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ITE Newsletter 66: Februar / März 2004


ACHTUNG: NEUE ADRESSE
ITE c/o France Nature Environnement
6 rue Dupanloup
F- 45 000 Orléans
Tel. : +33 (0)2 38 62 49 25 Fax: +33 (0)2 38 52 11 57

AGENDA


Samstag, 20. März 2004
Internationaler Aktionstag gegen den Krieg und Waffentransporte.

Mehr Infos unter: Österreichisches Sozialforum : www.socialforum.at

Freitag 4. Juni - Samstag 6. Juni 2004
Macht mit bei der Natur-Rallye gegen die Autobahn 48.

Die geplante Autobahn A48 verbindet Ambérieu mit Bourgoin Jallieu nördlich von Grenoble. Diese Autobahn soll zu einer Nord-Süd-Achse für den Transitverkehr entwickelt werden und damit die Autobahnen im Rhone-Tal entlasten. Die A 48 stellt damit eine direkte Konkurrenz zum Schienenprojekt Lyon-Turin dar. Außerdem durchquert die geplante Trasse ein Natura 2000 Gebiet.

Kontakt :Magalie DUBOIS (FRAPNA Isère) Tel : +33 (0)4 76 42 99 57 Email : diffusion-isere@frapna.org

Samstag, 19. Juni 2004 am Mont-Blanc: Zweite Radtour

Nach dem Erfolg und dem gemütlichen Ablauf der Demonstration am 29. Mai 2003 möchten die Vereine vom Mont Blanc die Aktion wiederholen. Der Aufstieg von Egratz bis Chamonix findet am Samstag, den 19. Juni 2004 im Rahmen des ökologischen Vereinswochenendes auf Initiative von Pro Mont-Blanc statt. Reserviert Euch dieses Datum, denn es wird ein tolles Fest werden.

Kontakt und Infos: http://www.arsmb.com


ITE-TAGUNG UND MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2004

Ein festlicher Anlass in Altdorf !

Es gab wahrlich nur gute Gründe, um an der 11. ITE-Tagung, die von der Alpeninitiative organisiert wurde, in Altdorf im Kanton Uri (Schweiz) zu feiern. Zunächst feierten wird das Zehnjahresjubiläum des Sieges der Eidgenössischen Volksinitiative «für den Schutz der Alpenregionen gegen den Transitverkehr» vom 20 Februar 1994. Dann feierten wir das Ergebnis der Volksabstimmung zum «Avanti-Gegenvorschlag» vom 8. Februar 2004, das unter anderem eine zweite Röhre am Gotthard-Tunnel vorsah (siehe unten). Und dann wurde noch Fasnacht gefeiert. Klein und groß verkleidete sich und tanzte.

Die Tagung selbst war intensiv: In anderthalb Tagen wurde das gesamte Spektrum der Verlagerungspolitik von der Straße zur Schiene der verschiedenen Alpenländer vorgestellt und der konstruktiven Kritik der Umweltorganisationen unterzogen. Der Runde Tisch am Ende der Veranstaltung machte deutlich, daß die Schweiz für Europa eine Schlüsselposition einnimmt und die Verlagerung von der Straße zur Schiene weiter vorantreiben muß. Als Nicht-Mitgliedsstaat der EU muß die Schweiz von ihrer (relativen) Freiheit Gebrauch machen, um eine experimentierfreudige, innovative Verkehrspolitik umzusetzen, wie z.B. eine Transit-Börse. Bei der Transit-Börse geht es um die Einführung eines gestaffelt rückläufigen Kontingents für den LKW-Transits in der Schweiz. Hierdurch soll die zum Ziel gesetzte Reduzierung des LKW-Transits und der damit einher gehenden Luftverschmutzung erreicht werden und der Schienenverkehr attraktiver werden. Mehr Infos zur Tagung : info@ite-euro.com Mehr Infos zur Transit-Börse unter : www.alpeninitiative.ch

Der Vorstand von ITE bedankt sich herzlich bei der Alpen-Initiative für die hervorragende Organisation der Tagung und die fruchtbaren Diskussionen und Gedanken im Rahmen des gemütlichen Treffens! Wir bedanken uns auch bei allen Mitgliedsvereinen, die ehrenamtlich mit geholfen haben: Vereine aus Vogesen, Elsaß, Jura, Südalpen, vom Mt. Blanc, aus Friaul und Tirol, die an der Tagung und bei der Mitgliederversammlung dabei waren.

