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ITE Newsletter/Fax 2001

 

ITE-FAX Nr. 55 Oktober / November 2001

Initiative Transport Europe (ITE)

Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr

Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; E-mail: info@ite-euro.com

www.ite-euro.com

Agenda

München, Sa. 6. April 2002: 9. Int. ITE-Transittagung "Zukunftsfähige Mobilität im Alpenraum"

Infos: Richard Mergner, Bund Naturschutz, r.mergner@lfg.bund-naturschutz.de, Tel. 0049 (0)911 818 78 25

In eigener Sache

Neue ITE-Homepage

Alle Infos zu ITE sind ab sofort unter www.ite-euro.com zu finden. Sprachen: deutsch, französisch; italienisch und englisch werden demnächst geladen. Die neue E-mail-Adresse lautet: info@ite-euro.com. Reinschauen lohnt sich!

Frankreich / Deutschland / Schweiz / Österreich: ITE-Aktionstag 5./ 6. Oktober 2001

"NEIN zur Verdoppelung des Verkehrs; KEINE Rückkehr der LKW am Mont Blanc – FÜR weniger LKW alpenweit". Bilanz: Gute Beteiligung, neben der Grossveranstaltung mit ca. 1000 TeilnehmerInnen an der Fréjus-Autobahn südlich des Mont-Blanc gab es ein Dutzend Solidaritätsaktionen in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Medienreaktionen waren sehr gut.

Infos: Übersicht und Pressespiegel können beim ITE-Sekretariat kostenlos angefordert werden

EU: ITE-Ausstellung beim informellen Rat in Brüssel

ITE war beim informellen Rat der EU-Verkehrs- und Umweltminister am 14.-16. September 2001 präsent. Partner waren Transport & Environment (T&E), das Bündnis LSVA für Europa und der Schweizerische Dienst für Gesamtverkehrsfragen.

Infos: Die acht Poster (englisch) zu den Themen leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und Alpenverkehr können kostenlos beim ITE-Sekretariat ausgeliehen oder als pdf angefordert werden

Frankreich: Projekt LSVA

Die Alpen-Initiative, Réagir und FNAUT lancieren in Frankreich eine Informationskampagne zur leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA).

Infos: können beim ITE-Sekretariat kostenlos angefordert werden

Nachrichten

24. Oktober: Tragischer Unfall im Gotthardtunnel fordert mindestens 11 Tote

Nach dem Zusammenstoß zweier LKW, der zu einem Tunnelbrand und dem Einstürzen von Teilen der Tunneldecke führte, wird der Schweizer Gotthardtunnel für längere Zeit gesperrt. Das zu immer mehr Verkehrswachstum auf der Strasse führende Verkehrssystem hat wieder einen tragischen Tribut gefordert. Unser Beileid gilt allen Opfern und ihren Familien, Freundinnen und Freunden. Wir werden uns nach diesem Unfall noch mehr als bisher für eine verkehrspolitische Wende einsetzen.

Infos:beim ITE-Sekretariat

Frankreich – Italien: Wiedereröffnung Mont Blanc Tunnel für 15. Dezember angekündigt

Ohne die Sicherheitsanalysen des Unfalls im Gotthardstrassentunnel abzuwarten, haben der französische und italienische Verkehrsminister nur 2 Tage nach dem tödlichen Tunnelbrand in der Schweiz die Wiedereröffnung des Mont-Blanc-Tunnels für LKW angekündigt.

Infos: Renate Zauner, 0033-6-09 64 78 91 oder 0041-79-740 89 14, ugatza@gmx.net

Österreich: Maut auf Autobahnen und Rollende Landstrassen geplant

Die österreichische Verkehrsministerin Forstinger will ab 2003 jeden dritten Transit-Lkw per Bahn transportieren. Dazu soll eine zusätzliche Rollende Landstrasse (RoLa) in Betrieb genommen werden und Mitte 2003 eine Lkw-Maut eingeführt werden. Für Höhe der Kilometerpauschale und Art der elektronischen Erhebung wird noch auf Signale aus Deutschland gewartet. Der aktuelle ITE-Tipp: nicht warten und reden, handeln und vor allem das Verkehrswachstum stoppen, denn sonst sind die verbleibenden 2/3 Strasse 2003 nicht weniger LKW als heute!

Quelle: Der Standard 06.08.2001, Infos: beim ITE- Sekretariat

Deutschland: Ausbau der Autobahn A 7 in Richtung Österreich

Die letzten Lücken der Autobahn A 7 in Richtung Alpen sollen geschlossen werden. Tirol, und speziell das Ausserfern, befürchten eine weitere Transit-Lawine. Eine Klage des Bund Naturschutz ist vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgewiesen worden.

Infos: Bund Naturschutz, Richard Mergner, r.mergner@lfg.bund-naturschutz.de,

Frankreich: Intensive Bürgerbeteiligung zum Alpenverkehr gefordert

Unter der Führung von France Nature Environnement (FNE) fordert eine Koalition von 40 französischen Verkehrs- und Umweltorganisationen eine intensive Bürgerbeteiligung ("débat public") bei den politischen Entscheidungen über den Alpenverkehr. ITE unterstützt diese Forderungen.

Infos: France Nature Environnement, transport@fne.asso.fr, www.fne.asso.fr

EU: Weissbuch Verkehr endlich erschienen

Am 12. September ist das lange erwartete EU-Weissbuch Verkehr erschienen. Es beinhaltet die Stossrichtung der EU-Verkehrspolitik bis 2010. Die in den politische Zielen enthaltenen Forderungen finden sich in den konkreten Maßnahmen aber nur zum Teil wieder, eine Abkehr vom Verkehrwachstumssystem ist nicht auf der Tagesordnung. Die Förderung des Gütertransports per Bahn und Schiff sowie die europaweite Einführung von kilometerabhängigen Schwerverkehrsabgaben auf allen Strassen werden immerhin angestrebt. Ob sie umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Die EU-Mitgliedsstaaten sind gefragt!

Infos: können beim ITE-Sekretariat kostenlos angefordert werden

 

 

Bitte schickt Eure Meldungen für das nächste Fax bis 15. November an:

Alpen-Initiative, Redaktion ITE-Fax, Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Fax: 0041 – 41 – 870 97 88 / e-mail: info@ite-euro.com Besten Dank!

 


Mont Blanc – Brenner – Aspetal
3 Länder – 2 Massive – 1 Kampf

September - Oktober 2001


 

Stand der Dinge

Internationale Vernetzung

·        Die französische Umweltschutzorganisation ARSMB (Verein zum Schutz des Mont Blanc) besuchte im Rahmen einer internationalen Tournee zur Vorstellung des Kampfes gegen die Rückkehr der LKW am Mont Blanc befreundete Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und leistete so einen wichtigen Beitrag zur alpenweiten Vernetzung.

·        Am 6. Oktober fand in den Alpen, Vogesen und Pyrenäen ein internationaler Aktionstag gegen  die Verdoppelung des Güterverkehrs statt. Am Hauptereignis der insgesamt 12 Veranstaltungen in vier Ländern nahmen 1000 Menschen aus ganz Europe teil. Sie blockierten als Solidaritätserklärung mit der Transitbevölkerung in ganz Europa während 2 Stunden die Autobahn im französischen Mauriennetal .

 

Brenner

·        Das Plenum des EU-Parlaments hat (im Gegensatz zum Verkehrsausschuss) dem Vorschlag der EU-Kommission zur Streichung der Obergrenze für Transitfahrten durch Österreich zugestimmt. Gleichzeitig wurde in der beschlossenen Resolution eine Obergrenze für die Transitfahrten eingefordert. Die Entscheidung ist rechtlich umstritten.

 

Mont-Blanc - Maurienne

·        Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot hat die Wiedereröffnung des Mont Blanc Tunnel für Ende Jahr angekündigt.

·        Die Generalsekretärin der französischen Grünen und ehemalige Umweltministerin Dominique Voynet hat sich gegen die Rückkehr der LKW am Mont-Blanc ausgesprochen.

·        Umweltorganisationen und regionale Politik fordern eine umfassende Diskussion des alpenquerenden Verkehrs auf nationaler und internationaler Ebene vor der Wiedereröffnung des Tunnels.

 

Aspetal

·        Die Eröffnung des Somport-Tunnels ist für Ende des Jahres angekündigt.

 

Termine

 

24./25. Oktober    Runder Tisch und Debatte zur Wiedereröffnung des Mont Blanc Tunnels im Europäischen Parlament

;              Infos: Renate Zauner, ITE, T : 0033-6-09 64 78 91, mail : ugatza@gmx.net

 

Was ihr tun könnt

  • Einzelpersonen :

        - Protestkarte an Premierminister Jospin senden  : Bestellung: info@arsmb.com

        - Petition gegen die Rückkehr der LKW unterschreiben

            150'000 haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt die Petitionen unter www.arsmb.com herunterladen

  • Organisationen :

        - Unterstützt das Manifest Mont Blanc-Maurienne-Aspetal

Mehr als 100 Organisationen aus allen Alpenländern haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt das Manifest auf www.alpeninitiative.ch herunterladen.

 

 

 

Informationen – Kontakte -Unterlagen

Homepages  : Transitverkehr : www.initiative-des-alpes.ch , www.bellerive.ch , Mont Blanc : www.chamonix.org/arsmb Aostatal www.retealternative.org , Maurienne  : www.reagir.asso.fr , Aspetal  : www.somport.org

Kontakte Internationale Koordination: Renate Zauner, Greenpeace France/ITE, +33-6-09 64 78 91, ugatza@gmx.net , Schweiz  :            Jan Gürke, Alpeninitiative, +41-41-870 97 85, jan.guerke@alpeninitiative.ch , Österreich   : Gerhard Stürzlinger, Initiative für ein lebenswertes Wipptal, +43-5273-6143, Mont Blanc/Frankreich: Georges Unia, ARSMB: +33-6-62 68 40 30, info @ arsmb.com Mont Blanc/Italien : Eligio Milano, Stop ai TIR +39-0165-84 42 66, Maurienne  : Eric Lanoe, Réagir +33-6-62 57 02 48, eric.lanoe@wanadoo.fr , Aspetal : Collectif Alternatives Somport, +33-5-59 39 90 13

Dokumente (von www.alpenitiative.ch herunterladen oder bei ugatza@gmx.net bestellen)

1.      Verkehr durch die Alpen und Pyrenäen – einige Zahlen und Fakten,

2.      Alternativen zum Transitverkehr am Mont Blanc

 

ITE-FAX Nr. 54 Juli / August 2001

Initiative Transport Europe (ITE)

Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr

Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; e-mail: alpite@rhone.ch

www.ite-euro.com/ITE

Agenda

11. August 2001: Feuer in den Alpen

Lichterkette aus Widerstandsfeuern im ganzen Alpenbogen. Alle AktivistInnen sind aufgerufen, in ihren Regionen selbst Mahnfeuer gegen die Umweltzerstörung in den Alpen zu entzünden.

