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ITE Newsletter 71: Juni/Juli 2005
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Aktionstag ITE : 30. September und 1. Oktober 2005
Der Aktionstag 2005 hat folgendes Thema : « Klimaschutz und Verkehr ». Alle
Mitgliedsorganisationen von ITE - aber auch Nichtmitglieder - sind aufgefordert
an diesem Aktionstag teilzunehmen. In diesem Jahr werden für eine grössere
Flexibilität zwei aufeinanderfolgende Tage vorgeschlagen.
Anmeldung und Infos : info@ite-euro.com
Agenda
25. Juni: Seminar bei
France Nature Environnement
« Für
einen umweltverträglichen Gütertransport in Frankreich »,
Paris
FNE stellt 2005-2006 ein
Aktionsprojekt auf, das sich zum Ziel setzt Vorschläge zur
Einführung einer LKW-Gebühr zu unterbreiten. Mit diesem
Seminar soll der offizielle Startschuß zu diesem Projekt
gegeben und der Gedankenaustausch begonnen werden. Bei dieser
Gelegenheit werden die anwesenden Teilnehmer gemeinsam mit den
Fachleuten, 4 prioritäre Themenbereiche festlegen, die die
Grundlage des Fachgutachtens zu diesem Projekt bilden sollen.
Möchten
Sie an diesen Überlegungen und an der Erstellung des Leitfadens
zur nachhaltigen Entwicklung des Güterverkehrs teilnehmen ?
Programm und Anmeldung:
http://www.fne.asso.fr/InvitationSeminaireFNE.doc
9.-19. Juli:
Ausstellung « Die zukünftige Querung der Pyrenäen »
in Mourenx
In 7 Ausstellungsräumen
wird die « zukünftige Querung der Pyrenäen »
dargestellt und im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung
dargestellt. Die Ausstellung macht somit dem Besucher die mit der
Entwicklung des transpyrenäischen Verkehrs einhergehenden
Konflikte deutlich und gibt ihm einen Einblick in die vorgesehenen
Planungsmodelle sowie deren möglichen Auswirkungen bis zum Jahr
2020. Die Ausstellung soll in den ganzen Pyrenäen gezeigt werden
(von Hendaye nach Cerbère und von Saint Sébastien nach
Cadaques).
Mehr
Infos:
remy.morel@lacqodyssee.fr
18.-21. Juli: 5.
Internationale Konferenz für die autofreien Städte,
Budapest, Ungarn
Bei der Konferenz
handelt es sich um das jährliche Forum von Fachleuten,
Aktivisten und Umweltschutzvereinen, die sich für
menschenfreundliche Städte einsetzen und dafür werben,
Transporte innerhalb von Stadtgebieten zu Fuß, mit dem Rad und
mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu erledigen.
Programm
und Anmeldung:
http://www.worldcarfree.net/conference/
Mehr
Aktionsinfos in unserem Veranstaltungskalender ?
Liebe Leser von Fax-ITE,
wenn Sie die anderen Leser auf wichtige Veranstaltungen aufmerksam
machen wollen, schicken Sie uns ein Mail damit wir die Infos in das
Fax-ITE integrieren können.
Der
Unfall im FREJUS-Tunnel
Juni 2005
Bestandsaufnahme
Fréjus
-
Am 3. Juni
hat im Tunnel von Frejus ein Lastwagen gebrannt. 2 Personen sind
dabei ums Leben gekommen.
-
Der Tunnel
wird auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben (die letzten
Nachrichten sprechen davon, den Tunnel im September wieder zu
öffnen, da die Tunnelstruktur nicht allzu sehr gelitten habe).
-
Am Abend
zuvor haben zwischen 15'000 und 30'000 Personen im Suse-Tal
(italienische Seite des Tunnels) gegen den Bau des
Bahn-Basis-Tunnels Lyon-Turin demonstriert. Das enge Suse-Tal ist
dicht bevölkert und ist bereits zahlreichen Beeinträchtigungen
ausgesetzt, die zum einen durch die Autobahn, die zum Frejus-Tunnel
führt zum anderen durch die Bahnlinie Mont Cenis verursacht
werden.
