über Standorte von Monster-Truck-Produzenten verfügen)

Quelle: PM_Thueringen-setzt-Pilotprojekt-mit-Riesen-LKW-aus

In Kürze

  • Win-Win-Situationen im Verkehrswesen: Das Victoria Transport Policy Institute hat mehr als ein Dutzend «Win-Win-Situationen» aufgezeigt, die die Emissionen reduzieren können, aber gleichzeitig auch wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte erfüllen. http://www.vtpi.org/winwin.pdf

14. ITE-Kongress - organsiert durch ABOUTIR
22. bis 24. März 2007 in Montgenèvre/F
«Umwelt erhalten - Verkehr neu gestalten»

Überblick über die Themen

Innovative Lösungen

Ein technischer Vortrag des Deutschen Karl Fischer, ehemaliger Inhaber eines Transportgeschäftes und jetzt Chef des Logistik-Kompentenz-Zentrums Prien. Er stellte das Projekt AlpFRail (Alpine Freight Railway) vor. Dieses Projekt wird von der EU und mehreren Regionen des Alpenraums finanziell unterstützt und soll zu einer effektiveren Nutzung des vorhandenen Schienennetzes beitragen. Erklärtes Ziel ist dabei, den Transportunternehmen Schienenlösungen anzubieten, die in bezug auf Konditionen wie Dauer, Preis, Streckenabwicklung mit denen des Strassenverkehrs vergleichbar sind. Nach einer Kapazitätsanalyse des Schienennetzes haben Karl Fischer und seine Mitarbeiter langwierige Verhandlungen mit den Bahngesellschaften von 3 Ländern (Deutschland, Österreich, Italien) geführt. Diese haben sich zunächst zurückhaltend gezeigt. Nach 3 Jahren Arbeit könnten eine erste Rollende Landstrasse angeboten werden. Das Ergebnis ist nach den Worten von Karl Fischer sehr beeindruckend, mit einem Zeit- und Kostengewinn gegenüber der Strasse. 50 000 LKW konnten in einem Jahr von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Während früher 12 Stunden für den Gütertransport zwischen München/D und Verona/It erforderlich waren und die Pünktlichkeitsrate 40% betrug, werden heute lediglich 6 Stunden gebraucht und die Pünktlichkeitsrate ist auf 90% gestiegen. Weiter Projekte sind in der Entwicklung. Die Erfahrungen können auch in anderen Regionen benutzt werden. Infos : www.alpfrail.com et www.lkzprien.de

Alf Arnold stellte die Alpentransitbörse vor, eine Idee die von der Alpen-Initiative ausgedacht wurde und im Moment ernsthaft von der Schweizer Regierung geprüft und mit den Nachbarstaaten diskutiert wird. Ziel dieses Instruments ist es, die Zahl des LKW-Transits durch die Alpen zu begrenzen und den Verkehr besser zu verteilen (Verhinderung von Verkehrsstau). Hierzu sollen Transitrechte im Internet verkauft werden (ähnlich wie bei einem Zug oder einer Fähre) und danach die Möglichkeit eröffnet werden, diese Rechte anschliessend im Rahmen einer Börse zu verkaufen. Als weiteres Ziel dieser Massnahme soll für die Schiene wieder eine Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden, da selbst in der Schweiz das Schienennetz nicht voll benutzt wird. Dieses System ist juristisch akzeptabel und anwendbar auf alle europäischen Staaten. Mit einem auf die Markwirtschaft ausgerichteten Instrument kann somit ein Umweltziel erreicht werden.

Infos: www.alpentransitboerse.ch

Karl Regner, Geograph aus Österreich, hat Untersuchungen zu Gebietskörperschaften (Staat, Region, Gemeinden), welche Auftraggeber von LKW-Transporten in Österreich sind, vorgestellt. Beispiele aus der Abfallwirtschaft sind besonders offensichtlich. Einige Behörden haben den Transport von Abfällen über das Schienennetz erreicht (und damit sogar zum Erhalt von weniger bedeutenden Schienennetzen beigetragen), aber es gibt leider auch sehr viele Fälle, bei denen die Behörden den Transport per KKW ordern, und das obwohl eine Alternative per Schiene existiert. Karl Regner hat die Anwesenden aufgefordert, bei ihren Regionalbehörden kritische Anfragen im Hinblick auf die von ihnen angeforderten Transportmittel (Abfall, öffentliche Arbeiten usw.) zu stellen.

Maurienne-Suse: grüne Parolen und schwarze Aktionen?

Die Vertreter der Vereine von Maurienne und Italien haben gemeinsam gefordert, dass der Transport in seiner gesamten Dimension, d.h. im Hinblick auf alle möglichen Transportmittel, reduziert wird. Dies, in dem Massnahmen durchgeführt werden, die sich direkt auf die Nachfrage auswirken bzw. auch einen wirtschaftlichen Rückgang bewirken. Die Haltung der Auftraggeber der Bauwerke ist jedoch, dass sie lediglich auf eine Nachfrage reagieren und dass die Güter schliesslich irgendwie transportiert werden müssen. Im Suse-Tal sind sowohl die Bevölkerung als auch die Volksvertreter massiv gegen das Projekt Lyon-Turin. Das Susa-Tal ist ein sehr enges Tal und bereits durch zahlreiche französische Infrastrukturnetze belastet (Autobahntunnel Fréjus, Pass von Mont Cenis und Montgenèvre, historische Bahnlinie). Das Susa-Tal fordert die Einführung eines LKW-Kontingents, Verzicht auf die Verdoppelung des Strassentunnels sowie eine bessere Nutzung des vorhandenen Schienennetzes. Die Kapazität des bestehenden Schienennetzes wurde von Experten auf maximal 20 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt (also wesentlich über den 6 Millionen Tonnen die zurzeit über die Linie transportiert werden. Zurzeit werden allerdings Arbeiten im Tunnel durchgeführt).