Infos beim ITE-Sekretariat oder bei CIPRA Schweiz, Reto Solèr, cipra@mountainwilderness.ch

22. September 2001: Aktion Autofreier Tag in Europa

Der Verein Mobil ohne Auto MoA ruft alle interessierten Organisationen und Personen auf, die Autofreien Tage zu unterstützen und Aktionen anzumelden.

Infos: MoA, UMKEHR e.V., info@umkehr.de, http://mobilohneauto.de

6. Oktober 2001: ITE-Aktionstag:

NEIN zur Verdoppelung des Verkehrs

KEINE Rückkehr der LKW am Mont Blanc – FÜR weniger LKW alpenweit

Keine Rückkehr der Lkw an den Mont Blanc! - ein Kampf mit Zündstoff und Vorbildcharakter. Internationaler Aktionstag für einen umweltverträglichen Güterverkehr in den Alpen, Pyrenäen und Vogesen. Solidaritäts-Grossaktion im französischen Mauriennetal. Mitmachen!

Infos beim ITE-Sekretariat

21./22. November 2001: Schweizerische Tagung zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene

Schwerpunkte: Partnerschaften zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft, lokales wirtschaftliches Handeln mit globaler Verantwortung, Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Agenda 21

Infos: Schweizerische Gesellschaft für Umweltschutz, info@sgu.org

Nachrichten

 

Deutschland: Verkehrslawine im Ost-West-Verkehr auf die Schiene bringen.

Im Ost-West-Verkehr zwischen Bayern und Tschechien fordert der Bund Naturschutz die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Vor dem vorgesehenen Bau neuer Autobahnen müssen die beiden bestehenden nicht elektrifizierten Schienenstrecken endlich modernisiert und ausgebaut werden. Im Rahmen der EU-Osterweiterung muß die Schiene auch bei der Überarbeitung der TEN- und TINA-Netze Vorrang haben.

Infos: Bund Naturschutz, Richard Mergner, richard.mergner@bund.net

Deutschland: BUND fordert Verbesserungen an Gesetzentwurf zur LSVA

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hat einen ersten Entwurf zur Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe mit dem Titel "Autobahnmautgebührengesetz für schwere Nutzfahrzeuge (ABMGG)" vorgelegt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die Beschränkung auf Autobahnen, die Abgabengrenze ab 12 t sowie die fehlende Begründung des Gesetzentwurfs mit dem Ziel Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene.

Infos: BN, Richard Mergner, richard.mergner@bund.net oder BUND, Tilman Heuser, tilmann.heuser@bund.net .

EU / Österreich: EU-Weissbuchs verzögert, 108%-Ökopunkteklausel erhalten, wie weiter in Österreich?

Die Veröffentlichung des EU-Weissbuchs verzögert sich bis mindestens September. Der EP-Verkehrsausschuß hat derweil dem Plan der EU-Kommission, die wichtige 108%-Klausel aus dem Transitvertrag zu streichen, eine Abfuhr erteilt. Zudem hat der juristische Dienst des Europaparlaments deutliche vertragsrechtliche Zweifel am Kommissionsvorschlag geäußert. Was in Österreich nach dem Auslaufen des Transitvertrages Ende 2003 passiert ist weiterhin unklar. Wenn die EU-Richtlinien für eine EU-weite Lkw-Maut verspätet in Kraft treten, droht ein mehrjähriger vertragsloser Zustand. In dieser Zeit könnten Lkw ungehindert über die Alpen rollen.

Infos: ITE, Renate Zauner, ugatza@gmx.net

Österreich: Lkw-Unfall im Tauern-Tunnel

Am 10. Juli hat sich im Tauerntunnel ein Lkw-Unfall ereignet. Dies zeigt einmal mehr, daß die Verlagerung auf die Bahn prioritär gefördert werden muss und die Durchfahrtsbewilligungen für Lkw begrenzt werden müssen. Oder laut Zitat der ASFINAG: "Durch mehr Verkehr steigt auch die Gefahr einer Katastrophe" (Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Strassentunneln in Österreich, September 2000).

Infos: ITE, Renate Zauner, ugatza@gmx.net

Schweiz: Neueste Zahlen zum Transitverkehr / Rekordmenge im Jahr 2000

1.4 Millionen Camions durchquerten letztes Jahr die Schweizer Alpen, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schienenverkehr hat in der gleichen Zeitperiode um 12 Prozent zugelegt. Damit hat sich der Marktanteil der Bahn am alpenquerenden Güterverkehr um ein Prozent auf 70 Prozent erhöht. Dies zeigen die neusten Ergebnisse der Verkehrsbeobachtungen des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE). Zwischen 1999 und 2000 hat der alpenquerende Güterverkehr auf Strasse und Schiene zusammen um 10 Prozent zugenommen. Mit insgesamt rund 30 Millionen Tonnen Gütern wurde letztes Jahr eine Rekordmenge über die Schweizer Alpen transportiert: 9 Millionen Tonnen auf der Strasse und rund 21 Millionen Tonnen auf der Schiene.

Quelle: Alpen-Newsletter vom 8.7.2001. Bericht "Güterverkehr durch die Schweizer Alpen 2000 – Verkehrsobservatorium" zu bestellen unter www.edmz.ch;

Schweiz: Strengere Richtlinien für Gefahrguttransporte

Das schweizerische Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) setzt per Anfang August strengere Richtlinien für Gefahrguttransporte auf Strasse, Schiene und Wasser in Kraft. Die Richtlinien teilen die Risiken in drei Klassen ein: untragbar (Klasse 1), problematisch (Klasse 2) und tragbar (Klasse 3). Die neuen Richtlinien erwähnen als wirksamste Massnahme zur Risikominderung , die gefährlichen Güter dort zu produzieren, wo sie gebraucht werden und damit den Transport überflüssig zu machen. Des weiteren nehmen sie Bezug auf die Verwendung verstärkter Kesselwagen, alternative Routen zur Vermeidung von Strecken und Bahnhöfen mit viel Verkehr oder Tunnels, Geschwindigkeitsreduktionen, Beförderung von Transportgut in kleineren Einheiten.

Infos: Medienmeldung des BAV unter http://www.bav.admin.ch/d/mm/ar_detail_d.cfm?mm_index=368

Grossbritannien: Strassenmaut und Quersubventionierung in London geplant

Ken Livingstone, der Bürgermeister von London, plant eine Maut für Autofahrer ins Stadtzentrum. Ca. fünf Pfund soll die Gebühr für Pkw kosten und ab 1.1.03. gelten. Jährlich wird mit Nettoeinnahmen von insgesamt 200 Mio. Pfund und mit einer Verkehrsreduktion von 10-15% des Autoverkehrs gerechnet. Das Geld soll dem Busverkehr, aber auch dem Veloverkehr und den Fussgängern zugute kommen. Die Förderung des öffentlichen Verkehrs durch Gelder aus Road-Pricing stellt eine europäische Neuheit dar.

Infos: Stadtregierung London, www.london.gov.uk

Publikationen

Alpen-Initiative (2001): Wie sich Gemeinden gegen die Lastwagenflut wehren können. Ausführliche Anleitung und Massnahmen gegen Lkw-Transit in Ortschaften. Zu bestellen bei: Alpen-Initiative, Postfach 28, 6460 Altdorf 1, Tel. 041-870 97 81, Fax 041-870 97 88, info@alpeninitiative.ch

UVEK – Bundesamt für Raumentwicklung: "Alpenquerender Güterverkehr auf Strasse und Schiene 1999. Alpenübergänge der Schweiz"Bern, April 2001, Detaillierte Zahlen und Daten zu Art, Herkunft und Menge der Waren die 1999 die Schweizer Alpen querten. Bestellung: www.edmz.ch, SFr 11.-

Bitte schickt Eure Meldungen für das nächste Fax bis 15. August an:

Alpen-Initiative, Redaktion ITE-Fax, Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Fax: 0041 – 41 – 870 97 88 / e-mail: alpite@rhone.ch Besten Dank!

 

 

 


Mont Blanc – Brenner – Aspetal
3 Länder – 2 Massive – 1 Kampf

Juli-August 2001


 

Stand der Dinge

Brenner

  •   Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments hat den Vorschlag der EU-Kommission zur Streichung der Obergrenze für Transitfahrten durch Österreich klar abgelehnt. Die Kommission versucht nun durch Infragestellung der Transitzahlen einmal mehr einen Weg zur Umgehung der Transitabkommens zu finden .

Mont Blanc - Maurienne

  • Die Widerstandsfront gegen die Rückkehr der LKW wächst : neben 120 internationalen und nationalen Organisationen, 200'000 Einzelpersonen und bekannten Persönlichkeiten wie der Snowboardweltmeisterin Karine Ruby und Prinz Saddrudin Aga Khan haben sich auch die Vizepräsidentin des Schweizer Parlaments und zahlreiche andere Schweizer PolitikerInnen ganz klar gegen die Rückkehr der LKW ausgesprochen.

  • Am 19. August findet in den 3 Mont-Blanc Gemeinden eine Volksbefragung zur Rückkehr der LKW statt.

  • Nach einer unabhängigen Luftverschmutzungsstudie im Mauriennetal liegen erstmals vergleichbare Luftmessungen aus allen 3 Alpenländern vor, die klar die Sensibilät der Alpen aufzeigen.

Aspetal

  • Die Eröffnung des Somport-Tunnels ist für Ende des Jahres angekündigt

 

Termine


6. Oktober 2001 – Internationaler Aktionstag

 

NEIN zur Verdoppelung des Güterverkehrs bis 2010

 – FÜR einen LKW-freien Mont Blanc und weniger Transitverkehr

 

Internationale Mont-Blanc-Solidaridätsdemo im französischen Mauriennetal (der französische Brenner)

Demonstration in den Pyrenäen (Aspetal) und Vogesen

Aktionen in Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz…

 

Kommt in die Maurienne oder eine der Aktionen in Eurer Nähe!