-
Die
Umweltschutzvereine der Täler vom Mt. Blanc und vom Frejus, die
sich gegen die straßenmonopolierte Verkehrspolitik wehren,
haben den bis heute nicht stattgefunden und seit Jahren geforderten
Wechsel in der Verkehrspolitik angeprangert.
Mont Blanc
-
2/3 des
Verkehrs hat sich auf die Mont Blanc-Straße verlagert. Hier
werden mittlerweile bis zu 5000 Lastwagen täglich gezählt.
-
Eine
Studie zur Luft-Schadstoffbelastung hat eindeutig nachgewiesen, daß
diese LKW-Belastung nicht mit den Grenzwerten vereinbar ist
(Europäische Richtlinie).
-
Die
Bevölkerung und der Bürgermeister von Chamonix haben am 8.
Juni die Tunnelzufahrt blockiert, um gegen diese inakzeptable
Situation zu demonstrieren. Eine weitere Demo hat am 15. Juni
stattgefunden.
Frankreich–
Italien – Europäische Union
-
Seit
dem Unfall wurden keinerlei Maßnahmen ergriffen, um die
Verkehrsbelastung durch Lkws im Tal von Chamonix zu beschränken.
Es sind auch keine Maßnahmen vorgesehen, um sicherzustellen,
daß der Transitverkehr durch die Bergtäler auf ein
annehmbares Maß beschränkt wird.
Die
betroffenen Vereine fordern
-
Die
Verringerung des Straßenverkehrs,
-
Die
Verlagerung des Güterverkehrs auf andere Transportmittel,
-
Integration
der externen Kosten – Aufstellung einer Gebührenabgabe
für Lkws im Sinne der Schweizer LSVA,
-
Die
Verringerung der Umweltbeeinträchtigungen,
-
Verstärkte
Kontrolle der Fahrzeiten, der transportierten Waren etc.
-
Ein
Konsumverhalten, das die Regionen stärkt
Informationen
– Kontakte - Dokumentationen
Internet-Seite :
www.arsmb.com
Nachrichten
Strassenblockaden
am Brenner, Tauern und an der ungarischen Grenze am 27.
Mai
Nahezu
4 000 Personen haben am 27. Mai 2005 die Autobahn im Inntal auf der
Brennerstraße blockiert, um gegen die Auswirkungen des
Schwerlastverkehrs auf die Gesundheit zu demonstrieren. Die Blockade
begann am Mittag und wurde um Mitternacht beendet. Die Lkws mußten
wegen des Nachtfahrverbots noch bis zum nächsten Morgen warten,
bevor sie weiterfahren konnten.
Auch am Tauern
und an der ungarischen Grenze fanden am selben Tag Strassenblockaden
statt.
Quelle
und Infos:
http://www.transitforum.at
Mont
Blanc : erfolgreiche Fahrradprotestfahrt
Am
28. Mai haben sich etwa 500 Personen am Radaufstieg auf der
Zufahrtsstraße zum Mt. Blanc – Tunnel beteiligt. Dieser
fand im Rahmen des Solstice 2005, einem Umwelt-Wochenende in Chamonix
statt. Eine Zusammenfassung der Aktionen ist demnächst auf dem
Internet verfügbar :
www.arsmb.com
Das
Suze-Tal gegen Lyon-Turin
Zwischen 15 000 et 30 000 Personen
haben am 3. Juni im Suze-Tal, auf der italienischen Seite des
Frejus-Tunnel gegen den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke
Lyon-Turin demonstriert. Das enge Suze-Tal ist dicht besiedelt und
die Bevölkerung und deren Volksvertreter sind geschlossen gegen
das neue Bauvorhaben. Das Tal ist bereits zahlreichen
Beeinträchtigungen ausgesetzt, die zum einen durch die Autobahn,
die zum Frejus-Tunnel führt zum anderen durch die Bahnlinie Mont
Cenis verursacht werden.
