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ITE Newsletter 67: September / Oktober 2004
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Die Protestbewegung
trauert
Wir
möchten in diesem ITE-Fax den tragischen Unfall, der das Leben
von Sebastian aus der Anti-AKW-Bewegung forderte, erwähnen: Am
7.November wurde in Avricourt, im französischen Lothringen ein
junger AKW-Gegner von einem Zug, der Atommüll aus Deutschland
transportierte, tödlich verletzt. Der junge Mann wollte den Zug
blockieren, um gegen die Gefahren des Atommülls für uns und
die künftigen Generationen zu demonstrieren. Es ist unter der
Würde eines demokratischen Staats, daß man jahrelang auf
Bahnschienen und auf Straßen demonstrieren muss, um eine
transparente Debatte der Energiepolitik in Frankreich zu erkämpfen.
Sie können eine Sympathie-Nachricht an die Familie und Freunde
des Opfers senden, in dem Sie eine E-Mail oder eine Karte an 'Sortir
du Nucléaire'
rezo@sortirdunucleaire.org
verschicken. Diese wird dann weitergeleitet.
Agenda
7.-10.
April 2005, Bilbao (Spanien), Mitgliederversammlung und ITE-Tagung
zum Thema 'Internationaler Güterverkehr und nachhaltige
Entwicklung'. Merken Sie sich bereits jetzt diesen Termin vor!
Veränderungen
in der Arbeitsgruppe «nachhaltiger Verkehr» bei FNE
Dieses
ITE-Fax erscheint nach langer Funkstille, die durch die Überlastung
des ITE-Sekretariats entstanden ist. Das Fax Nr. 67 konnte dank Marc
Le Rochais von France Nature Environnement, einem Kollegen der
ITE-Sekretärin Elsa Coslado erscheinen. Leider verabschiedet
sich Marc von FNE. ITE bedauert sein Ausscheiden und bedankt sich für
die Unterstützung, die er bei den Aktivitäten des
ITE-Sekretariats geleistet hat (vor allem während des letzten
Aktionstags). Wir wünschen ihm das Beste für die Zukunft!
Das
ITE-Sekretariat sucht eine neue Organisation
Durch
den Abschied von Marc Le Rochais von FNE wird das ITE-Sekretariat
noch mehr an den Rand seiner Kapazitäten kommen, da Marc nicht
ersetzt wird. Deshalb sucht ITE für sein Sekretariat eine neue
Heimat bei einer engagierten Umwelt-/Verkehrs-Organisation. Sind Sie
bzw. Ihre Organisation interessiert ? Bitte melden Sie sich beim
ITE-Sekretariat unter:
info@ite-euro.com
Eine
finanzielle Unterstützung, in Höhe von 20% der Arbeitszeit,
wird in Aussicht gestellt.
Rückblick
ITE-Aktionstag 2004
Dieses
Jahr wurden 17 Aktionen in Österreich, Deutschland, Frankreich
und Italien organisiert. Im Ennstal (Österreich) fand ein
Informationsabend zum Thema «Verkehr – regionale
Wirtschaft» mit einem Vertreter der
Globalisierungskritiker-Organisation ATTAC statt. In Courmayeur
(Italien) stellten sich Demonstranten am Tunneleingang vom Mt.
Blanc-Tunnel auf, um die dortigen Kontrollen zu beobachten. In Bedous
im Aspental (Pyrenäen, Frankreich) wurde an der Nationalstraße
TRN 134 ein Picknick mit Verteilung von Flugblättern
organisiert. Etwas traditioneller, aber ebenso wichtig: die
Verteilung von Flugblättern auf den Wochenmärkten wie z.B.
durch Réagir in Saint Jean de Maurienne in Frankreich.
Wichtige
Veranstaltungen gab es auch im Elsaß, z.B. in Hachimette. Dort
hat COSTAV, ein Verein mit ca. 100 Mitgliedern ein Picknick mit
Flugblattverteilung organisiert, um gegen die 1500 LKWs zu
demonstrieren, die täglich durch das Tal donnern, und um eine
Schwerverkehrsabgabe zu fordern. Nicht weit davon haben die
AktivistInnen von Thur Ecologie Transports während einer Stunde
die Nationalstraße RN 66 an einem Knotenpunkt blockiert, so daß
sich auf mehreren Kilometern ein Stau bildete, der zahlreiche LKWs
stoppte. Das Echo in den Medien war gross, mit sehr guten Artikeln
der Regionalpresse.
