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ITE Newsletter 69: März 2005
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Agenda
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WICHTIG: 7.-9. April 2005,
in Vitoria-Gasteiz (Baskenland, Spanien) : Treffen veranstaltet
von ITE, T&E et FNE. Programm in Kurzform:
-
Konferenz zum Thema « Nachhaltiger Gütertransport in
empfindlichen Regionen » von T&E, am 7. Und 8. April ;
-
« Generalversammlung von ITE 2005 », am 8.
April ;
-
« Tage der NGO », am 9. April.
Weitere
Infos unter :
http://www.ite-euro.com
oder
info@ite-euro.com
Vollständiges
Programm der Konferenz:
http://www.t-e.nu/docs/events/2005-03_sensitive_areas_conf_bilbao_apr7-8_fr.pdf
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Wir hoffen Euch in großer Zahl in
Vitoria-Gasteiz zu treffen.
Protestmarsch
am 3. April 2005 in St Joseph (Kreis la Loire, Frankreich) im
Rahmen des Protest gegen die Planung des Autobahn-Netzes bei Lyon und
somit auch gegen die A 45. Weitere Infos unter:
http://www.scjarez.org/
Öffentlicher
Diskussionsabend zum Thema « Luftverschmutzung »
organisiert vom Verein « Défense
de la Vallée de la Vallière ». Donnerstag,
28. April 2005 um 20 Uhr, Mehrzweckhalle von Perrigny (Jura,
Frankreich). Weitere Infos unter :
vallee-la-valliere@wanadoo.fr
Große
Demo in Chamonix am 30. April 2005
Im
Rahmen der Gerichtsverhandlungen zum Mont Blanc Tunnel ist der
Abschluß der Plädoyers für den 29. April vorgesehen.
Danach werden die Vereine und die Bevölkerung sich zu Wort
melden. Hierzu wird eine große Demo in Chamonix (Frankreich)
organisiert. Seit Beginn der 90er Jahre haben die örtlichen
Bewohner, ihre Bürgermeister und Feuerwehrleute auf die
Praktiken am Mt. Blanc Tunnel aufmerksam gemacht, die darin bestanden
immer mehr Lastwagen durch den Tunnel fahren zu lassen und dabei
gleichzeitig die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen zu
reduzieren und damit den Tunnel in eine gefährliche
« Sparbüchse » zu verwandeln. Heute wird,
trotz der Katastrophe von 1999 und seinen 39 Todesopfern die gleiche
Politik weiterbetrieben, es werden nach wie vor die gleichen
politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen getroffen und damit
die Nutzung des Tunnel bleibt somit nach wie vor ein Thema. Kommt
zahlreich zu diesem symbolischen Treffpunkt « Mont Blanc »
um gegen die einseitige Verkehrspolitik Pro-Straße zu
demonstrieren und die Entwicklung von alternativen Verkehrsmitteln zu
fordern. Weiter Infos unter:
http://www.arsmb.com
Die
nächste Ministerratssitzung der CEMT findet in Moskau statt
Die
nächste Ministerratsitzung des CEMT (Europäische
Verkehrsminister-Konferenz) wird am 24. Und 25. Mai 2005 in Moskau
stattfinden. Entsprechend der Tagesordnung stehen folgende Themen an:
Organisation des internationalen Güterverkehrs auf Straßen,
die sozialen Aspekte des Güterlastverkehrs, diskriminierende
Steuern und Abgaben im Straßenverkehr, Verteilung von
Mineralöl, Abgabe zur Schienen-Nutzung sowie die
Infrastruktureinrichtungen und –verbindungen zwischen Europa
und Asien.
Europäische
Union :
Der nächste Europarat der Verkehrsminister
findet am 21. Und 27/28. April in Brüssel statt.
ITE
sucht eine neue Organisation für sein Sekretariat
France
Nature Environnement (FNE) hat im Januar 2002 das ITE-Sekretariat
übernommen und wird dieses nur noch bis Ende Juni 2005
ausführen. Deshalb sucht ITE eine Organisation, die diese
Aufgaben zukünftig übernimmt. Ist Ihr Verein interessiert
oder wünscht weitere Informationen ? Melden Sie sich beim
Sekretariat
info@ite-euro.com
Es
können eventuell Möglichkeiten gefunden werden zumindest 20
% der erforderlichen Arbeiten zu finanzieren.
