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ITEnews Oktober 2007

Agenda

23. Oktober 2007: Die „Allianz pro Schiene“ organisiert in Berlin eine Konferenz zur Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene. Die Teilnahme des deutschen Verkehrsministers Tiefensee wurde bereits bestätigt. Kontakt: info@allianz-pro-schiene.de

Weitere Veranstaltungshinweise:

Liebe LeserInnen von ITENews, wenn Sie die anderen Leser auf wichtige Veranstaltungen aufmerksam machen wollen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail, damit wir die Infos in unseren Newsletter integrieren können.

Internes

Aktionstag ITE (um den 12. November 2007)

Das Thema des diesjährigen ITE-Aktionstages ist der Klimawandel und die wichtige Rolle, die der Verkehr bei der Emission von Treibhausgasen spielt. Ziel ist es, die Stärke unseres Netzwerkes zu zeigen und an unsere Forderungen für eine andere Verkehrspolitik in Europa zu erinnern. Deshalb bitten wir euch diesen Herbst in eurer Region eine von euch ausgewählte Aktion zu diesem Thema durchzuführen.

Diskussionsabend am 9. November in Perrigny/F

Im Rahmen des ITE-Aktionstages wird der äusserst aktive Verein aus dem Vallière-Tal im französischen Jura am Freitag, 9. November einen Diskussionsabend durchführen.

Die Redner, beispielsweise der Präsident des Nationalen Strassentransport-Verbandes sowie der Verantwortliche des Arbeitskreises „Nachhaltiger Transport und Mobilität“ von France Nature Environnement, versprechen eine spannende Diskussion.

Und Sie?

Haben Sie ebenfalls etwas zum ITE-Aktionstag geplant (Öffentliche Bewusstseinsbildung, Vorträge, Treffen mit Parlamentariern, Demonstrationen usw.)? Nehmen Sie ruhig vorher mit uns Kontakt auf um zusätzliche Informationen zu erhalten. Im Voraus danken wir allen Mitstreitern.

Nachrichten

Schweiz

Keinen Respekt vor dem Volksentscheid

Im Rahmen der Diskussionen zum „Güterverkehrsverlagerungsgesetz“ hat der Ständerat beschlossen die Verlagerung auf die Schiene vom Jahr 2009 auf das Jahr 2019 zu verschieben. Die Alpen-Initiative ist enttäuscht, dass der Volkswille nicht respektiert wird und der Ständerat kein Interesse an der Verlagerung der Güter auf die Schiene zeigt. Anstatt dem vorliegenden Volksentscheid zu folgen werden z.B. der Einführung einer Alpen-Transitbörse Hindernisse in den Weg gelegt. Dies ist umso schlimmer, da der Bericht über die Entwicklung des alpenquerenden Güterverkehrs im ersten Habjahr 2007 den Bedenken der Alpen-Initiative entspricht: Wenn keine zusätzlichen Massnahmen ergriffen werden, wird sich der alpenquerende Güterverkehr wieder verstärken. Die Güterverkehrsverlagerungs-Vorlage geht nun in den Nationalrat. Infos: http://www.alpeninitiative.ch/d/Infos-i-Inhalt.asp?ID=290&fromAktuell=true

Frankreich

Transitstrecke durch die Pyrenäen: Béarn leistet Widerstand

Nach dem Baskenland, das bereits seit langer Zeit gegen das Projekt eines LKW-Korridors zwischen Frankreich und Spanien protestiert, mobilisiert sich nun die Béarn-Region. Die Vertreter des Strassenbauprojektes hatten im Juli dieses Jahres einen Vermittler nach Salie-de-Béarn geschickt, der bei der Bevölkerung für das Projekt werben sollte. Die Sprechstunde verwandelte sich in eine öffentliche Veranstaltung der Projektgegner mit dem Ergebnis, dass die örtliche Bevölkerung nunmehr ein Vereinskollektiv „Collectif d’information sur la transnavarraise“ gründen will. Mehr Infos unter: http://leialde.com

Schliessung der Güterbahnhöfe für Einzelwaggons

262 Bahnhöfe der SNCF zur Be- und Entladung von Einzelwaggons sollen am 30. November geschlossen werden. Die SNCF konzentriert sich aus Gründen der Rentabilität lieber auf Massentransporte (Komplettzüge mit einem Auftraggeber). Zahlreiche Transporte werden damit wieder auf die Strasse verlagert. Die Vereine und Gewerkschaften haben heftig reagiert und eine Aussetzung dieser Entscheidung gefordert.

LKW-Steuer als elsässisches Experiment

18 Monate nach der Abstimmung zu einer experimentellen LKW-Steuer im Elsass ist nun endlich der Anwendungserlass veröffentlicht worden. Er sieht die Anwendung des Gesetzes jedoch lediglich für 2009 vor; wieder einmal ein zusätzliches Geschenk an die Strassen-Lobby.

Grenelle de l’environnement(Umweltdebatte): Die Vorschläge sind ausformuliert

Arbeitsgruppen haben in den letzten drei Monaten eine Liste von Vorschlägen erarbeitet und am 27. September ihre Berichte abgegeben. Für den Güterverkehr wurde die Einführung einer LKW-Abgabe und die Entwicklung des Schienenverkehrs vorgeschlagen. Alle Berichte sind abrufbar unter:

http://www.legrenelle-environnement.fr/grenelle-environnement/spip.php?article171

Nunmehr ist die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung eröffnet. In den Regionen sollen Veranstaltungen stattfinden, die Bevölkerung konnte sich bis zum 12. Oktober über das Internet beteiligen:

http://www.legrenelle-environnement.fr/grenelle-environnement/spip.php?rubrique4

Die Zusammenfassung der Öffentlichkeitsdebatte soll als Anhang den einzelnen Arbeitsgruppen-Berichten hinzugefügt werden. Das Gesamtpaket wird vom 25. bis 30. Oktober an einem Runden Tisch vorgestellt und die Regierung aufgefordert entsprechende Massnahmen durchzuführen.

