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ITE Newsletter 73: Dezember 2005
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Eurovignetten-Abstimmung im EU-Parlament 15.12.2005
Kostenwahrheit
im europäischen LKW Verkehr auf den St. Nimmerleinstag
verschoben
Nach
langen Verhandlungen hat heute das Europäische Parlament die
Eurovignette Richtlinie (Wegekostenrichtlinie) verabschiedet. Externe
Kosten, wie für Gesundheits- und Umweltschäden, werden
weiterhin nicht angerechnet. Zwar soll die EU-Kommission bis 2008 ein
Berechnungsmodell vorlegen, aber es sind keine Garantien vorgesehen,
dass dieses dann auch eingeführt wird. Der Verkehrsausschuss des
Parlaments hatte noch Mitte November die vergleichsweise
fortschrittliche Position vertreten, dass bei einer Nichteinigung
innert fünf Jahren die Mitgliedstaaten immerhin ein 60% Zuschlag
für externe Kosten einführen dürfen. Auf Druck des
Ministerrats ist dieser Punkt allerdings im jetzt beschlossenen
Kompromissvorschlag nicht mehr enthalten.
Die
Richtlinie kann auch auf anderen Strassen als den transeuropäischen
Netzen eingeführt werden. Ab 2012 sollen Fahrzeuge ab 3.5 Tonnen
besteuert werden können (aber mit Ausnahmeklauseln). Die
Zuschläge für sensible Zonen (Berg- und Ballungsräume)
betragen 15% bzw. 25%. Ausserdem soll eine Mautdifferenzierung nach
verschiedenen Faktoren (EURO-Emmissionkategorien, Ort, Zeit, etc.)
möglich sein.
Kommentar:
Die
europäische Verkehrsinitiative ITE ist sehr enttäuscht über
den heutigen Entscheid des EU-Parlament. Trotz unzähligen
Versprechungen geht die europäische Verkehrspolitik weiter den
Weg der Ungerechtigkeit: LKW werden weiterhin die von ihnen
verursachten Kosten nicht berappen müssen; die betroffene
Bevölkerung und die Umwelt werden weiterhin unter Lärm- und
Luftverschmutzung der LKW-Lawinen leiden; und die Verkehrsträger
werden weiterhin ungleich behandelt. Mit der jetzt verabschiedeten
Formulierung deutet alles auf eine weitere Jahre lange Verzögerung
der Kostenwahrheit im Strassengüterverkehr hin. Dies ist nicht
nur für die betroffenen Bevölkerung ein Affront, auch aus
wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht ist der Nicht-Einbezug
der externen Kosten unverständlich.
Anhang:
Am
6.12.2005 hat eine Delegation von ITE-Mitgliedern das Europäische
Parlament in Brüssel besucht. Im Gespräch mit
Parlamentarier und Assistenten verschiedener Parteien haben wir die
Notwendigkeit einer wirkungsvollen Wegekostenrichtlinie betont.
Leider hat sich schon zu diesem Zeitpunkt ein ungenügender
Kompromiss mit dem Verkehrsministerrat abgezeichnet, wie er jetzt am
15. Dezember im Plenum verabschiedet wurde. Im Anhang unser an die
ParliamentarierInnen verteiltes Flugblatt zur Eurovignette Abstimmung
(Englisch, PDF, 220Kb)
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