Nachrichten
Stellungnahmen
und Aktionen im Rahmen der Gerichtsverhandlungen zum
Mont-Blanc-Tunnel
Die
Gerichtsverhandlung zum Mont-Blanc-Tunnel wurde am 31. Januar 2005
eingeleitet und wird voraussichtlich am 29. April abgeschlossen. Die
militanten Vereine vom Mont-Blanc haben sich seit Beginn dieses
Prozesses (Bonneville, Frankreich) sehr ruhig verhalten, um somit
auch auf die Trauer und das Leiden der betroffenen Familien Rücksicht
zu nehmen. Sie waren anwesend aber zurückhaltend. Die Vereine
halten folgende grundsätzliche Punkte für wichtig:
-
Die
wirklichen Verantwortlichen der Katastrophe sitzen nicht auf der
Anklagebank, sondern dort sitzen nur Ausführende, auf die der
Staat und die Betreiberfirmen die Schuld abgewälzt haben. Die
Vereine klagen vielmehr die Verkehrspolitik „Pro Straße“,
die alle aufeinanderfolgenden Regierungen betrieben haben an. Diese
hat zu einem erheblichen Zuwachs des Schwerlastverkehrs geführt,
der als unmittelbare Ursache der Katastrophe zu bewerten ist.
-
Die
Katastrophe am Mt. Blanc hat keinen Lernprozeß ausgelöst.
Der Straßenverkehr am Mont-Blanc steigt weiterhin während
der Güterverkehr auf den Schienen in Frankreich seit dem Jahr
2000 um 15.5 % zurückgegangen ist. Die Sicherheit des
Straßentunnels wird von der Betreiberfirma immer noch nicht
ernst genommen. Es gibt praktisch weder am Mt. Blanc noch in Frejus
keinerlei Kontrollen an den LKWs bevor sie den Tunnel durchfahren.
Am
24. März 2005, der 6. Jahrestag der Katastrophe, wird die
Gerichtsverhandlung ausgesetzt. Um 11 Uhr 56, dem Unfallzeitpunkt von
1999, wird in Chamonix Sirenenalarm gegeben und die Bevölkerung
legt ihre Arbeit nieder um mit 4 Schweigeminuten den Opfern zu
gedenken. Die Familien der Opfer werden von der Gedenkstätte der
Opfer bis zum Tunneleingang einen Schweigemarsch durchführen, an
dem jeder teilnehmen kann.
Einige
Tage vor der Eröffnung des Gerichtstermins haben die Vereine vom
Mont Blanc die Medien zu einer Pressekonferenz eingeladen. Im Rahmen
dieser Veranstaltung wurde die Zufahrtsstraße zum Mt. Blanc
blockiert, indem sich die Militanten an ein Kabel mit dem Spruch
„Hindernis für die Luftverschmutzung“ anketteten,
das über die Straße gespannt wurde.
Die
Folgen der deutschen LKW Maut auf den Verkehr im Elsaß
Nach
mehreren Verzögerungen wurde die LKW Maut seit Januar 2005 auf
deutschen Autobahnen eingeführt. Dies hat zu einer starken
Verlagerung des Schwerverkehrs von der rechtsrheinischen Autobahn
„Basel-Karlsruhe“ auf die nahezu gebührenfreie
linksrheinische Autobahn im Elsaß. Hierdurch können
ungefähr 15€ eingespart werden.
Bereits
im Dezember 2004 wurden von der französischen Verkehrsbehörde
eine Verlagerung in einer Größenordnung von ca. 1600 LKWs
pro Tag festgestellt. Seit Anfang Januar haben die Verkehrszählungen
im Elsaß zu folgendem realistischen Bild geführt: die
Verkehrsverlagerung beträgt im Durchschnitt 2 000 LKWs, in den
Spitzenzeiten bis zu 3 500 LKWS auf bestimmten Streckenabschnitten.
Dies führt an manchen Punkten zu Steigerungen von über 35%.
Die Verkehrsverlagerungen betreffen überwiegend internationale
Transporte, aber auch den deutschen Regionalverkehr, der lieber einen
Umweg über das Elsaß fährt, anstatt die LKW-Maut zu
bezahlen. Von diesen Verlagerungen ist die Gesamtheit des
elsässischen Straßennetzes betroffen, da die LKWs zur
Meidung der deutschen Autobahn auch das nachrangige Straßennetz
im Elsaß nutzen. Das gleiche Phänomen wird auch auf dem
nachgeordneten deutschen Straßennetz beobachtet, da die
LKW-Maut nur für die Fahrten auf der Autobahn erhoben wird.