In
Chamonix, wurden von rund 60 DemonstrantInnen, entlang der
Zufahrtsstraße zum Mont-Blanc, Mahnfeuer angezündet. Etwa
hundert Polizisten waren anwesend. Die Bevölkerung
empfängt die Transit-Gegner am Mont-Blanc immer sehr
gastfreundlich: schöne Begegnungen zwischen den TeilnehmerInnen
und gute Berichterstattungen, mit einer Reportage von France 3
Rhône-Alpes, sind ebenfalls zu erwähnen. Sogar 'Officiel
des Transports', eine Fachzeitschrift, die im Transportbereich hohe
Auflagen hat, publizierte einen Artikel über die Aktion.
Bei
einem Treffen der EU-Kommission in Brüssel hat die Mitarbeiterin
des Generaldirektors für Verkehr und Energie Erkundigungen über
ITE eingeholt, da 137 Protestfaxe bei der Kommission eingegangen
sind.
Mountain
Wilderness Schweiz hat eine allgemein formulierte, positive Antwort
des Verkehrsministers Moritz LEUENBERGER erhalten, in der er
verspricht, eine Politik umzusetzen, die in die Richtung der
Forderungen von ITE geht.
Bravo
und Danke an die Vereine, die an dem Aktionstag und den Protestfaxen
mitgewirkt haben.
Nachrichten
«Die
externen Kosten des Verkehrs – in Richtung einer französischen
Schwerverkehrsabgabe?»
Dies
ist der Titel eines Seminars, das vom Arbeitskreis «Nachhaltiges
Verkehrs- und Mobilitätswesen» von FNE am 25. September in
Paris, am Sitz der französischen Eisenbahnen SNCF veranstaltet
wurde. Etwa 30 Vereinsmitglieder aus ganz Frankreich, Belgien und der
Schweiz haben teilgenommen. Morgens wurde von einem Vertreter des
französisischen Verkehrsministerium der Standpunkt der
Verwaltung zum Thema «Externe Kosten» und die Art und
Weise der Umsetzung dargelegt. Auffallend ist der große
Unterschied, den es hinsichtlich der Kostendeckung zwischen den
Autobahnen, den städtischen Hauptverkehrsstraßen und den
ökologisch sensiblen Gebieten gibt: LKWs bezahlen einen geringen
Anteil der Kosten auf langen Strecken, aber auch dort nicht alles.
Auf Hauptverkehrsstrassen in den Agglomerationen, wo die höchsten
Belastungen auftreten, ist der gedeckte Anteil sehr gering.
Dieselfahrzeuge bezahlen weniger an externen Kosten als
Benzin-Fahrzeuge. Es gibt zwei Möglichkeiten, LKWs zu besteuern:
Kilometerpauschalen auf den Nationalstraßen ohne Gebühr,
und Steuern für die sensible Zonen. Ein Vertreter des
schweizerischen Bundesamts für Raumentwicklung hat von der
Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe LSVA berichtet, und von
den ersten Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklung. Die
Schwerverkehrsabgabe LSVA ist die praktische Umsetzung dessen, was
wissenschaftlich längst erwiesen ist: Lärm, Gebäudeschäden,
Stau, Gesundheitskosten, Unfallkosten belaufen sich auf etwa 720
Millionen Euros pro Jahr und müssen endlich durch die
Verursacher gedeckt werden. Die ersten Ergebnisse der LSVA sind
positiv: Verringerung der gefahrenen Kilometer, Erneuerung der
Fahrzeugparks mit geringeren Emissionen. Verschiedene Beispiele zur
Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene liegen vor. Die
Erhöhung der LSVA und die Modernisierung des Schienenverkehrs
werden diese Entwicklung weiter verstärken. Am Nachmittag wurde
über die Themen der Morgenveranstaltung debattiert und mit den
Referenten diskutiert. Mögliche Strategien für eine
französische LSVA wurden entwickelt.