Kontakt :
info@legambientevalsusa.it
Elsaß,
offene Barrikade gegen die durch die « LKW Maut »
verursachte Verkehrsverlagerung
Im Süden
des Stadtgebietes von Straßburg, haben die Lastwagen die
Auswahl zwischen einer Autobahn und eine vierspurigen Nationalstraße
(RN83). Die RN 83 verläuft mitten durch zahlreiche Ortschaften.
Seit der Einführung der LKW-Maut in Deutschland im Januar 2005
nutzt der Transitverkehr (und zum Teil sogar der LKW-Nahverkehr) die
kostenlosen elsässischen Straßen und Autobahnen. Dies
bedeutet : nochmals 600 Lkws mehr zu den bereits vorhandenen 5
200 LKW die täglich durch dicht besiedelte Gebiete fahren.
Um auf
diese sich ständig weiter verschlimmernde Situation hinzuweisen
haben die Demonstranten am 11. Juni eine offene Barrikade bei einer
Ampel zwischen 2 Ortschaften errichtet und Flugblätter an die
langsam vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer verteilt. Bislang sind die
Anwohner mit ihren Forderungen bei den Volksvertretern auf taube
Ohren gestoßen. Nach einem letzten Sit-In auf der RN 83 hatten
sie jedoch das Gefühl zumindest für die Dauer eines Morgens
die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt zu haben. Nach dem Erfolg dieser
ersten Aktion, haben sich die Teilnehmer darauf verständigt eine
weitere Aktion durchzuführen, um konkrete Maßnahmen
einzufordern.
Quelle:
Michel Dubromel, Alsace Nature
Starke
und schnelle Mobilisierung am Mont-Blanc nach der Schließung
des Tunnels bei Fréjus
Mehrere
hundert Personen haben sich am 8. Juni spontan beim Kreisel Vigie in
Chamonix getroffen und die Zufahrtsstraße zum Mt. Blanc-Tunnel
während 1,5 Stunden blockiert. Eine derart spontane und starke
Mobilisierung zeigt deutlich die Verzweiflung und die Wut der Bürger
und ihrer Sympathisanten am Mt. Blanc. Eine weitere einstündige
Blockade fand am 15. Juni in Vigie statt.
Die
Luftschadstoffe am Tunnel des Mont-Blanc überschreiten die
Grenzwerte
Eine im
Juni 2004 veröffentlichte Studie zur Luftqualität
(www.atmo-rhonealpes.org) enthält zwei Schlußfolgerungen.
Zum einen stellt « der nach Italien fahrende
Schwerlastverkehr eine Hauptursache dar. Eine Analyse der
wöchentlichen Entwicklung zeigt, daß die
Schadstoffbelastung mit der LKW-Belastung einhergeht. » erklärt
ein Ingenieur von atmo-rhonealpes.org.
Zum anderen
hat die Wiedereröffnung des Tunnels zu einer gegenüber
vorher erheblich höheren Stickoxidbelastung geführt (NO2).
Im Jahr 2004 betrug der Jahresdurchschnitt bei der Station Bossons 44
MiKrogrammes NO2 /m3, während der Grenzwert der Europäischen
Richtlinie vom 22 April 1999 lediglich 40 beträgt. Bei einer
Überschreitung müssen seitens des Staates « Maßnahmen
zur nachhaltigen Reduzierung der Emissionen ergriffen werden ».
Dieses
Ergebnis ist um so beängstigender, wenn man weiß, daß
die Messungen zu einem Zeitpunkt stattgefunden haben, als die Zahl
der LKW-Durchfahrten noch beschränkt war : nämlich
etwa 960 pro Tag. Zwischenzeitlich ist die Zahl im Jahr 2005 auf 1
200 /Tag gestiegen und könnte weiter auf über 1500
ansteigen, insbesondere im Zusammenhang mit der Verlagerung des
Verkehrs von Frejus (Spitzen bis zu 5000LKW). Die Luftschadstoffe
werden sich also noch weiter verstärken und die europäischen
Grenzwerte weiter überschreiten. Hiermit stellt sich Frage ob
die Wiedereröffnung nicht gegen das Gesetz verstößt.
