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Aktionen gegen den LKW-Transit im Alpenraum

ITE-Medienmitteilung vom 27. Mai 2005

Während 12 Stunden kann die Bevölkerung an der stark belasteten Unterinntal-Autobahn aufatmen. Heute Freitag findet dort eine vom Transitforum Austria-Tirol organisierte Bürgerversammlung statt. Auch an der Tauernachse und im Burgenland gehen betroffene Menschen für ihre Gesundheit auf die Strasse. Als Protest rollen am selben Wochenende AktivistInnen in Chamonix auf Fahrrädern über die normalerweise vom LKW-Verkehr überschwemmte Zufahrtsachse zum Mont-Blanc-Tunnel. ITE fordert für den Schwerverkehr in allen Länder Massnahmen nach dem Vorbild der Schweiz.

Die Europäische Verkehrsinitiative ITE - ein Netzwerk von Organisationen die sich für eine menschen- und umweltgerechte Güterverkehr einsetzen und im ganzen Alpenraum und anderen sensiblen Zonen aktiv sind (Pyrenäen, Vogesen) - solidarisiert sich mit der auf der Unterinntalautobahn A 12 in Vomp/Österreich stattfindenden Bürgerversammlung und zwei weiteren Blockaden in Österreich (Tauern, Burgenland). Am selben Wochenende organisiert das ITE-Mitglied ARSMB in Chamonix/Frankreich ein Umweltfestival mit Theater, Filmen, Diskussionsrunden, Wanderungen und einer Fahrradfahrt auf der "Route Blanche" zu Füssen des Mont Blanc.

LKW-Lawine durch falsche EU-Verkehrspolitik

Der LKW Verkehr in Europa wächst und wächst. Besonders in sensiblen Zonen zeigen sich die negativen Auswirkungen der aktuellen europäischen Verkehrspolitik. An der Brennerachse ist die Situation besonders dramatisch; seit dem Wegfalls des Ökopunktesystems rollt der LKW-Verkehr ungehindert über den Brenner. Ganze Streckengebiete entlang der Brenner-Autobahn sind "Sanierungsgebiebte", da sie zu stark verschmutzt sind. Auch in anderen Alpentälern sieht die Situation nicht besser aus. So werden die Luftgrenzwerte im Chamonix-Tal oder in der Maurienne regelmässig überschritten. Als mögliche "Lösung" diskutieren der italienische und französiche Verkehrsminster über einen zusätzlichen Strassentunnel, der noch mehr Verkehr ins enge Tal locken würde... .

Die europäische Verkehrspolitik muss sich endlich an den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt ausrichten ! So zeigt die kürzlich veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage, dass eine deutliche Mehrheit der europäischen Bürger die Umweltanliegen in wirtschaftlichen und sozialen Politik-Entscheidungen berücksichtigt haben will und als ebenso wichtig einschätzt.(1) Dies scheint die EU-Verkehrsminster jedoch nicht zu kümmern, in ihrem Entscheid von Mitte April zur Wegekosten-Richtlinie (LKW-Abgabe in Europa) berücksichtigen sie weder die externen Umwelt- noch die Gesundheitskosten, und die mögliche Tarifhöhe ist somit selbst mit Zuschlägen in sensiblen Zonen auf einen völlig ungenügendem Niveau. Als ob dies nicht schon genug schlimm wäre, soll die Transitlawine durch Vielfahrer-Rabatte noch weiter gefördert werden !

Für die Gesundheit auf der Strasse

BürgerInnen gehen auf die Strasse um für ihre Gesundheit und einen intakten Lebensraum zu kämpfen. Eigentlich wäre dies Aufgabe der Parlamentarier und Regierungen. ITE fordert deshalb, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Eine Schwerverkehrsabgabe nach Schweizer Vorbild (LSVA), vermehrte LKW-Kontrollen, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen der LKW-Chauffeure oder die Einrichtung einer Lenkungsmassnahme wie der Alpentransitbörse sind Lösungen die umgesetzt werden müssen.

1) 85% YES (Q7 In your opinion, should policy makers consider the environment to be just as important as economic and social policies? Source: Eurobarometer: http://europa.eu.int/comm/public_opinion


Initiative Transport Europe - European Transport Initiative - Iniziativa Europea delle Trasport - Europäische Verkehrsinitiative

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