Sie
können das Protokoll (F) bestellen bei:
transports@fne.asso.fr
LSVA-Arbeitstagung
bei der EU-Kommission in Brüssel
Angesichts
eines möglichen Anstiegs des LKW-Verkehrs im Elsaß nach
der Einführung der deutschen Lkw-Maut ab 1. Januar 2005 hat
Michel DUBROMEL, Vize-Prasident von Alsace Nature eine erste
Lobbying-Aktion zur Einführung einer französischen
LKW-Abgabe organisiert. Mit Unterstützung des Senators Hubert
HAENEL, wurden etwa 10 Vereinsmitglieder am 11. Oktober bei der
EU-Kommission in Brüssel emfpangen.
Der
Kontakt zu verschiedenen Personen wurden geknüpft: Beamte, die
die Eurovignetten-Richtlinie ausarbeiten, der Direktor der DG TREN,
Verkehrsvertreter der französischen Regierung bei der EU...
Während dieses Tages, der als Anfang weiterer Treffen anzusehen
ist, haben wir diskutiert, uns ausgetauscht, Kontakte geknüpft...
Die
Eurovignetten-Richtlinie wurde am 7. Oktober 2004 wieder im
Verkehrsrat blockiert. Eine weitere Beratung soll im Dezember
stattfinden. Entsprechend den Aussagen des Verkehrsdirektors bei der
EU-Kommission wollen einige Durchfahrtsländer in der
Kostendeckung noch weiter gehen (Integration der Lärmkosten und
sonstiger Umweltkosten) während sich andere Länder am Rande
Europas dagegen aussprechen (Schweden, Portugal, Spanien,..). Die
Europäische Kommission strebt an, daß das gesamte TEN-Netz
von der Schwerverkehrsabgabe betroffen ist, also auch
Umleitungsstrecken. Ziel ist es, die Abgaben wieder zur Finanzierung
des Verkehrssektors zu verwenden, einschließlich Alternativen
im Transportbereich. Die Hauptsache ist, dass eine Entscheidung
getroffen wird, die es zulässt, später zusätzliche
Kosten zu integrieren. Wir konnten auch andere Themen ansprechen, wie
z.B. das Nachtfahrverbot in den Alpentälern. Die Kommission ist
bereit, an dieser Fragestellung zu arbeiten, aber sie benötigt
Untersuchungen, die eine solche Maßnahme rechfertigen.
Auch
hierzu können Sie ein Protokoll anfordern, bei
transports@fne.asso.fr
Kurzmeldungen
Anhörung
von Jacques BARROT, EU-Verkehrskommisar
«Der
aktuelle EU-Verkehrskommisar hat es sich zum Ziel gesetzt, während
seines Mandats die Europäische Union in den Schlüsselaufgaben
weiterzubringen und zwar durch die Nutzung aller Möglichkeiten
der europäischen Gesetzgebung. Er möchte insbesondere
darauf achten, daß die bereits beschlossenen Maßnahmen
von den Mitgliedstaaten tatsächlich umgesetzt werden. Er möchte
vor allem eine Angleichung der Verpflichtungen des öffentlichen
Dienstes in Bezug auf die Marköffnung sowie die
Unterstützung des Schienen- und Binnenverkehrs, um gegen das
LKW-Monopol anzukämpfen, eine Reduzierung der Verkehrstoten und
Vorsorgemaßnahmen gegen Unfälle auf dem Meer umsetzen.
Anzumerken ist ebenfalls, daß Herr Barrot sich dafür
einsetzt, mehr als 1% des europäischen
Bruttoinlandsprodukts für diese Fragenstellungen aufzuwenden.»
Europäische
Verkehrspolitik, September 2004. SBB CFF FFS Generalsekretariat,
Internationale Angelegenheiten
Interoperationalität:
Alpen-Initiative formuliert Vorschläge
Im
Rahmen einer Anhörung der EU-Richtlinie zur Interoperationalität
der Bahnen hat die Alpen-Initiative die Verspätung bedauert, mit
der diese Fragestellungen bearbeitet werden. Der Schweizer Verein
schlägt vor, die technische Harmonisierung der verschiedenen
europäischen Netze zu beschleunigen. Hierzu wäre ein
internationaler Fond auf europäischer Ebene hilfreich. Die
Alpen-Initiative meint, daß das gesamte Netz in den
Zuständigkeitsbereich der Interop-Direktive einbezogen werden
sollte.