Infos : Renate Zauner, T  :+33-6-21 98 98 94 , ugatza@gmx.net , Jan Guerke, ITE, T : +41-41-870 97 89, Jan.Guerke@alpeninitiative.ch

 


 

15./16. September     Informeller Rat der EU-Umwelt- und VerkehrsministerInnen

;              Infos: Jan Guerke, ITE, T : 0041-41-870 97 89, mail : Jan.Guerke@alpeninitiative.ch

 

 

Was ihr tun könnt

  • Einzelpersonen :

        - Protestkarte an Premierminister Jospin senden  : Bestellung: info@arsmb.com

        - Petition gegen die Rückkehr der LKW unterschreiben

            200'000 haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt die Petitionen unter www.arsmb.com herunterladen

  • Organisationen :

        - Unterstützt das Manifest Mont Blanc-Maurienne-Aspetal

            Mehr als 100 Organisationen aus allen Alpenländern haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt das Manifest auf www.alpeninitiative.ch herunterladen.

 

Informationen – Kontakte -Unterlagen

Homepages  : Transitverkehr : www.initiative-des-alpes.ch , www.cyberalps.com Mont Blanc : www.chamonix.org/arsmb Aostatal www.retealternative.org , Maurienne  : www.reagir.asso.fr , Aspetal  : www.somport.org

Kontakte Internationale Koordination: Renate Zauner, Greenpeace France/ITE, +33-6-21 98 98 94, ugatza@gmx.net , Schweiz p;              Jan Gürke, Alpeninitiative, +41-41-870 97 85, jan.guerke@alpeninitiative.ch , Österreich   : Gerhard Stürzlinger, Intiaitve für ein lebenswertes Wipptal, +43-5273-6143, Mont Blanc/Frankreich: Georges Unia, ARSMB: +33-6-62 68 40 30, info @ arsmb.com Mont Blanc/Italien : Eligio Milano, Stop ai TIR +39-0165-84 42 66, Maurienne  : Eric Lanoe, Réagir +33-6-62 57 02 48, eric.lanoe@wanadoo.fr , Aspetal : Collectif Alternatives Somport, +33-5-59 39 90 13

Documente (von www.alpenitiative.ch herunterladen oder bei ugatza@gmx.net bestellen)

1. Verkehr durch die Alpen und Pyrenäen – einige Zahlen und Fakten, 2.   Alternativen zum Transitverkehr am Mont Blanc

 

 

ITE-FAX Nr. 53 Juni / Juli 2001

Initiative Transport Europe (ITE)

Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr

Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; e-mail: alpite@rhone.ch

www.ite-euro.com/ITE

Agenda

27./28. Juni 2001: EU-Verkehrsministerrat

Thema: Weissbuch für eine überarbeitete Strategie für eine EU-Verkehrspolitik

Infos bei T&E, Stephanos Anastasiadis, info@t-e.nu

11. August 2001: Feuer in den Alpen

Lichterkette aus Widerstandsfeuern im ganzen Alpenbogen. Alle AktivistInnen sind aufgerufen, in ihren Regionen selbst Mahnfeuer gegen die Umweltzerstörung in den Alpen zu entzünden.

Infos beim ITE-Sekretariat oder bei CIPRA Schweiz, Reto Solèr, cipra@mountainwilderness.ch

22. September 2001: Aktion Autofreier Tag in Europa

Der Verein Mobil ohne Auto MoA ruft alle interessierten Organisationen und Personen auf, die Autofreien Tage zu unterstützen und Aktionen anzumelden.

Infos: MoA, UMKEHR e.V., info@umkehr.de, http://mobilohneauto.de

6. Oktober 2001: ITE-Aktionstag

Keine Rückkehr der Lkw an den Mont Blanc! - ein Kampf mit Zündstoff und Vorbildcharakter. Internationaler Aktionstag für einen umweltverträglichen Güterverkehr in den Alpen, Pyrenäen und Vogesen. Mitmachen!

Infos beim ITE-Sekretariat

Nachrichten

Schweiz: Start der Rollenden Autobahn Lötschberg-Simplon

Am 11. Juni ist die "Rollenden Landstrasse" zwischen Freiburg im Breisgau (D) und Novara (I) plangerecht in Betrieb gegangen. Damit wird ein Verlad von Lkw bis 4 m Höhe und 2,5 m Breite im Alpentransit möglich.

Infos beim ITE-Sekretariat oder unter www.bls.ch

Schweiz: Politischer Druck auf die Alpenkonvention

Im nächsten Jahr will der Schweizer Bundesrat die Protokolle der Alpenkonvention ratifizieren. Die Rahmenkonvention wurde von der Schweiz bereits vor zwei Jahren ratifiziert. Die bürgerlichen Parteien des Kantons Wallis machen Druck gegen die Ratifizierung, mit dem Ziel die Alpenkonvention zu Fall zu bringen.

Infos: Dominik Siegrist, CIPRA Schweiz, dominik.siegrist@alpenbuero.ch

Österreich: Strenge Strafen bei überladenen Lkw

Ist ein LKW mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen um 800 kg zu schwer, so heißt das in Tirol Anzeige und Abladen. Dies hat gute Gründe: 10 % Überlast führt zu 46 % höheren Schäden. Doppeltes Gewicht heisst 16-facher Schaden. Was für die Fuhrunternehmer wirtschaftlich ist, kostet die Steuerzahler einen hohen Preis.

Info: Dieter Kruk, Arbeitsgemeinschaft "Güter auf die Schiene" AGS, dieter.kruk@gmx.de

Österreich: Ökopunkte-Streit

Anfang des Jahres hat der Europäische Gerichtshof eine einstweilige Verfügung verhängt, nach der die Ökopunkte wegen der Mehrfahrten im Vorjahr heuer um 160.000 Transitfahrten gekürzt werden müssten. In Brüssel werden nun jedoch die österreichischen Zahlen bezweifelt, die letztlich zur Reduktion der Ökopunkte geführt haben. Die Reaktion der Umweltseite könnte eine Demonstration auf der Brennerautobahn im September sein...

Infos: Eva Lichtenberger, Grüne Österreich, Lichtenberger@magnet.at

Österreich: Schwindel mit Transitgenehmigungen

Lkw aus Drittstaaten, die Österreich mit Durchfahrtsbewilligungen der Europäischen Verkehrsministerkonfernez (CEMT) durchqueren, fahren oft mit ein und derselben Bewilligung mehrmals, vor allem über den Brenner. Umweltorganisationen und Grüne verlangen eine Streichung der wettbewerbsverzerrenden Kontingente..

Quelle: Der Standard, 6.6.01, Infos: Transitforum Austria-Tirol, Fritz Gurgiser, , transitforum@netway.at

Österreich: Infodienst Tauernautobahn

Der VCÖ-Salzburg bietet einen Infodienst rund um die Verkehrs-, Finanzierungs-, Sicherheits- und Umweltproblematik auf der Tauernautobahn. Der "Internet-Infodienst Tauernautobahn" ist unter http://www.vcoe.at/publikationen/suche.asp durch Eingabe des Stichworts "Tauernautobahn" zugänglich.

Infos: Verkehrsclub Österreich VCÖ Salzburg, Karl Regner, regner.karl@lion.cc

Deutschland: Lkw –Maut auf dem Vormarsch

Die Bundesregierung plant, laut Aussagen von Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), den Gesetzentwurf zur Lkw-Maut im Sommer dieses Jahres im Kabinett zu beschliessen.

Quelle: Alpen-Newsletter 13.5.01; Infos beim ITE-Sekretariat

EU: Bessere Arbeitsbedingungen für Lkw-Chauffeure angestrebt

Bei der Europäischen Verkehrsministerkonferenz CEMT in Lissabon hat der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger zu den Arbeitsbedingungen der Lastwagenchauffeure interveniert. Die Chauffeure hätten ein Recht auf die Einhaltung der sozialen Mindeststandards wie der 48-Stunden-Woche.

Quelle: Alpen-Newsletter 1.6.01

EU: EU-Verfahren gegen drei Staaten wegen geringerer Dieselsteuer

Speditionen in Frankreich, Italien und den Niederlanden, die im vergangenen Jahr die Steuern für Dieselkraftstoff stark gesenkt haben, um ihr Gütertransportgewerbe zu unterstützen. müssen damit rechnen, von ihren Staaten gewährte Nachlässe auf Mineralölerzeugnisse zurückzahlen zu müssen. Die EU-Kommission hat ein Prüfverfahren eingeleitet. Sie sieht in den Steuervergünstigungen einen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht.

Quelle: http//www.energate.de, 12.4.01; Infos: Heike Aghte, Bündnis LSVA für Europa, Heike.Aghte@t-online.de

Publikationen

Bundesamtes für Raumentwicklung ARE (2001): Wege durch die Alpen - Alpenquerender Güterverkehr auf Strasse und Schiene. Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Zu bestellen bei BBL/EDMZ, 3003 Bern (Artikel-Nr.: 812.003 d) oder online über www.edmz.ch T&E (2001): Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Güterverkehr . 10 Merkpunkt wie der Güterverkehr nachhaltiger wird. Kostenloses Faltblatt, zu bestellen unter info@t-e.nu oder www.t-e.nu T&E / France Nature Environnement (2001): Conference Proceedings: European Conference "Towards more sustainable freight transport" 5 December 2000, Paris. Tagungsbericht, Englisch und französisch erhältlich.

Zu bestellen unter info@t-e.nu oder www.t-e.nu

Verkehrsclub Österreich VCÖ (2001): Verkehr bedroht unser Trinkwasser. Kostenloses Faltblatt zu bestellen unter vcoe@vcoe.at oder www.vcoe.at

Bätzing, Werner (2001): Der neue Status der Alpen als Makroregion . Braucht es veränderte politische Strategien für das Herz Europas? Zeitungsartikel, Neue Zürcher Zeitung NZZ vom 7. Mai 2001.Zu finden unter http://archiv.nzz.ch/books/nzzmonat/0/$7BAAX$T.html.

 

 

Bitte schickt Eure Meldungen für das nächste Fax bis 15. Juli an:

Alpen-Initiative, Redaktion ITE-Fax, Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1

Fax: 0041 – 41 – 870 97 88 / e-mail: alpite@rhone.ch

 

 

 


Mont Blanc – Brenner – Aspetal
3 Länder – 2 Massive – 1 Kampf

Mai - Juni 2001


 

Stand der Dinge

Brenner

  • Der Ökopunktestreit spitzt sich aufs Neue zu:

§           die Kommission zweifelt die Zahlen Österreichs an, das Transitforum droht mit einer Brennerblockade.