Europa

Bilanz der deutschen Präsidentschaft

Positive Bilanz trotz einiger Mängel. Es gab Fortschritte, wie beispielsweise den europäischen Führerschein für Lokführer, die Öffnung des Schienennetzes für den Personentransport sowie die Verbraucherrechte. Aber hinsichtlich der Energiestrategie wurde der Klimawandel im Verkehrssektor nicht berücksichtigt. Mehr Infos: http://www.presseportal.de/pm/25257/1008995/allianz_pro_schiene

Polen unterbricht die Arbeiten im Rospuda-Tal

Unter dem Druck der Europäischen Kommission hat Polen die Arbeiten zum Bau einer Autobahn durch das Rospuda-Tal vorübergehend unterbrochen. Ende Juli hat die Kommission den Europäischen Gerichtshof gebeten, Massnahmen zu ergreifen, damit Polen keine weiteren Arbeiten innerhalb des betroffenen Natura 2000-Gebietes durchführt. Die Arbeiten ausserhalb des Gebietes werden jedoch weiterhin fortgesetzt.

http://www.umweltdachverband.at/eu-umweltbuero/eunews/und

http://www.actu-environnement.com/ae/news/autoroute_pologne_justice_europe_natura2000_3158.php4

Lyon-Turin: Europäische Finanzierung der grenzüberschreitenden Strecke

30% des Grenzüberschreitenden Streckenabschnitts Lyon-Turin, zwischen Bussoleno/I und Saint-Jean-de-Maurienne/F wird durch die EU finanziert werden. Italien und Frankreich haben am 18. Juli 2007 einen gemeinsamen Antrag für die Jahre 2007 bis 2013 eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss ist für Ende 2007 vorgesehen. Was den französischen Abschnitt bis Lyon betrifft, wurde seitens Frankreichs kein Zuschuss angefordert. Diese Entscheidung ist überraschend und bleibt weiterhin ohne Erklärungen.

60t: Entscheidung des Parlaments

Anfang Juli hat das europäische Parlament über den Bericht Barsi-Pataky abgestimmt. Überdimensionierte LKWs sollten auf allen europäischen Strassen erlaubt werden. Dies würde dazu führen, dass der Schienen- sowie der Schifffahrtsverkehr verlagert wird… nämlich auf die Strasse! NGOs haben schnell reagiert und zahlreiche Briefe an die Europa-Abgeordneten versandt. Diese Aktion war entscheidend dafür, dass sich viele Abgeordnete gegen diese Erlaubnis aussprachen. Anfang September hat das europäische Parlament den Bericht von Ayala Senders verabschiedet. Dieser unterstellt die Möglichkeit einer Zulassung von 60 Tonnen-LKWs durch die Kommission an äusserst strenge Bedingungen, und kommt so einer Quasi-Ablehnung gleich. Am 10. Oktober kam dann ein klares Nein aus Deutschland; die Verkehrsminister der Länder lehnen eine Zulassung der 60 Tonnen-LKWs ab. Ein klares Signal für ganz Europa gegen die „Monstertrucks“! Die Frage der 60 Tonnen-LKWs ist im Moment in der Anhörungsphase, aber der Druck der Vereine muss erhalten bleiben um zu verhindern, dass die Kommission eine Direktive vorschlägt, die diese riesigen Ungeheuer auf unseren Strassen erlaubt.

Sorgen um die Rollende Autobahn

Nachdem einer verspäteten Inbetriebnahme ging die rollende Autobahn Bettembourg/L et Perpignan/F am 10. September mit 40 LKWs/Tag in Betrieb. Der Verwendung des Modalohr-Systems erlaubt eine schnelle Verladung von LKWs bis zu 4 m. Quelle: Républicain Lorrain

Bericht der AEE zu den Transportsubventionen

Die europäische Umweltagentur (AEE) hat einen Bericht veröffentlicht, der die verschiedenen Subventionen, aufgeteilt nach den einzelnen Transportmitteln in Europa, zeigt: Die Schifffahrt erhält demnach zwischen 14 und 30 Milliarden Euro, der Schienenverkehr 73 Milliarden Euro und der Strassenverkehr gar
125 Milliarden Euro an jährlicher Unterstützung. Der Lufttransport wird in der Höhe von 27 bis 35 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert.

Mehr Infos (auf englisch) unter: http://reports.eea.europa.eu/technical_report_2007_3/en

In Kürze

  • La faim, la bagnole, le blé et nous“ (Fayard) von Fabrice Nicolino (Journalist):

Die Wahrheit zu Agro-Treibstoffen. Die extreme Ausweitung von „Bio Fuels“ ist, dem Autor nach zu urteilen, eine globale Tragödie. Ein Viertel des amerikanischen Maises dient heute bereits dazu Öl für die Automobilindustrie herzustellen: http://www.liberterre.fr/actualiterres/nicolino.html


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea dei trasporti - Europäische Verkehrsinitiative