Neue Infrastruktureinrichtungen und Modalverkehr

Das Projekt des Bahntunnels durch den Montgenèvre wird von Jacques Demoulin vom Verein Aboutir vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Lücke im Europäischen Schienennetz zwischen Briançon/F und Oulx/It. Die Verbindung würde vielen italienischen Besuchern einen Zugang per Bahn in die Region verschaffen und die bestehende Anbindung von Südfrankreich und Paris kommen wesentlich verbessern. Weiterhin könnten jährlich 3 Millionen Tonnen Güterverkehr in die sich stark entwickelnde Ost-West-Verbindung aufgenommen werden. Das prioritäre Ziel dieser Verbindung besteht in der Reduzierung des Verkehrs am Pass von Montgenèvre (1.900 m Höhe). 2 Projekte existieren: das kostengünstigere, in der freien Landschaft, nutzt das Clarée-Tal und ist mit starken Höhenunterschieden konfrontiert, das andere Projekt mit einem Basistunnel (in 1.200 m Höhe) bildet die teuere Lösung (1,5 Millionen Euros), ist jedoch im Vergleich mit dem Lyon-Turin-Projekt wesentlich bescheidener. Das Projekt Montgenèvre wird von der Region PACA unterstützt, der Hafen von Marseille begrüsst eine Schienenverbindung zwischen Marseille und Turin, da hierdurch der überlastete Knotenpunkt Lyon umgangen werden kann. Allerdings muss diese Entscheidung schnell getroffen werden, da die Konkurrenz der Strasse auch im Zusammenhang mit dem A 51 Projekt offenkundig zunimmt.

Der Österreicher Markus Lobis hat über die Situation in Südtirol in Bezug auf den Bau des Brenner-Basistunnels, das von einem Konsortium von Baufirmen vorangetrieben wird, berichtet. (Brennerbasistunnel-Projekt pdf 1,5 MB). Mit den Beeinträchtigungen, die bereits im Zuge der Vorarbeiten aufgetreten sind, beginnt die lokale Bevölkerung sich gegen dieses Grossprojekt auszusprechen. Der neue Basistunnel wird parallel zur bestehenden Strecke verlaufen, die heute noch nicht voll ausgeschöpft ist. Das Problem liegt vor allem darin, dass ohne eine engagierte Verkehrspolitik eine Verkehrsverlagerung nicht eintreten wird. Soll die Lokalbevölkerung die Beeinträchtigungen einer 30 Jahre andauernden Baustelle in Kauf nehmen, obwohl die erwarteten Ziele vielleicht gar nicht eintreffen?

Jean–Jacques Couasnon, Präsident von Aboutir hat ein kurzes Referat zur Schiffahrt auf der Rhone gehalten, die sich exponentiell entwickelt. Weiterhin hat er über den Hafen von Marseille berichtet, der ebenfalls ein hohes Potential besitzt.

Kostenwahrheit

Über das Thema der Kostenwahrheit wurde intensiv gesprochen. Die Arbeit von Umweltorgansiationen in Frankreich für eine Öko-Abgabe - eine engagierte und ambitionierte Umsetzung der Eurovignette-Richtlinie - wurde vorgestellt. Sie soll das gesamte Strassennetz betreffen und in Höhe von zwei Dritteln den alternativen Transportmitteln zugute kommen. Das Beispiel der Schweizer Schwerverkehrsabgabe wurde vorgestellt. Die Einführung dieser Abgabe war in der Schweiz verbunden mit einer Erhöhung des autorisierten LKW-Höchstgewicht. Die positiven Auswirkungen wurden hierdurch « verwischt ». So hat zwar seit der Einführung der Schwerlastverkehrsabgabe im Jahr 2001 die Anzahl der LKWs auf den Schweizer Strassen abgenommen, insgesamt ist jedoch der Güterverkehr (in Tonnen) auf der Strasse gestiegen und die Verlagerung auf die Schiene war nicht sehr signifikant. Die Einführung einer Schwerlastverkehrsabgabe kann sich somit nur im Zusammenhang mit einer Palette begleitender Massnahmen zur Stützung der Verkehrsverlagerung wirklich positiv auswirken. Weiterhin wurde die europäische Direktive zur Eurovignette angesprochen. Die Berechnung der externen Kosten soll bis Juni 2008 der Europäischen Kommission vorgestellt werden. Zur Zeit bestehen starke Kräfte die Kosten hierbei möglichst niedrig einzuschätzen. Es ist deshalb unbedingt notwendig, dass europäische Verkehr- und Umwelt-Organisationen sich bei bestimmten Schlüsselmomenten einbringen, um eine bessere Einschätzung dieser externen Kosten zu erreichen.


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea delle Trasport - Europäische Verkehrsinitiative

Bei Fragen oder Unklarheiten im Zusammenhang mit dieser Website wenden Sie sich bitte an support@ite-euro.com