§           im europäischen Parlament wird derzeit ein Bericht zum Thema ausgearbeitet

§           die Akteure erwarten mit Spannung des Weissbuch der Kommission, das Anfang Juli die Vorstellungen der Kommission für die Verkehrspolitik bis 2010 darlegen wird, also gezwungenermassen auch eine Ökopunkte-Folgelösung für die Zeit nach 2003 enthalten sollte

 

Mont Blanc  und Mauriennetal

  • Die Stellungnahme der Europäischen Kommission zur Petition gegen die Rückkehr der LKW steht immer noch aus.  Die diesbezügliche Anfrage des Europäischen Parlaments stammt aus dem Dezember 2000.

  • Die Wiedereröffnung des Mont Blanc Tunnels wurde auf Ende Jahr verschoben

  • Das Maurienne-Tal wartet vergeblich auf Entlastungsmassnahmen von seinen bis zu 7000 LKW täglich

 

Aspetal

  • Das Umweltministerium hat eine negative Stellungnahme für einen Teil der Transitstrasse erstellt.

  • Die Eisenbahngewerkschaften fordern die Wiedereröffnung der Eisenbahnlinie Pau-Canfranc.

 

Termine


Die Luftverschmutzung macht vor Grenzen nicht halt...

22. Juni           Unabhängig währt am Besten – Schweizer Experten messen in Frankreich:

;              11h Studienpräsentation, Pressekonferenz, Le Manège, Chambéry ; 20h30 Diskussionsabend, Salle des Chaudannes, St-Jean-de-Maurienne, Infos : Susanna Trucchia, Alp Action 0033-6-21 98 98 94

 

... und auch der Widerstand kennt keine (politischen) Grenzen

25. Juni           Die Alpen kommen nach Chamonix : Pressekonferenz mit PolitikerInnen und Umweltorganisationen aus Frankreich, Italien und der Schweiz und bekannten BergsteigerInnen

;              Infos: Renate Zauner, ITE/ Greenpeace Frankreich 0033-6-21 98 98 94, Georges Unia, ARSMB, 0033-6-62 68 40 30


 

Anfang Juli        Die europäische Kommission stellt ihr Weissbuch für die Verkehrspolitik bis 2010 vor

;              Infos : Renate Zauner, ITE/Greenpeace France 0033-6-21 98 98 94, mail : ugatza@gmx.net

27/28. Juni         Europäischer Verkehrsministerrat

;              Infos : Renate Zauner, ITE/Greenpeace France 0033-6-21 98 98 94, mail : ugatza@gmx.net

6. Oktober          ITE-Aktionstag

p;              Infos: Jan Guerke, ITE, T : 0041-41-870 97 89, mail : Jan.Guerke@alpeninitiative.ch

 

Was ihr tun könnt

  • Einzelpersonen :

        - Protestkarte an Premierminister Jospin senden  : Bestellung: info@arsmb.com

        - Petition gegen die Rückkehr der LKW unterschreiben

            150'000 haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt die Petitionen unter www.chamonix.org/arsmb herunterladen

  • Organisationen :

        - Unterstützt das Manifest Mont Blanc-Maurienne-Aspetal

            Mehr als 100 Organisationen aus allen Alpenländern haben bereits unterzeichnet. Ihr könnt das Manifest auf www.alpeninitiative.ch herunterladen.

 

Informationen – Kontakte -Unterlagen

Homepages  : Transitverkehr : www.initiative-des-alpes.ch , www.bellerive.ch , Mont Blanc : www.chamonix.org/arsmb Aostatal www.retealternative.org , Maurienne  : www.reagir.asso.fr , Aspetal  : www.somport.org

Kontakte Internationale Koordination: Renate Zauner, Greenpeace France/ITE, +33-6-21 98 98 94, ugatza@gmx.net , Schweiz p;              Jan Gürke, Alpeninitiative, +41-41-870 97 85, jan.guerke@alpeninitiative.ch , Österreich   : Gerhard Stürzlinger, Intiaitve für ein lebenswertes Wipptal, +43-5273-6143, Mont Blanc/Frankreich: Georges Unia, ARSMB: +33-6-62 68 40 30, info @ arsmb.com Mont Blanc/Italien : Eligio Milano, Stop ai TIR +39-0165-84 42 66, Maurienne  : Eric Lanoe, Réagir +33-6-62 57 02 48, eric.lanoe@wanadoo.fr , Aspetal : Collectif Alternatives Somport, +33-5-59 39 90 13

Documente (von www.alpenitiative.ch herunterladen oder bei ugatza@gmx.net bestellen)

1. Verkehr durch die Alpen und Pyrenäen – einige Zahlen und Fakten, 2.   Alternativen zum Transitverkehr am Mont Blanc

 

 

 

ITE-FAX Nr. 52 April/Mai 2001

Initiative Transport Europe (ITE)
Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr
Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1
Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; e-mail: alpite@rhone.ch
www.ite-euro.com/ITE

ITE-Fax ist ein monatlicher Rundbrief von und für (Transit)Verkehrsorganisationen mit den wichtigsten Ereignisse auf EU-Ebene und entlang der grossen Transitsstrecken. Er ist gratis und kann unter alpite@rhone.ch bestellt werden.

Agenda

28.-30. April 2001 : 13. Bundesweiter Umwelt- und Verkehrs-Kongress BUVKO
Infos: UMKEHR e.V., Karl Heinz Ludewig, info@umkehr.de

24.-27. Mai 2001 : Tagung GRENZERLEBNISSE
Umwelt- und Verkehrstagung am Brenner, der symbolischen Nord-Südbrücke im Alpenraum und berüchtigten LKW-Transitkorridor.
Infos: Initiative für ein lebenswertes Wipptal, Gerhard Stürzlinger, stuerzlinger.gerhard@aon.at

17. Juni 2001 / 22.September 2001 : Aktion Autofreier Tag in Europa
Der Verein Mobil ohne Auto MoA ruft alle interessierten Organisationen und Personen auf, die Autofreien Tage zu unterstützen und Aktionen anzumelden.
Infos: MoA, UMKEHR e.V., info@umkehr.de, http://mobilohneauto.de

Nachrichten

Schweiz: Staus beim Lkw-Transitverkehr – Nachtfahrverbot in Gefahr!
In den vergangenen Wochen ist es zu erheblichen Lkw-Staus auf der Gotthard-Achse gekommen. Ursache ist der zunehmende Transitverkehr, der die baulichen Kapazitäten der Zollstation in Chiasso übersteigt. Das Schweizerische Verkehrsdepartement hat entschieden, die Abfertigungszeiten für Lkw aus dem Tessin nach Italien über Ostern in den Abendstunden zu verlängern. Im Gegenzug dürfen italienische Lkw an Himmelfahrt, Pfingstmontag und 1. August schon nachts in die Schweiz einreisen. Die Alpen-Initiative verurteilt diese schleichende Aufweichung des Nachtfahrverbots aufs schärfste. Neben direkten Aktionen an den Ostertagen werden auch rechtliche Schritte gegen die Ausnahmebewilligungen vorbereitet.
Infos: Jan Gürke, Alpen-Initiative, jan.guerke@alpeninitiative.ch

Österreich: Arbeitsbedingungen und Unfallfolgen im Strassengüterverkehr
Eine Studie der Arbeiterkammer AK Österreich zeigt: 68 Prozent aller Unfälle sind mehr oder weniger Folge des enormen Drucks auf die Fahrer. Verantwortlich dafür sind meist die Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und zu grosser Zeitdruck. Ausserdem überschreitet mehr als die Hälfte der Lkws die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, und auch die Abstände zum Vordermann sind äusserst gering. Die AK fordert Strafen auch für Arbeitgeber, die Einführung eines "schriftlichen Fahrtauftrages" zur Erleichterung der Beweisführung, europaweit standardisierte wirksamer Kontrollen sowie Kostenwahrheit im Verkehr.
Quelle: Alpen-Newsletter 14.3.2001, Infos: AK Wien Presse, akpresse@akwien.or.at, http://www.akwien.at

Österreich: Bundeskanzler spricht sich für Querfinanzierung der Bahn durch die Strasse aus
Der österreichische Bundeskanzler Schüssel äusserte sich vor kurzem zur Verkehrspolitik nach dem Auslaufen des Transitvertrages: «In den verbleibenden zwei Jahren müssen wir ein neues Verkehrsregime schaffen, das dann geltendes Recht in der EU werden könnte. Wenn wir nichts tun, bleibt der Verkehr irgendwann stecken. Eine mögliche Massnahme wäre eine Abgabe auf den Gütertransport, von dem die Bahn einen Teil erhalten würde.»
Quelle: SonntagsBlick 11.03.200
Deutschland: Bundesregierung befasst sich mit LSVA
Die deutsche Bundesregierung prüft, ob bei der Einführung einer kilometerabhängigen Strassenbenutzungsgebühr auf Autobahnen für Lkw Belastungen für deutsche Transportunternehmen entstehen können. Dabei werde auch überlegt, ob "unterstützende Maßnahmen" zulässig und verkehrs-, umwelt- und finanzpolitisch vertretbar seien. Mit der Einführung einer solchen Gebühr für schwere Lkw will die Regierung nach eigenen Angaben eine Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen in der EU erreichen. Ob die »unterstützenden Massnahmen" nun zu gerechten Wettbewerbsbedingungen beitragen oder nicht – immerhin ist die deutsche Bundesregierung soweit, sich aktiv mit dem Thema LSVA zu beschäftigen.
Infos: Tilmann Heuser, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland BUND, tilmann.heuser@bund.net

Frankreich: Pyrenäentransit wieder per Bahn?
Lionel Jospin hat sich für eine Wiedereröffnung der Eisenbahnstrecke Pau-Canfranc in den Pyrenäen ausgesprochen. Die Strecke ist seit 1970 nur noch auf kleinen Teilabschnitten in Betrieb. Das frisch gebackene ITE-Mitglied Collectif Alternatives Somport kämpft seit Jahren für die Wiederbelebung der Strecke und freut sich über Jospins Zusicherung. Über den Zeitplan und die Finanzierung ist jedoch bisher nichts bekannt... Lippenbekenntnisse hoher Politiker helfen bekanntlich wenig gegen Lärm und Gestank an Transitstrassen – wir werden die Aktionen in den Pyrenäen ankündigen und rufen alle Interessierten zur aktiven Unterstützung auf!
Quelle: AFP-Meldung 6.Februar 2001; Infos: Collectif Alternatives Somport, somport@aol.com