Wir können Ihnen zwei neue Mitgliedsvereine von ITE vorstellen :

* Aboutir (Frankreich/Südalpen) : Dieser Bürgerverein hat sich gebildet, um den von Montgenèvre-Basistunnel zu fördern, der Briançon mit  Oulx verbindet (24 km).

* Einwohnerkomitee für das Leben im Aspetal (Frankreich/ Pyrenäen): Dieser Verein hat seinen Sitz vor dem Somport-Tunnel in den Pyrenäen. Die Mitglieder waren schon am Mont-Blanc und haben am ITE-Aktionstag 2003 teilgenommen.

Wenn Ihr Verein Mitglied bei ITE ist, können Sie ein Protokoll der Mitgliederversammlung erhalten bei :  info@ite-euro.com

NACHRICHTEN

Europarat und -parlament: Direktive zur Tunnelsicherheit

Am 9. Oktober 2003, hat das Europäische Parlament einen leichten Änderungsvorschlag zur Direktive vorgetragen, der die Minimal-Anforderungen an die Sicherheitsbestimmungen im Bereich transeuropäischer Verkehrsnetze harmonisieren soll. Am gleichen Tag hat der Verkehrsrat der EU über diesen Vorschlag debattiert. Die allgemeine Herangehensweise an diesen Text zusammen mit den Änderungsvorschlägen, die im Europa-Parlament abgestimmt wurden, wird in einer gemeinsamen Stellungnahme des Europa-Rats behandelt werden. Quelle: www2.europarl.eu.int

Europarat und -Parlament: Arbeitskreis transeuropäische Netze (TEN)

Im Dezember hat der Europarat den 29 Projekten der transeuropäischen Netze (TEN) zugestimmt, die von der Kommission vorgestellt wurden. Ein zusätzliches 30. Projekt wurde hinzugefügt, nämlich der Kanal Seine-Escaut. Anfang Februar, hat sich das Parlament über die Zustimmung des Rates unzufrieden gezeigt, da dieser einigen Einsprüchen, welche die Anlagen der TEN modifizieren, zugestimmt hat. Diese Entscheidungen werden wahrscheinlich im nächsten Europarat nicht mit getragen. Kurz und gut: wahrscheinlich wird das neue Parlament die Fragen in einer zweiten Lesung erörtern.
Quelle: T&E

Europarat und -Parlament: Verordnung zur Eurovignette

Die EU-Verkehrskommisarin Loyola de Palacio drängt zu einer Einigung in Sachen Eurovignette im Europarat am 8. und 9. März, während die ständigen Vertretungen vorbringen, daß die Diskussionen zu der Verordnung zu kurz gehalten wurden. Die Verkehrskommission selbst hat die Wahl verzögert. Eine Wahl ist für Anfang April vorgesehen.
Quelle: T&E

Deutschland (1): Das Chaos um die Autobahngebühren

Die deutschen Bemühungen eine Autobahngebührenverordnung in Höhe von 15cents/km einzuführen sind immer noch nicht umgesetzt. Toll Collect, das deutsche Unternehmen, das das elektronische Zahl-System für LKWs über 12 Tonnen realisieren soll, hat dies immer noch nicht geschafft. Die Ironie dabei : Österreich hatte mit der Umsetzung überhaupt keine Probleme. Österreich hat mit dem 1. Januar 2004, wie von der Regierung beschlossen, ein Gebührensystem (20-22 cents/km) eingeführt. Mehr Infos: Bund http://www.bund.net/

Tel: +49 30 275 8640 und Presse-Mitteilungen http://www.bund.net/lab/reddot2/pressemitteilungen_2743.htm

Deutschland (2): Lkw-Maut-Desaster

Der deutsche Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat den Maut-Vertrag mit dem Betreiber-Konsortium Toll-Collect am 17.2. gekündigt und Anfang März doch wieder in Kraft gesetzt. Damit bekommt das Projekt für mehr Kostengerechtigkeit mindestens ein Jahren Verzögerung, geplanter neuer Termin ist der 1. Januar 2005. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte in einer Medienmitteilung einen realistischen Zeitplan für eine andere Art der Maut-Erhebung gefordet. Außerdem sollten die finanziellen Engpässe zum Anlass genommen werden, den Bundesverkehrswegeplan durchzuforsten und sinnlose Projekte zu streichen.