Nähere
Infos bei: Alf Arnold, Geschäftsführer der
Alpen-Initiative, Tel. 0041 (0)79 711 57 13
Unterstützung
für den kombinierten Güterverkehr in Österreich
«Die
Europäische Kommission hat am 8. September dem österreichischen
Plan zugestimmt, der beabsichtigt die Entwicklung des kombinierten
Güterverkehrs zu fördern, um damit den Transfer des
Güterverkehrs von der Straße auf andere Verkehrssysteme zu
verlagern. Die vorgesehenen Maßnahmen helfen, die nationalen
Ziele sowie das Protokoll von Kyoto umzusetzen.»
Europäische
Verkehrspolitik, September 2004. SBB CFF FFS Generalsekretariat,
Internationale Angelegenheiten
Unterstützung
für die Binnenschifffahrt in Frankreich
«Die
Europäische Kommission hat am 8. September dem französischen
Plan zur Unterstützung des Binnenverkehrs zugestimmt
(Modernisierung der Flotten und Werbung für die
Binnenschiffahrt).»
Europäische
Verkehrspolitik, September 2004. SBB CFF FFS Generalsekretariat,
Internationale Angelegenheiten
Mont-Blanc
(Frankreich): Neue monatliche Aktionen geplant
Nachdem
der Kreisverkehr „La Vigie“, der symbolträchtige
Versammlungsort der wöchentlichen Aktionen der
UmweltaktivistInnen am Mont Blanc, seit über zweieinhalb Jahren
verschwunden ist, werden zukünftig neue Aktionen stattfinden. Am
Mittwoch 17.November fand die erste dieser Aktionen statt. Die
AktivistInnen trafen sich beim LKW-Parkplatz unterhalb der
Egratz-Brücke an der Zufahrt zum Mont-Blanc-Tunnel, um eine
Putzaktion an den Kultur- und Sachgütern durchzuführen.
Unter dem Blick der Medien, die in grosser Zahl dabei waren, haben
die AktivistInnnen mit viel Wasser das Kontrollhäuschen geputzt,
das vom Staub und Ruß der Dieselmotoren verschmutzt war. Auf
dem Transparent war zu lesen: „Wer putzt unsere Lungen??“.
Das nächste Treffen findet am 15. Dezember 2004 am Kreisverkehr
bei der Tunnelzufahrt in Chamonix statt. Infos:
www.arsmb.com
Veröffentlichungen
Der
Weg für die Alpenkonvention ist frei?! Umsetzung im Bereich des
Transportwesens.
Wie
kann man das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention umsetzen und
welche Möglichkeiten bestehen, eine nachhaltige Mobilität
im Alpenraum zu sichern? Diese Fragestellungen sind das Kernstück
einer Studie, die die Internationale Alpenschutzkommission CIRPA
veröffentlicht hat. Dabei werden die Ergebnisse der
Jahreskonferenz der CIPRA vom 23. und 24.Okotber 2003 in Salzburg
vorgestellt. Die Unterlagen können auf französisch, deutsch
und italienisch angefordert werden bei CIPRA-International
(
http://www.cipra.org
)
oder CIPRA-Österreich (
birgit.karre@cipra.at
).
CIPRA-International (2003)(Hrsg.) : Der Weg für die
Alpenkonvention ist frei?! Umsetzung im Bereich des Transportwesens.
Protokolle der Konferenz der CIPRA im Jahr 2003, Große
Dokumentar-Serie 2003/21, 118 Seiten , ISBN 3-906521-57-5, Preis: EUR
10,30.-, CHF 15.-
(zuzügl. Versandkosten).
Geschenkideen
für Weihnachten
Sie
möchten jemandem eine Freude bereiten und gleichzeitig einen
dynamischen Verein unterstützen? Das Sortiment der
Geschenkartikel, das von der Alpen-Initiative angeboten wird, ist
erneuert und erweitert worden: Kerzenständer, Eierbecher,
Butterdosen, Kuchenplatten aus Quarzit aus dem Valser-Tal –
jedes Exemplar ein Einzelstück. Handgemachtes Holzspielzeug,
Lebensmittel, Kosmetik und Textilien bester Qualität, schöne
Bücher...Sie können diese und andere Artikel, die nicht auf
der Bestellkarte abgedruckt sind, über das Internet bestellen
http://www.initiative-des-alpes.ch
(Rubrik "Boutique").
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