Frankreich: Französische Regierung startet Enteignungsverfahren im Aspetal
Über 3000 Personen haben 1995 gemeinsam ein Grundstück im Aspetal erworben, um den Bau der Transitstrasse durch das Pyrenäental mit den letzten französischen Braunbären zu verhindern. Zu ihnen zählt auch die derzeitige Umweltministerin Dominique Voynet. Nichtsdestotrotz hat der französische Staat nun in Briefen an die GrundbesitzerInnen ein Enteignungsverfahren angekündigt. Das Collectif Alternatives Somport reagierte prompt und wird alles daran setzen, den Strassenbau– so wie bereits in den letzten 6 Jahren – auch weiterhin zu verhindern.
Infos: Collectif Alternatives Somport, somport@aol.com

EU: Bei den Fahrverboten bleibt alles beim alten
Am 5./6. April befassten sich die EU-Verkehrsminister mit der geplanten Richtlinie über die Fahrverbotsharmonisierung. Die Vorlage verlangte, dass unter dem Titel "europaweite Harmonisierung" die bestehenden Regelungen für Fahrverbote nach unten angeglichen werden sollten. Nachtfahrverbote wären faktisch unmöglich geworden, ausgedehnte Wochenendfahrverbote ebenfalls. Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich wehrten sich gegen die Vorlage – mit Erfolg. Damit liegt die Kompetenz für die Erlassung von Fahrverboten bis auf weiteres weiterhin bei den nationalen Regierungen.
Infos: Heike Aghte, Bündnis LSVA für Europa, Heike.Aghte@t-online.de


Publikationen

Hasslacher, Peter (2000): Die Alpenkonvention – eine Dokumentation. Fachbeiträge des Österreichischen Alpenvereins, Serie Alpine Raumordnung Nr. 17. Gut strukturierter Überblick, umfangreiches Literaturverzeichnis, sehr empfehlenswert!

FNAUT, CAF, les Amis de la Nature, l'ARSMB, CIPRA, ITE, MW et FNE (2001) : Transports internationaux : sortir de l'impasse. Analyse des Transitverkehrs in Berggebieten, der sozialen Kosten und der Umweltauswirkungen sowie Lösungsvorschläge (französisch). Für 100 FF + 25 FF Versand zu bestellen bei: Centre National de Documentation du Club Alpin Français 24, avenue de Laumière 75019 Paris, cnd2.caf@wanadoo.fr

Bitte schickt Eure Meldungen für das nächste Fax bis 15. Juni an:
Alpen-Initiative, Redaktion ITE-Fax, Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1
Fax: 0041 – 41 – 870 97 88 / e-mail: alpite@rhone.ch Besten Dank!

 

ITE-FAX Nr. 51 März 2001

Initiative Transport Europe (ITE)
Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr
Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1
Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; e-mail: alpite@rhone.ch
www.ite-euro.com/ITE

ITE-Fax ist ein monatlicher Rundbrief von und für (Transit)Verkehrsorganisationen. Er erscheint deutsch, französisch, italienisch und spanisch und berichtet über die wichtigsten Ereignisse auf EU-Ebene und entlang wichtiger Transitsstrecken. Er ist gratis, wird via E-mail oder Fax verteilt und kann unter alpite@rhone.ch bestellt werden.

Agenda

14./15. März 2001
: Tagung Sensible Regionen
Die österreichischen Bundesministerien für Umwelt und für Verkehr veranstalten in Eisenstadt/Burgenland eine Tagung über die zentrale Rolle der sensiblen Regionen.
Infos: BMU, renate.nagy@bmu.gv.at

Noch Plätze frei – Anmeldungen bitte sofort beim ITE-Sekretariat!
23.-25. März 2001: ITE-Transittagung 2001 »GEFAHR-en-TRANSPORT"

Die internationale Tagung und das wichtige Netzwerktreffen finden vom 23.-25. März 2001 in Locarno (Tessin/Schweiz) statt. Alle interessierten Organisationen und Einzelpersonen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Programme und Anmeldungen: beim ITE-Sekretariat www.alpeninitiative.ch , www.ite-euro.com

24.-27. Mai 2001: Tagung GRENZERLEBNISSE
Umwelt- und Verkehrstagung am Brenner, der symbolischen Nord-Südbrücke im Alpenraum und berüchtigten LKW-Transitkorridor.
Infos: Initiative für ein lebenswertes Wipptal, stuerzlinger.gerhard@aon.at

Nachrichten

Frankreich: Neue Eisenbahnwagen für den Kombiverkehr
Die französiche Firma Modalhor hat einen neuen Prototyp Eisenbahnwagen für den kombinierten Verkehr vorgestellt. Neu ist, dass der Wagen sehr niedrig gebaut ist und damit bei normierter Eckhöhe der Sattelschlepper auch niedrige Eisenbahntunnel wie zum Beispiel der Gotthard und Mt. Cenis befahren werden könnten. Ein technischer Schritt in Richtung. Ein technischer Schritt in Richtung Lkw-freie Alpentunnel, jetzt brauchen wir nur noch den politischen Wille dazu.
Infos: beim ITE-Sekretariat

Italien: alle Alpenkonventions-Protokolle unterzeichnet, Ratifizierung eingeleitet
Der für die Alpenkonvention zuständige italienische Vizeminister Calzoleio hat die Protokolle Energie und Tourismus unterzeichnet. Damit hat Italien alle Protokolle der Alpenkonvention unterzeichnet. Die Regierung hat als erstes Land dem Parlament alle unterzeichneten Protokolle zur Ratifizierung unterbreitet. Es wird für das Parlament nun eine Herausforderung sein, die Ratifizierung noch vor den Parlamentswahlen Anfang Mai über die Bühne zu bringen. Die internationalen Vertragsparteien der Alpenkonvention warten allerdings noch vergeblich auf eine Einladung zur ersten Sitzung des Ständigen Ausschusses der Alpenkonferenz unter italienischem Vorsitz. Der Umweltausschuss des österreichischen Nationalrates hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, die Ratifizierung und Inangriffnahme der rechtlichen und inhaltlichen Umsetzung noch 2001 anzugehen.
Infos: CIPRA International www.cipra.org; Peter Hasslacher, OeAV, peter.hasslacher@alpenverein.at

Italien / Schweiz: Rollende Landstrasse Lötschberg-Simplon
Am 11. Juni 2001 soll die «rollende Landstrasse» (Bahnverlad von Lkw im Alpentransitverkehr) auf der Lötschberg-Simplon-Achse endlich aufgenommen werden. Die italienische Eisenbahngesellschaft FS bestätigte diesen Termin, nachdem sich bei den Tunnelbauarbeiten auf der italienischen Seite Verzögerungen ergeben hatten.
Infos: beim ITE-Sekretariat

Schweiz: LSVA in Europa, Verkehrsverlagerung und Personenverkehr in der Schweiz
Bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz der Alpen-Initiative am 22.2.2001 in Bern zeigte der Gastreferent Stefanos Anastasiadis von Transport and Environment (T&E, Brüssel) den aktuellen Stand der Entwicklungen einer leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) in Europa auf. Fabio Pedrina, Nationalrat und Präsident der Alpen-Initiative fasste die Notwendigkeit tiefgreifenderer Massnahmen für die Verkehrsverlagerung in der Schweiz zusammen. Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative stellte das neue Projekt «Alpen-Express» für einen attraktiveren Personenzugverkehr am Gotthard vor.
Infos: beim ITE-Sekretariat; Pressemappe (deutsch und französisch) siehe www.alpeninitiative.ch

Schweiz: SBB Cargo mit Rekordverkehr
Mit 59,3 Millionen transportierten Tonnen und 10,4 Milliarden Tonnenkilometern erreichte SBB Cargo im Jahr 2000 neue Rekordwerte. Bei den Mengen nahm der Güterverkehr um 3,4 Prozent auf 59,3 Mio Tonnen und bei den Leistungen (Gewicht x Distanz) um 6,1 Prozent auf 10,4 Milliarden Tonnenkilometer zu. Damit wurde bei den Tonnenkilometern erstmals die Zehn-Milliarden-Grenze überschritten. Innerhalb von vier Jahren verzeichnete SBB Cargo bei den Tonnenkilometern einen Zuwachs von 28 Prozent. Das transportierte Volumen im Transitgüterverkehr stieg um knapp 10 Prozent. Die Grenzaufenthalte für den Regelverkehr sanken als Folge von Optimierungen im Durchschnitt um 20–25 Prozent
Quelle: Alpen-Newsletter 12.2. 2001, Infos: beim ITE-Sekretariat

EU / Österreich: Brenner-Ökopunkte
Ein aktueller Entscheid des Europäischen Gerichtshofs legt fest, dass die vertraglich vereinbarte Verminderung der Transitfahrten über den Brenner aufgrund der Ökopunkteregelung eingehalten werden muss. Ein «Strecken» der Fahrten-Überschreitung auf mehrere Jahre, wie sie von der EU-Kommission gewünscht worden war, ist demnach nicht zulässig. Wenn der Gerichtsentscheid umgesetzt wird, wird es dieses Jahr deutliche weniger Lkw-Fahrten über den Brenner geben.
Quelle: Alpen-Newsletter 27.2.2001; Infos: Renate Zauner ITE, ugatza@gmx.net

Deutschland / Österreich: Brennermaut zur Finanzierung von Bahninfrastruktur?
Der bayrische Staatsminister Otto Wiesheu und Tirols Landeshauptmann Wendelin Weingartner sprachen sich an der Pressekonferenz der Delegiertentagung der Deutschen Handelskammer am 17.2.2001 für den Ausbau der Schieneninfrastruktur und die Ermöglichung von Wettbewerb auf diesen Schienen aus. Zur Finanzierung könnte ein Teil der Mauteinnahmen aus der Brennerautobahn in einen zweckgebundenen Fonds gespeist werden. Wir meinen: Nach diesen schönen Worten wollen wir auch Taten sehen!
Quelle: Alpen-Newsletter 20.2. 2001, Infos: beim ITE-Sekretariat


Bitte schickt Eure Meldungen für das nächste Fax bis 15. März an:
Alpen-Initiative, Redaktion ITE-Fax, Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1
Fax: 0041 – 41 – 870 97 88 / e-mail: alpite@rhone.ch Besten Dank!