Das
Elsaß ist im Hinblick auf Luftschadstoffe als empfindliche
Region zu beurteilen, da sie zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald
liegt. Bereits vor diesen neuerlichen Verkehrsverlagerungen
wurden häufige Grenzwertüberschreitungen bei Ozon
festgestellt.
Bereits
2003, als die LKW-Maut verkündet wurde, haben die französischen
Transportunternehmen für diesen Abschnitt der rechtsrheinischen
Autobahn (Deutschland) die Gebührenfreistellung gefordert. Diese
Lösung wurde verworfen, die französischen
Umweltschutzvereine (Alsace Nature und FNE) haben schnell reagiert
und Anfang Januar von den verantwortlichen Regionalpolitikern
gefordert, das deutsche System als „Pilotprojekt“ auf die
elsässische Seite auszuweiten.
Seitdem
haben der Regional- und Kreisrat diese Forderung aufgenommen und an
die zuständigen Minister weitergegeben. France Nature
Environnement unterstützt dieses Vorgehen, da diese Entwicklung
der gewünschten Erweiterung einer Gebührenabgabe für
das gesamte europäische Straßennetz entspricht.
Die
örtlichen Vereine bleiben am Ball, denn einige Straßenprojekte
befinden sich in der Planung (autobahnähnliche Umgehung von
Straßburg) und diese jüngsten Verkehrsverlagerungen
könnten zu einem zusätzlichen Argument zur raschen
Umsetzung dieser ungewünschten Projekte führen. Es ist
Vorsicht geboten, da man noch nicht genau sagen kann, ob die
öffentliche Verwaltung nun neue Straßenprojekte
vordringlich vorantreibt oder im Blick auf Europa erste Möglichkeiten
zur Schwerlastverkehrsabgabe ausprobiert.
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Konkrete und kurzfristige Folgen:
Straßenverkehrsbehörde untersucht Möglichkeiten der
Verkehrsbeschränkung
Die
regionale Straßenbauverwaltung im Elsaß denkt über
Möglichkeiten nach, den Schwerlastverkehr auf den regionalen
Autobahnen einzuschränken.
« In
den kommenden Monaten müssen wir auf irgendeine Weise Maßnahmen
durchführen, die den Verkehrsfluß fördern. Deshalb
wird über mögliche Einschränkungen für den
Schwerlastverkehr nachgedacht » erklärt Philippe Lalart,
Direktor der regionalen Straßenbauverwaltung. Möglich
wären strenge Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung,
Überholverbot für LKWs oder LKW-Verbot zu bestimmten
Tageszeiten ergänzte Herr Lalart.
(Quelle:
France 3, http://www.alsace.france3.fr/info/8451820-fr.php)
Kurz
und bündig
Schweiz:
Weniger LKW durch die Schweizer Alpen
Die
Zahl der schweren Lastwagen im alpenquerenden Güterverkehr hat
2004 im Vergleich mit dem Vorjahr um 3 Prozent abgenommen. Trotz
abnehmender Fahrzeugzahlen ist durch eine höhere
durchschnittliche Auslastung die Menge der auf der Strasse
transportierten Güter um rund 5 Prozent
gewachsen.
Die transportierte Gütermenge auf der Schiene stieg um 10
Prozent. Damit hat sich erstmals seit dem Jahr 2000 der Modal Split
(Schienenanteil) zugunsten der Bahn verschoben, und zwar von 63 auf
65 Prozent.
UVEK
è
in.ch/dokumentation/medienmitteilungen/artikel/20050308/02210/index.html?lang=de
Ansonsten :
Straßenverkehr steigt
Selbst wenn
sich in der Schweiz die RPLP (Schwerlastverkehrsabgabe) mit einer
Verlagerung auf die Schiene günstig ausgewirkt hat, steigt der
Schwerlastverkehr in anderen sensiblen Regionen. Am Brenner (Tirol,
Österreich) bereitet die Situation besondere Sorgen. 2004 war
dort ein Jahr der Rekorde : sowohl für den
Schwerlastverkehr (+20% Zuwachs) als auch für die Luftqualität.
Die Grenzwertüberschreitungen waren so umfangreich, daß
einige regionale Gebieten als «Sanierungsgebiete»
klassifiziert werden mussten. Am Tunnel vom Mont-Blanc wurde im
November 2004 eine Steigerung von 25 % gegenüber November
2003 festgestellt und der Verkehr im Elsaß ist ebenfalls
drastisch gestiegen (siehe oben).