Infos: Heike Aghte Umweltbüro Neubeuern Heike.Aghte@t-online.de

Gute Nachrichten : Das Schweizer Volk hat die Avanti-Initiative zurückgewiesen

Das ist eine unheimliche Erleichterung für alle Gegner der Straßen-Transitverkehrs: Die Schweizer haben mit 62,8% den « Avanti-Gegenvorschlag » zurückgewiesen, der ein umfangreiches Programm von Straßen-neubauten, unter anderem die Verdoppelung des Gotthard-Tunnels, beinhaltete. Ein weiterer Grund zur Zufriedenheit : Kein einziger Kanton hat mehrheitlich für die Avanti-Initiative gestimmt. Hiermit geht eine klare einheitliche Meinung der Schweizer Bevölkerung an die Bundesstaaten.

Infos: Alpen-Initiative; www.alpeninitiative.ch

Mont-Blanc: Verhärtung

Am 21. Januar im Rahmen des 84. Wochentreffens der Umweltschützer in Vigie, auf der Zufahrtsstrecke zum Mont Blanc-Tunnel hat ein LKW-Fahrer einen Schlenker gemacht, mit der Absicht, Umweltschützer anzufahren die, bekleidet mit unserem weißen Anzug, dabei waren, Flugblätter an Auto- und LKW-Fahrer zu verteilen. Einer von Ihnen ist gestürzt und hat die Reifen des LKW gestreift. Der LKW-Fahrer hat sofort die Flucht ergriffen. Schockiert von diesem Zwischenfall haben die Umweltschützer sich entschlossen die Durchfahrt für LKW für 10 Minuten zu blockieren, was sofort zu einem Verkehrsstau führte. Die Ordnungskräfte, die übrigens zum Zeitpunkt des Zwischenfalls mit dem LKW nicht sichtbar waren, haben am Ende der Demonstration alle Wagen, in denen Umweltschützer fuhren angehalten, bei allen einen Alkoholtest sowie eine Fahrzeug- und Ausweiskontrolle durchgeführt. Alle Teilnehmer konnten danach wieder zurückfahren, registriert aber unangetastet. Der Verein ruft seine Sympathisanten auf, weiterhin jede Woche an der Vigie präsent zu sein und die Aktionen der Mont-Blanc Vereine friedlich zu unterstützen. Quelle und Kontakt: http://www.arsmb.com

Pyrenäen : LKW-Unfall im Aspe-Tal

Am Montag, den 11. Februar ereignete sich ein LKW-Unfall auf der Straße unterhalb von Fort du Poutalet. Dies ist der 9. LKW-Unfall auf der Nationalstraße 134 seit der Tunnel-Eröffnung im Januar 2003. Es ist der vierte Unfall, der sich an der gleichen Stelle ereignet. Wer ist der Nächste? Das Komitee der Einwohner für das Leben im Aspental (Mitglied bei ITE) wiederholt seine Forderung, daß es gegen den internationalen Transitverkehr im Aspe-Tal ist und verlangt entsprechende Beschränkungen. Ein Verbot von Gefahrguttransporten ist heute ein vordringliches Anliegen. Kontakt : Bernard L Tel / Fax +33 (0)5 59 34 50 30. Ein Foto vom Unfall kann angefordert werden beim Sekretariat von ITE: info@ite-euro.com

Frankreich : Minimal-Dienstleistungen bei der SNCF?

Der Verkehrsminister Gilles de Robien hat Mitte Februar erklärt, daß sich eine Expertengruppe bilden wird, die innerhalb von 6 Monaten Vorschläge ausarbeiten soll, wie während der Dauer von Streiks ein Mindest-Standard an Dienstleistungen aufrecht erhalten werden kann. Die Gruppe setzt sich aus 9 Mitgliedern zusammen, die Lösungen suchen soll, wie ein Gleichgewicht hergestellt werden kann zwischen dem Streik-Recht, dem Gesetz und der Aufrechterhaltung von öffentlichen Dienstleistungen, die ebenfalls einen berechtigten Anspruch darstellen, sagt der Minister... und wie man weiß, ist es bei solchen Fragestellungen immer am einfachsten, eine Kommission zu bilden. Quelle: AFP


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea delle Trasport - Europäische Verkehrsinitiative

Bei Fragen oder Unklarheiten im Zusammenhang mit dieser Website wenden Sie sich bitte an support@ite-euro.com

8.3.2004