 

MONT BLANC – BRENNER - ASPETAL
3 TÄLER – 3 LÄNDER - 1 KAMPF
FEBRUAR / MÄRZ 2001


Stand der Dinge:


Mont Blanc / Maurienne
&Mac183; Die Wiedereröffnung des Tunnels wurde von den Regierungen Frankreichs und Italiens für September 2001 angekündigt.
&Mac183; Die Vereine ARSMB, Greenpeace und Mountain Wilderness setzen weitere rechtliche Schritte zur Verhinderung der Wiedereröffnung des Tunnels für Lastwagen
&Mac183; Die französische Umweltministerin Dominique Voynet hat sich für eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Lösung des Problems Alpenverkehr ausgesprochen (Partizipationsverfahren «débat public»).
&Mac183; Die Feuerwehrleute von Chamonix setzen ihren Kampf für bessere Sicherheitsbedingungen während und nach den Arbeiten fort.
&Mac183; Die Anzahl der LKW im Mont-Blanc-Ausweichtal Maurienne erreicht mittlerweile Spitzen von 8000 LKW pro Tag, Sofortmassnahmen zur Verkehrsentlastung im Maurienne-Tal lassen immer noch auf sich warten

Brenner
&Mac183; Der EuGH hat der österreichischen Regierung in Bezug auf die Reduzierung der Ökopunkte gegenüber dem EU-Rat recht gegeben: die Reduzierung darf nicht über mehrere Jahre gestreckt werden. Die Grünen und die Bürgerinitiativen haben sofortige Schritte zur Umsetzung dieser Anordnung eingefordert.

Aspetal
&Mac183; Die Arbeiten an der Monsterumfahrung des 400-Seelendorfes Bedous sind seit September 2000 mehr oder weniger eingestellt.
&Mac183; Der französische Premierminister Lionel Jospin hat sich für die Wiedereröffnung der Eisenbahnlinie Pau-Canfranc ausgesprochen. Die Pro-Eisenbahnstimmung hat bis dato allerdings keinerlei Einfluss auf die vorgesehenen (Transit)Strassenbauarbeiten.

Termine:

23. März – 2. Jahrestag des Mont-Blanc Katastrophe
«NEIN zu LKWs in Chamonix– JA zu einer neuen Alpenverkehrspolitik»
Internationale Demonstration in Paris
Vereine der Alpen, Pyrenäen und Vogesen und die Bergführer von Chamonix begeben sich nach Paris um dort konkrete Massnahmen für LKW-freie Gebirgstäler einzufordern.
Treffpunkt : 14h30 vor dem Verkehrsministerium, 246 bd. St. Germain (Metro Solferino)
Deutschsprachige TeilnehmerInnen herzlichst willkommen !
Infos: Renate Zauner, Greenpeace Frankreich/ITE 0033-6-21 98 98 94

24.-27. Mai Grenzerlebnisse am Brenner – Informationsaustausch und Strategienentwicklung
Infos : Gerhard Stürzlinger, Initiative für ein lebenswertes Wipptal, 0043-5273-6143

Mai/Juni «Globalisierung – Verkehrsproduzierung»

Konferenz mit Rahmenprogramm, Chamonix
Infos : Georges Unia, ARSMB 0033-6-62 68 40 30, Renate Zauner, 0033-6-21 98 98 94
 

September «10 Jahre Anti-Transitstrassenkampf im Aspetal»

Aktionstag
Infos: Collectif Alternatives Somport, Tel: 0033-5-59 39 41 45, mail: somport@aol.com

6. Oktober ITE Aktionstag
Infos: Jan Guerke, ITE, T : 0041-41-870 97 89, mail : Jan.Guerke@alpeninitiative.ch
Laufende Aktivitäten

Petition gegen die Rückkehr der Lastwagen am Mont Blanc
150'000 Personen aus der ganzen Welt haben bereits unterzeichnet. Weitere Unterschriften hochwillkommen.
Die Petition kann von der Homepage www.chamonix.org/arsmb heruntergeladen werden (existiert in französisch, englisch, deutsch und italienisch)

Manifest Mont Blanc-Maurienne-Aspetal
Erfolgreiche Kämpfe brauchen Symbole: Mont Blanc – Maurienne und Aspetal sind drei solche. Sie stehen stellvertretend für alle vom Transitverkehr bedrohten Gebirgstäler – genauso wie die im Manifest desselben Namens geforderten Massnahmen. 80 Organisationen haben das Manifest bereits unterzeichnet – unterschreiben auch Sie, damit die Schwelle der 100 Organisationen überschritten werden kann.
Sie können das Manifest von der Homepage www.alpeninitiative.ch herunterladen (deutsch und französisch)

Rechtliche Schritte
ARSMB, Greenpeace et Mountain Wilderness haben im Oktober 2000 rechtliche Schritte gegen die Rückkehr der LKW in Angriff genommen.
Informationen:
Georges Unia, ARSMB, Tel. 0033-6-62 68 40 30
Renate Zauner, Greenpeace Frankreich, Tel. 0033-6-21 98 98 94

Informationen – Kontakte - Unterlagen

Homepages:
Alpentransitverkehr : www.alpeninitiative.ch
Mont Blanc: www.chamonix.org/arsmb
Maurienne : www.reagir.asso.fr
Aspetal : www.somport.org

Kontakte:
-
Internationale Koordination : Renate Zauner, Greenpeace Frankreich/ITE, 0033-6-21 98 98 94
- Schweiz: Jan Gürke, Alpeninitiative, 0041-41-870 97 85
- Österreich: Gerhard Stürzlinger, Initiative pour un Brenner viable, 0043-5273-6143
- Mont Blanc/Frankreich: Georges Unia, ARSMB: 0033-6-62 68 40 30
- Mont Blanc/Italien: Eligio Milano, Stop al ritorno dei TIR
- Mauriennetal: Eric Lanoe, Réagir, Tel 0033-6-62 57 02 48, mail : eric.lanoe@wanadoo.fr
- Aspetal: Collectif Alternatives Somport

Unterlagen:
Eisenbahnkapazitäten Alpen: "Verkehrs-Grossprojekte – Alternativen zu neuen grossen Verkehrsprojekten", Helmuth Moroder, in: Alpenreport (1998), Paul Haupt Verlag, Bern, ISBN 3-258-05672-2, SFr. 38.-
Unsinnstransporte: Tagungsunterlagen der 7. Internationalen Transittagung in Chamonix, abrufbar unter www.ite-euro.com oder bestellen bei ITE
Nein zur Rückkehr der Lastwagen am Mont Blanc. Anlässlich des Jahrestages des Unfalls von Michel Charlet (Bürgermeister von Chamonix), Prinz Sadruddin Aga Khan (Präsident Alp Action) und Andreas Weissen (Präsident CIPRA International) lancierter Appell für eine nachhaltige Alpenverkehrspolitik, abrufbar unter www.cyberalps.com
Briefing Mont Blanc – ein symbolischer Kampf am Dach der Alpen, Oktober 2000 – bestellen bei ugatza@gmx.net
Briefing: Mont Blanc – Mit Volldampf in die zweite Katastrophe - bestellen bei ugatza@gmx.net

Renate Zauner, 4.3.2001

BRIEFING EU-FAHRVERBOTSHARMONISIERUNG
FEBRUAR 2001

 

Hintergrund
Fahrverbote sind eines der wenigen Instrumente mit denen sowohl die Transitbevölkerung als auch die LKW-FahrerInnen tatsächlich vor den negativen Auswirkungen des Transitverkehrs geschützt werden können. Die Möglichkeit zum Einsatz dieser Schutzinstrumente soll nun drastisch reduziert werden.
Erster Vorstoss der EU-Kommission 1998

Die Europäische Kommission hat im März 1998 einen Vorschlag zur Harmonisierung der Fahrverbote vorgelegt, in dem gefordert wurde, dass Fahrverbote auf hochrangigen EU-Strassen nur mehr am Sonn- und Feiertagen zwischen 7 und 22 Uhr und Nachtfahrverbote nur mehr für nicht lärmarme LKW erlaubt sind.
Anders gesagt: Mittels der angestrebten Fahrverbots-»Harmonisierung» sollten nicht bessere Schutzbedingungen für die Transitbevölkerung oder LKW-Fahrer geschaffen werden, sondern

1. bestehende Fahrverbote massiv gekürzt werden,
2. zukünftige Fahrverbote unmöglich gemacht werden.
Aufgrund massiver Proteste von TransitanrainerInnen, Gewerkschaften und Umweltorganisationen wurde der Vorschlag vom Europäischen Parlament auf Eis gelegt als auch von den Verkehrsministern Frankreichs, Italiens, Österreichs und Deutschlands im EU-Verkehrsministerrat blockiert.
Der Vorschlag wurde daraufhin im Herbst 1999 von der Kommission zur Überarbeitung zurückgezogen.

Erneuter Vorstoss der EU-Kommission 2000
Am 22. Oktober 2000 wurde von der EU-Kommission ein überarbeiteter Vorschlag für eine Fahrverbotsharmonisierungsrichtlinie auf TEN-Strassen vorgelegt, der von der Kommission und in den bis dato blockierenden Ländern (F, I, D, A) als grosser Fortschritt präsentiert wurde.
In Wirklichkeit wurde am ursprünglichen Vorschlag nichts Wesentliches verändert, es wurde nur beschlossen, die in allen EU-Ländern erlaubten Sonn- und Feiertagsfahrverbote um einige Stunden auszudehnen (Winter: Sa 22h-So 22h, Sommer: Sa 7h-So 22h) und bestehende Regelungen bestehen zu lassen. D.h. es würden z.B. die französische und italienische Transitbevölkerung weniger Schutz geniessen als die österreichische.
Nicht nur kann von einem «Wochenend»Fahrverbot zumindest im Winter weiterhin keine Rede sein, auch Nachtfahrverbote für alle LKW wären nach wie vor nicht mehr möglich. Das hätte z.B. gerade für Österreich gravierende Folgen, da dort ein generelles Nachtfahrverbot praktisch das einzige Instrument ist, über das die Regierung nach der von der EU angeordneten Senkung der Brennermaut zum Schutz der Bevölkerung verfügt. Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Transitrouten in ganz Europa.