Österreich:
Ungenügende Sicherheitsstandards für LKW-Fahrer
Im
Transportbereich haben LKW-Fahrer die schlechtesten
Arbeitsbedingungen. Ihr Risiko eines tödlichen Arbeitsunfalls
ist siebenmal so hoch wie im Durchschnitt der Angestellten, das
Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, ist um 65% höher.
Arbeitsrechts- und Sicherheitsvorschriften werden häufig
missachtet. Das Factsheet des VCÖ zum Thema ist unter
http://www.vcoe.at/
(Publikationen
/ Factsheets) verfügbar.
Der
Tunnel von Somport für LKWs gesperrt
Nach
einem Erdrutsch bei Urdos (Aspe-Tal, Frankreich) wurde der
Schwerlastverkehr für LKW über 3,5 to auf unbestimmte Zeit
in Abhängigkeit von der Dauer der erforderlichen Arbeiten
verboten. Der Verein „Comité des Habitants pour la Vie
en Vallée d’Aspe“ hat erklärt, daß sich
das Tal über dies Tunnelsperrung freut. Die Bewohner atmen
freier und die Touristen sind glücklich. Der Verein hat die
Politiker im Tal aufgefordert, die Teilsperrung zum Anlaß zu
nehmen, um Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Stützung der
lokalen Wirtschaft in die Wege zu leiten. Der Tunnel ist in den Augen
der Mehrheit der Bevölkerung unnötig, teuer und mit
Eingriffen und Gefahren verbunden.
Die
Umwelt ist wichtiger als die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
« Wenn
der Einwohner der Europäischen Gemeinschaft eine Wahl zu treffen
hätte, so würde er sich lieber für den Umweltschutz
als für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
entscheiden (63% gegenüber 24%, die diese Ansicht nicht
teilen) » ! Dieser Auszug auf dem letzten
Eurobarometer Spécial / Agenda von Lisabonn (S. 38). Worauf
warten die Politiker um auf die von einer Mehrheit der Europäischen
Bevölkerungen gewünschten Richtung zu reagieren.
Den
Gesamtbericht gibt es unter:
è
http://europa.eu.int/comm/public_opinion/archives/ebs/ebs_215_fr.pdf
Veröffentlichungen
Umwelt :
Gutachten OCDE Zur Umwelt in Frankreich- Eine positive aber strenge
Bilanz
OCDE
hat vor kurzen die « Schlußfolgerungen und
Empfehlungen des Umweltberichts Frankreich » veröffentlicht;
sie sind unter folgender Adresse verfügbar:
è
http://www.oecd.org/document/59/0,2340,en_2649_201185_34466747_1_1_1_1,00.html
Der Umgang
mit Schadstoffen, den natürlichen Rohstoffen und der
Biodiversität stellt in Frankreich ein Hauptthema dar.
Das
Gutachten von OCDE über die Umweltleistung in Frankreich
unterstreicht die Effektivität der Umweltpolitik, aber
verweist auch auf die Notwendigkeit, die Umweltbelange im Bereich
Energie, Verkehr und Landwirtschaft zu integrieren. Das Gutachten
formuliert 49 Empfehlungen, die die bereits begonnenen Aktionen zur
nachhaltige Entwicklung in Frankreich weiter verstärken sollen.
Der
vollständige Bericht, der zahlreiche Umweltindikatoren enthält,
wird im Juni 2005 veröffentlicht.
«
La
mémoire courte (Kurzgedächtnis)
», ein
Buch von Jean Martinetti, um (fast) alles über die ersten
Momente und die Ursachen zum Tunnelkatastrophe am Mont-Blanc zu
erfahren. Nach seinem Roman « Larmes blanches (Weiße
Tränen)» begibt sich Jean Martinetti mit diesem neuen Buch
mitten in die Geschehnisse. Schnallt euch an... Buchbestellung unter
:
http://ww.arsmb.com
«
Tunnel
von Mont-Blanc : Die Falle
», Buch von Jean-Paul Trichet
(Verlag Guérin). Vorstellung des Buches am 21,. März 2005
im „Maison de Savoie“ in Paris. Das Buch erzählt die
Geschichte eines kleinen Vereins, des ARSMB, der den Mut hatte «LKW-
NEIN» zu sagen und sich 4 Jahre lang gegen den Staat zu
stellen. «Unsere Gründe waren richtig», erklärt
Jean-Paul Trichet, « Wir wussten nicht auf welch
undurchsichtiges System wir dabei stossen würden! »
wiederholt er ohne Verbitterung..
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