Quelle:
Le Monde,
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3228,36-659604@51-659314,0.html
Rede von
Jacques Barrot : « Für eine nachhaltige
Verkehrspolitik in Europa »
Einige
Auszüge aus den Reden der Plenarsitzungen im Europaparlament vom
6.-9. Juni 2005 : « die Begrenzung der Mobilität
stellt keine Lösung dar », « die Mobilität
ist zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor geworden. Man darf sie
auf keinen Fall zügeln », « Will Europa das
Schienennetz entwickeln oder weiterhin ununterbrochene Schlangen von
Lastwagen ertragen ? Sprechen wir Klartext : Wir brauchen
Lyon-Turin um weitere Katastrophen bei Frejus zu verhindern »,
« ohne die Konkurrenz und die « low cost »-
Kompanien, könnten sich viele keine Flug leisten, heute ist dies
kein Luxus mehr. ».
europa.eu.int
Französische
Ratifizierung des Transportprotokolls zur Alpenkonvention
Die
Alpenkonvention ist eine Rahmenkonvention mit dem Ziel einer
nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums (unterzeichnet 1991). 16% der
französischen Bevölkerung ist von dieser Konvention
betroffen. Das Transportprotokoll ist von der französischen
Regierung ratifiziert worden. Sie wird etwa Mitte Juli in Kraft
treten. Die Schweiz und Italien haben das Transportprotokoll noch
nicht ratifiziert und scheinen sich auch nicht auf dem Weg zu einer
Ratifizierung zu befinden.
Quelle:
Cipra (Convention Internationale pour la protection des Alpes),
www.cipra.org
Alpentransit-Börse
: Effektiv, technisch realisierbar und wirtschaftsverträglich
Die
Alpen-Transitbörse könnte ein geeignetes Instrument sein,
um im Hinblick auf den Alpentransit eine Verlagerung des Verkehrs auf
die Schiene zu verstärken. Eine Studie, die vom Schweizer
Verkehrsministerium beauftragt wurde hat die technische Machbarkeit
und die wirtschaftliche Verträglichkeit einer solchen Börse
ergeben. Die Transitbörse beruht auf einer begrenzten Anzahl von
Alpenquerungen. Die ausgebenden Lizenzen werden per Internet
gehandelt. Diese Idee kommt von der Alpeninitiative, die diese Börse
für ein geeignetes Instrument hält, den Güterverkehr
über die Alpen zu reduzieren. Jetzt liegt es an der Schweizer
Regierung eine politische Entscheidung herbeizurufen.
Quelle,
Infos und Herunterladen der Studie:
www.verkehr-schweiz.ch
www.alpeninitiative.ch/d/Aktuell.asp
38.5%
der Brenner-Gebühren werden an die Transportunternehmer
zurückgegeben
Die
Betreibergesellschaft Asfinag muß einen Teil Ihrer an der
Zahlstelle am Brenner getätigten Einnahmen an die
Transportunternehmen zurückgeben. Die Gebühren wurden in
den 90er Jahren erhöht, um die Zahl der Lastwagen zu begrenzen.
Diese Preissteigerung wurde jedoch vom Europäischen Gerichtshof
als unzulässig beurteilt. Asfinag und die Transportunternehmen
haben sich schließlich darauf geeinigt, daß 38.5% der
Einnahmen aus der Zahlstelle in den Jahren 1995 bis 1999 an die
Transportunternehmen zurückgezahlt werden.
Quelle:
www.derstandard.at, 10.5.2005, PRNewswir
Eröffnung
der Webseite zur Unterstützung von Tonkin
Der
„Tonkin“ ist eine 17 km lange stillgelegte Bahnstrecke,
das fehlende Bindeglied der Bahnlinie Léman-Sud. Die
Wiedereröffnung dieser Linie würde es zahlreichen Reisenden
erlauben große Umwege zu vermeiden und würde zu einer
Entlastung der Léman-Nord Linie über Lausanne führen
und damit deren Kapazität für den Güterverkehr
erhöhen.
www.sauvons-le-tonkin.euro.st
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