Derzeitige Lage
Der Vorschlag wurde am 20./21. Dezember dem EU-Verkehrsministerrat vorgelegt und von diesem prinzipiell positiv aufgenommen. Dies überrascht nicht. Wird doch mit der Richtlinie eine Regelung geschaffen, die die Kompetenz für die Erlassung von Fahrverboten nach Brüssel verlagert, was eine ideale «Ausrede» für die Ablehnung von Fahrverbotsforderungen von Seiten von Bevölkerung, Umweltorganisationen und Gewerkschaften darstellt.
Der Vorschlag ist nun Tagesordnungspunkt des Verkehrsministerrates vom 5./6.4. und soll dort fix beschlossen werden. Dies muss mit allen Mitteln verhindert werden und dazu braucht es genug VerkehrsministerInnen, die gegen den Vorschlag stimmen. Es gilt also auf nationaler Ebene entsprechenden Druck auf die VerkehrsministerInnen zu machen.
Sobald der Vorschlag ins EU-Parlament kommt, gilt es dann dort ebenfalls Druck zu machen.
Unsere Grundforderungen - Ziele
&Mac183; EU-Mitgliedstaaten sollen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, das ganze Jahr lang ganztägige Feiertagsverbote und Wochenendfahrverbote (mindestens von Samstag morgen bis Montag morgen) zu erlassen
&Mac183; EU-Mitgliedsstaaten sollen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, Nachtfahrverbote für alle Schwerfahrzeuge zu erlassen.
&Mac183; EU Mitgliedsstaaten müssen die Möglichkeit haben bei Überschreitung von Umweltgrenzwerten (z.B. Luftverschmutzung, Lärm) in einem transparenten und demokratischen Verfahren zusätzliche Massnahmen zu ergreifen

Argumente gegen den Vorschlag der EU-Kommission vom 22.10.2000
Generelle Nachtfahrverbote nicht mehr möglich
Derzeit kann jedes europäische Land im Bedarfsfall ein allgemeines Nachtfahrverbot erlassen, um die Nachtruhe für die Bevölkerung sicherzustellen. Die Schweiz verfügt seit 1932 über derartige Fahrverbote. Laut Richtlinienvorschlag dürfen die EU-Mitgliedstaaten nur mehr für jene LKW Nachtfahrbeschränkungen (zwischen 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr) erlassen, die nicht den in der Richtlinie 96/20/EG festgelegten Geräuschemissionsvorschriften entsprechen. Damit würden zwar die Emissionen der einzelnen LKW begrenzt, aber wenn aufgrund des ständig wachsenden Verkehrs statt einem lärmigen LKW zwei halblärmige fahren erfolgt keinerlei Begrenzung des Gesamtlärmes, d.h. keine Entlastung der Transitbevölkerung vom nächtlichen Transitlärm.

Ganzjährige Wochenendfahrverbote nicht mehr möglich
Derzeit können die Mitgliedsstaaten umgehend jene Fahrverbote erlassen, die zum Schutz ihrer Bevölkerung nötig sind. So wurde in Österreich vor einigen Jahren als Reaktion auf den ständig steigenden Transitverkehr ein Wochenendfahrverbot erlassen. Das Wochenendfahrverbot stellt gerade nach der Verkündigung des Brennermauturteils und den Problemen mit den Ökopunkten einen der wichtigsten Pfeiler einer Politik zum Schutz der Transitbevölkerung und der LKW-Fahrer dar. Mit der Kompetenzverlagerung für die Erteilung von Fahrverboten von den Mitgliedsstaaten nach Brüssel wäre es in Zukunft weder möglich, dass Österreich sein Wochenendfahrverbot verlängert, noch dass andere EU-Länder ein Wochenendfahrverbot nach österreichischem Beispiel einführen. Das österreichische Wocheendfahrverbot überschreitet nämlich die in der Richtlinie vorgesehenen Zeiten und darf nur als Ausnahme aufrechterhalten werden.

Erlassung von zusätzlichen Fahrverboten bei Umweltgefahren nicht garantiert
Der Verkehr ist in Europa seit Jahren im Steigen begriffen. Bereits heute werden an vielen Orten die für den Schutz von Menschen und Umwelt notwendigen Grenzwerte überschritten und die Situation droht sich noch zu verschärfen. Messungen am Brenner und am Gotthard haben gezeigt, dass Umweltbelastungen durch Fahrverbote wirksam gesenkt werden können und diese sind eines der wichtigsten Instrumente zur Einbremsung der verkehrsbedingten Umwelt- und Gesundheits-belastungen. Die Kompetenz der EU-Staaten in diesem Bereich zu beschneiden, hiesse, Ihnen die Möglichkeit zu nehmen, kurzfristig auf Umweltgefahren zu reagieren. Die in der Richtlinie vor-gesehenen Anträge auf zusätzliche Fahrverbote sind langwierig und bieten keine Garantie, dass nicht – wie so oft – das Recht auf Umwelt und Gesundheit dem freien Warenverkehr untergeordnet wird.

Ausnahmeregelungen unnachvollziehbar und leicht ausweitbar
Folgende Transporte sind von den Fahrverboten ausgenommen:
&Mac183; Fahrzeuge, die im kombinierten Verkehr gemäß der Richtlinie 92/106/EWG des Rates eingesetzt werden;
&Mac183; Zertifizierte ATP-Fahrzeuge, die Ladungen leicht verderblicher Lebensmittel gemäß dem ATP-Übereinkommen befördern;
&Mac183; Zertifizierte ATP-Tankfahrzeuge für die temperaturgeführte Beförderung von Flüssigmilch;
&Mac183; Fahrzeuge, die verderbliches Obst oder Gemüse befördern;
&Mac183; Fahrzeuge, die unteilbare Ladungen gemäß Artikel 4 Absatz 3 der Richtlinie 96/53/EG des Rates befördern.
Die Kommission kann diese Liste jederzeit erweitern. Die Mitgliedsstaaten sind in dieses Verfahren zwar eingebunden, haben aber kein Vetorecht.

Ungleiches Schutzniveau für die Transitbevölkerung in verschiedenen Ländern
Laut dem Vorschlag der EU-Richtlinie sind in Zukunft nur mehr Wochenendfahrverbote zwischen Samstag 22 Uhr und Sonntag 22 Uhr erlaubt (Sommer ab Samstag 7 Uhr), aber geltende Regelungen dürfen bestehen bleiben. Das heisst, dass zwar in Österreich ein ganzjähriges Wochenendfahrverbot ab Samstag 15 Uhr gilt, die italienische und französische Transitbevölkerung aber denselben Schutz nicht einfordern kann. Das ist sachlich nicht nachvollziehbar, ungerecht und widerspricht dem widerholt erklärten Bestreben der EU-Kommission eine einheitliche Verkehrspolitik mit einem hohen Schutzniveau für den ganzen Alpenraum umzusetzten.

Argumente gegen eine «Harmonisierung» der Fahrverbote durch die EU
&Mac183; Eine Richtlinie, die ungleiche Schutzbestimmungen schafft ist ungerecht
Die EU hat gerade bei Ihren Transitverkehrsverhandlungen mit der Schweiz und Österreich immer wieder betont, dass eine Aufhebung des 28-Tonnen Limite v.a. deswegen nötig ist, damit in den Alpen einheitliche Verkehrsregelungen gelten. Mit dem neuen Fahrverbotsharmonisierungsvorschlag der Kommission würde genau das Gegenteil erreicht: es werden ungleiche Ausgangsbedingungen festgeschrieben. Es würden z.B. an österreichischen Transitstrecken Fahrverbote gelten, die die französischen und italienischen TransitanrainerInnen nie einfordern könnten. Eine derartige Regelung ist sachlich nicht nachvollziehbar und ungerecht.
&Mac183; LKW-Nacht- und Wochenendfahrten sind unnötig
Ausser in Notfällen gibt es keinen Grund für Nacht- und Wochenendfahrten. Dies zeigt z.B. das Beispiel Schweiz, wo seit 1932 ein Nachtfahrverbot von 22 bis 5 Uhr und ein ganztägiges Sonn- und Feiertagsfahrverbot bestehen. Es gibt Alternativen zum Strassentransport (Schienenverkehr, kombinierter Verkehr), die ausserdem gesamtwirtschaftlich gesehen fairer und effizienter sind als Strassentransporte. Auch Just-in-Time-Fertigung ist trotz LKW-Nachtfahrverboten möglich, die etwas längere Fahrt kann eingeplant werden.

&Mac183; Die Fahrverbotsharmonisierungsrichtlinie steht den Interessen der europäischen Bevölkerung entgegen
Eine nachhaltige Verkehrspolitik muss das Wohlbefinden der Gesamtbevölkerung in den Vordergrund stellen, nicht die Interessen einiger weniger. Das europäische Volk hat ein Recht darauf, dass der Verkehr auf ein erträgliches Ausmass beschränkt wird. Eine Harmonisierung der Fahrverbote, hingegen, fördert den Strassenverkehr und damit die ohnehin schon viel zu hohen Belastungen der Bevölkerung aus dem Verkehr.

&Mac183; Die EU ist verpflichtet den Verkehr im Alpenraum auf ein verträgliches Ausmass zu reduzieren
Die EU hat sich durch die Unterzeichnung der Alpenkonvention verpflichtet, unter anderem Massnahmen im Verkehrssektor zu ergreifen »mit dem Ziel, Belastungen und Risiken im Bereich des inneralpinen und alpenquerenden Verkehrs auf ein Mass zu senken, das für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume erträglich ist, unter anderem durch eine verstärkte Verlagerung des Verkehrs, insbesondere des Güterverkehrs, auf die Schiene,...."
Die EU ist aufgerufen, diese Verpflichtung zum Wohle der vom Schwerverkehr betroffenen Alpenbewohner ernst zu nehmen und entsprechend handeln. In den Alpen gibt es nur wenige Übergänge in engen und dicht besiedelten Gebirgstälern, hier sind Nacht- und Feiertagsverbote zum Schutz der Bevölkerung besonders unentbehrlich

&Mac183; Fahrverbote sind nötig zum Schutz der menschlichen Gesundheit:
19% der EU-Bevölkerung sind einer unzumutbaren strassenbedingten Lärmbelastung ausgesetzt, die gravierende gesundheitliche Schäden der Betroffenen zur Folgen hat. Fahrverbote garantieren den AnrainerInnen zumindest in der Nacht und an Wochenenden und Feiertagen ein Erholung von hohen Lärmpegeln.

&Mac183; Fahrverbotharmonisierung widerspricht tragbarer wirtschaftlicher Entwicklung
Der Rat ist der Auffassung, dass eine unbegrenzte Fortsetzung der derzeitigen Wachstumstrends beim privaten und gewerblichen Strassenverkehr hinsichtlich der weltweiten, regionalen und lokalen Umweltauswirkungen, der Reaktion der Bevölkerung hierauf und der wirtschaftlichen Folgen von Verkehrsstaus auf Dauer nicht tragbar ist (Umwelt- und Verkehrsministerrat, 16.6.98). Die Eindämmung des Wachstums des Strassenverkehrs ist daher auch aus wirtschaftlicher Sicht von oberster Priorität. Die vorgesehene Beschränkung von Fahrverboten hingegen fördert den Strassenverkehr und steht dem Ziel einer Reduktion des Verkehrswachstums diametral entgegen.
&Mac183; Fahrverbotsharmonisierung widerspricht EU Zielsetzungen
Die EU hat sich die Verlagerung des Verkehrs auf möglichst umweltfreundliche Verkehrsmittel zum Ziel gesetzt (vgl. u.a. Mitteilung der Kommission über Verkehr und CO2 März 98, Rat der Umwelt- und Verkehrsminister 16.6.98, Weissbuch für faire Preise für Infrastrukturbenutzung Juli 98). Der vorliegende Richtlinienvorschlag würde die Rahmenbedingungen für die Schiene deutlich verschlechtern und widerspricht damit den von der EU angestrebten verkehrspolitischen Zielen.
&Mac183; Langstreckentransporte gehören auf die Schiene
Das Ziel der Verlagerung auf die Schiene trifft insbesondere auf Langstreckentransporte zu. Wo diese aus logistischen oder Kapazitätsgründen nicht möglich ist, sind umgehend Massnahmen zur Verbesserung des Angebots der Schiene zu treffen. Eine Reduzierung der Fahrverbote würde den Anreiz zur Verlagerung auf die Schiene verringern statt erhöhen.
&Mac183; Fernfahrer brauchen angemessene Ruhezeiten
Die derzeitigen Arbeitsbedingungen im Strassentransport beinträchtigen nicht nur die Gesundheit der LKW-Fahrer sondern gefährden auch die Sicherheit der übrigen VerkehrsteilnehmerInnen. Nacht- und Wochenendfahrverbote würden die Arbeitszeit auf natürliche Weise beschränken. Mit dem derzeitigen Fahrverbotsharmonisierungsvorschlag hingegen werden die Interessen von Fernfahrern und Transitbevölkerung gegeneinander ausgespielt.

&Mac183; Sondergenehmigungen sind kein Ersatz für dauerhaften Schutz
Die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist immer vom Goodwill der verantwortlichen Behörde abhängig und kein Ersatz für gesetzlich verankerte Rechte. Das vorgesehene Verfahren für die Erteilung zusätzlicher Fahrverbote ist langwierig, ähnelt dem für die Regelung der Ökopunktestreitigkeiten und bietet keine Garantie dafür, dass notwendige Fahrverbotserweiterungen auch genehmigt werden.

Das könnt Ihr tun
prioritär
- nationale VerkehrsministerInnen für unsere Seite gewinnen (Protestbriefe, -faxe, Medienarbeit etc.)
- Information/Mobilisierung Gewerkschaften und andere BündnispartnerInnen

mittelfristig
- Kontaktaufnahme mit EU-ParlamentarierInnen

Weitere Informationen
- Renate Zauner, Greenpeace Frankreich/ITE, Tel. 0043-664-46 16 871, mail: ugatza@gmx.net
- Heike Aghte, Umweltbüro Neubeuern, Tel. 0049-8035-4653, Heike.Aghte@t-online.de

Renate Zauner, Greenpeace Frankreich/ITE, 20.2.2001

ITE-FAX Nr. 50 Februar 2001
 

Initiative Transport Europe (ITE)
Europäische Initiative für menschen- und umweltgerechten Verkehr
Postfach 28, CH-6460 Altdorf 1
Tel. 0041-41-870 97 89; Fax: 0041-41-870 97 88; e-mail: alpite@rhone.ch
www.ite-euro.com/ITE


Agenda

23./24. März 2001: ITE-Transittagung 2001 »GEFAHR-en-TRANSPORT"
Die internationale Tagung wird am 23.-25. März 2001 in Locarno (Tessin/Schweiz) stattfinden. Alle interessierten Organisationen und Einzelpersonen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Infos: beim ITE-Sekretariat

Nachrichten

EU: Schritt nach vorn: Costa-Bericht zugestimmt
Das EU-Parlament hat am 18. Januar 2001 den Initiativ-Bericht des EU-Abgeordneten Paolo Coasta angenommen. Beschlossen ist damit auch die Petition von 500 Verkehrs- und Umweltorganisationen für eine europaweite kilometerabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Damit ist (theoretisch) ein wichtiger Schritt in Richtung Kostengerechtigkeit beim Gütertransport getan. Bis zur Umsetzung wird noch viel Druck nötig sein. Jetzt ist erst einmal spannend, ob sich unter schwedischem Vorsitz im Verkehrsministerrat die Stossrichtung ändert. In seinem Programm hat Schweden das Thema Umwelt ganz oben aufgeführt.
Infos: beim ITE-Sekretariat oder bei Markus Liechti, T&E, Erreur! Source du renvoi introuvable., www.t-e.nu

EU: Schritt nach hinten: Nachtfahrverbot aufgeweicht
Am 20. und 21. Dezember 2000 hat die letzte Verkehrsministerratssitzung unter Vorsitz von Frankreich stattgefunden. Die Entscheidungen drücken das Gegenteil einer nachhaltigen Verkehrspolitik aus: Der Vorschlag der EU-Kommission zur Reduzierung der Fahrverbote wurde positiv aufgenommen. Ein Beschluss bei einem der nächsten Ministerräte und ein Beschluss durch das Europäische Parlament würde konkret bedeuten, dass die Einführung eines allgemeinen Nachtfahrverbotes unmöglich würde. Die EU- Länder dürften Nachtfahrverbote nur noch für nicht-lärmarme verhängen. Da bald alle Lkw unter die Kategorie «lärmarm» fallen, gäbe es in der Praxis keine Nachtfahrverbote mehr. Ausserdem würde die Möglichkeit von sonstigen Fahrverboten ebenfalls eingeschränkt. Mit Aktionen haben alpine Umweltorganisationen die EU-VerkehrsministerInnen aufgefordert, ihre Lippenbekenntnisse zum Schutz der Alpenbevölkerung vor dem LKW-Transitverkehr endlich umzusetzen.
Infos: beim ITE-Sekretariat oder bei Reinhard Gschöpf, Grüne Österreich, Reinhard.Gschoepf@gruene.at

Frankreich: Mt. Blanc- und Fréjus-Tunnel
Auf dem französisch-italienischen Gipfeltreffen am 29. Januar 2001 in Turin wurde das Projekt der Schienentransversale Lyon-Turin mit dem 52 km langen Fréjus-Tunnel beschlossen. Auf italienischen Druck hin wurde der Wiedereröffnung des Mt. Blanc-Tunnels im Herbst 2001 zugestimmt. Am 27. Januar hatten ca. 1000 Aktivistinnen und Aktivisten in Chambéry für eine umwelt- und sozialverträgliche Verkehrspolitik demonstriert und Solidarität zwischen den Tälern der Chamonix- und Fréjus-Achse gezeigt. Die rechtlichen Schritte der Umweltorganisationen ARSMB, Greenpeace und Mountain Wilderness gegen die Wiedereröffnung des Mt. Blanc-Tunnels laufen auf Hochtouren.
Infos: beim ITE-Sekretariat

Frankreich: Unsinnstransporte in den Pyrenäen
3,5 Millionen Tonnen Getreide werden jährlich von Frankreich zu den grossen Mühlen in Nordspanien transportiert. 85% davon auf der Strasse, das entspricht 143.000 LKW-Fahrten durch die Pyrenäen. Die Nachtfahrverbote auf bestimmten Übergängen werden bewusst übertreten, da die Strafe von 70,- FF immer noch unter den Tunnelgebühren von Puymorens liegt.
Quelle: La Lettre du CIAPP, Nov. 2000

Schweiz: Kilometerabgabe für Pkw-Verkehr?
Am 29. Januar 2001 wurden die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprojekts «Verkehr und Umwelt» (NFP 41) vorgestellt. Zentrale Forderung des Forschungsberichts ist die Kostenwahrheit im Verkehr. Ohne diese kann keine nachhaltige Verkehrsentwicklung erreicht werden. Für den Pkw-Verkehr wird daher eine Kilometerabgabe nach dem Vorbild der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) gefordert, die Höhe soll bei 0,05 CHF/km liegen.
Infos: beim ITE-Sekretariat

Italien: Autobahn trotz Alpenkonvention?
Die Autobahngesellschaft Serenissima will die Autobahnverbindung quer durch die Alpen von Vicenza nach Trient errichten. Die Frage ist, ob dieses Projekt in den Anwendungsbereich der Alpenkonvention fällt oder nicht. Die Republik Italien hat bis heute
noch immer nicht offengelegt, welche Projekte zum Zeitpunkt der Annahme des Verkehrsprotokolls am 31.10.2000 in amtlichen Rechtsdokumenten Italiens enthalten sind oder nicht. Es besteht also akuter Handlungsbedarf für das seit 1.11.2000 amtierende Vorsitzland Italien.
Quelle: Alpen-Newsletter vom 31.01.2001; Infos: Peter Hasslacher, Österreichischer Alpenverein, peter.hasslacher@alpenverein.at

Österreich: Brennermaut und Ökopunkte
Ab 1. Februar 2001 werden auf Teilbereichen der Brennerautobahn die Mautgebühren für schwere LKW erhöht. Damit wird die durch den EU-Gerichtshof in seinem Urteil vorgeworfene Diskriminierung zwischen EU-In- und EU-Ausländern abgeschafft, wie die Autobahnfinanzierungsgesellschaft ASFINAG mitteilte. In der Frage der nachträglichen Bestrafung von Ökopunkte-Sündern ist jetzt Tirol am Zug. Nach einer Anordnung des Infrastrukturministeriums in Wien werden seit Mittwoch die entsprechenden Bussen ausgesprochen. Ein Streit herrscht jetzt darüber, dass nach Angaben der Tiroler Landesregierung das Ministerium in Wien die Namen der ausländischen Frächter nicht mitgeteilt hat. Es dürften, so heisst es in Tirol, nicht nur die heimischen Ökopunkte-Sünder bestraft werden.
Quelle: Alpen-Newsletter vom 26.01.2001; Infos: Renate Zauner, ITE, ugatza@gmx.net


Publikationen

Palacio, Jean-Luc (Dez. 2000): Somport, le tunnel de l'absurde.
Französisch. Ausführliche Berichterstattung über Tunnel- und Strassenbauprojekte und die Widerstandsbewegung an der Somport-Achse in den Pyrenäen. 95 FF oder 14,50 Euro.

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL (2000): Alpenkonvention. Die Alpen schützen und nutzen.
Erschienen auf deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch und slowenisch. Kostenlos zu bestellen unter www.admin.ch/edmz


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea dei Trasporti - Europäische Verkehrsinitiative

15.5.2003